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SMP fordert Umsetzung am Markt

Am 1. September 2019 soll der grüne Teppich am Markt eingeführt und damit umgesetzt werden. Die Milchproduzenten wollen den Zuschlag. Wie ihn die BOM einführen kann (und will) zeigt sich am Mittwoch.


Publiziert: 21.05.2019 / 16:28

Ab 1. September 2019 wird für nachhaltige Schweizer Milch ein Zuschlag von drei Rappen fällig. der Vorstand der Schweizer Milchproduzenten hat vom Entscheid „positiv Kenntnis genommen“, wie es in einer Medienmitteilung vom Dienstag heisst. Laut SMP stellt der Entscheid allerdings nur ein Zwischenschritt dar. „Für eine erfolgreiche Umsetzung braucht es jetzt weitere grosse Anstrengungen“, schreibt der Verband weiter.

Der SMP-Vorstand erwartet, dass die Dynamik jetzt genutzt wird; so seien die Vorgaben breit akzeptiert als auch die internationale Marktlage günstig. So ist beispielsweise die Milchproduktion in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres um 3,3 Prozent zurückgegangen. Die Butterlager sind gleichzeitig verhältnismässig tief, die Käseproduktion und der Käseexport indes ist stabil. Laut SMP sind das „Indikatoren für eine Marktsituation, die stärkere Preise erwarten lassen.“

Der grüne Teppich und der Detailhandel

Entscheidend für die Einführung des grünen Teppichs ist der Detailhandel; dieser muss nämlich die Preisweitergabe an der Ladenfront gewährleisten. während Migros nicht mehr Mitglied der Branchenorganisation Milch ist, nutzt Coop den grünen Teppich in der aktuellen Ausgabe der Coopzeitung für einen kleinen Werbespot. Coop schreibt, dass die Regeln für die Lieferanten noch strikter sind und dass sie dafür aber einen Zuschlag von 5 Rappen je Kilo Milch ausbezahlen wollen. In der Zeitung heisst es, dass der Preisbonus „voll und garantiert an die Landwirte weitergegeben“ werden.

Tatsächlich verfügt Coop über keine Direktlieferanten. Darauf angesprochen schreibt die Medienstelle, dass sich Coop „im Rahmen der Branchenorganisation Milch für einen fairen und marktgerechten Milchpreis“ einsetze. Der Aufschlag von fünf Rappen soll über die „reguläre Milchgeldabrechnung“ ausbezahlt werden. Die Basis für den Auszahlungspreis ist laut Coop der A-Milch-Richtpreis. Coop erwartet von den Milchverarbeitern, dass „sie den Bauern den in der BOM festgelegten Richtpreis gemäss Segmentierung auszahlen.“ Die Coop-Prämie „mit einer zusätzlichen Preiszeile auf der Milchgeldabrechnung separat und transparent ausgewiesen“ werden. Coop schreibt zudem, dass die Kontrolle mittels monatlichen Abrechnungen sichergestellt werden. Ausserdem habe Coop „die Lieferanten verpflichtet, die Gelder korrekt weiterzugeben.“

Dass die SMP genau am Dienstag eine Medienmitteilung verschicken und die Umsetzung am Markt fordern, hat auch taktische Gründe: Am Mittwoch findet in Bern die Vorstandssitzung der Branchenorganisation Milch statt, bei der unter anderem auch der A-Milch-Richtpreis für das dritte Quartal 2019 festgelegt wird.

Einführung birgt Knacknuss

Die Knacknuss dürfte dabei die Einführung des Branchenstandards per 1. September darstellen. Diese findet nämlich mitten im dritten Quartal statt; eine Anpassung des Richtpreises könnte angesichts der Marktlage eine ausserordentliche Vorstandssitzung zur Folge haben. Das könnte vor allem dann der Fall sein, wenn Handel, Käser und Milchproduzenten in ihren Prognosen für die Marktentwicklung nicht übereinstimmen. Sofern sich die drei Familien in der Umsetzung des grünen Teppichs einig sind, wäre allerdings auch denkbar, dass der Richtpreis bei 68 Rappen je Kilo Milch belassen wird und beschlossen wird, den Zuschlag für nachhaltige Milch per 1. September einzuführen. Eine erneute Lagebeurteilung würde dann Ende August erfolgen und Auswirkungen auf die Richtpreisfestsetzung im vierten Quartal zeitigen.

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Kommentare (1)
Lehmann Markus am 21.05 2019 um 22:20
Wetten, dass am Schluss sonst irgendwo der Richtpreis um 3 Rappen gekürzt wird aus irgendwelchen fadenscheinigen Gründen, damit man die Nachhaltigkeit mit drei Rappen entschädigen kann. Wie heissts doch (leicht abgeändert) in der Werbung: Für die einen ist es ein grosser Schritt in eine nachhaltigere Zukunft, für die anderen ein Riesenbschiss, weil sie für den gleichen Preis nochmals mehr leisten müssen!
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