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Grosse Hoffnung auf technologischen Fortschritt

Die Generalversammlung der Schweizer Agrarjournalisten (SAJ) fand auf dem Gemüsebaubetrieb Bösiger in Niederbipp BE statt. In der Podiumsdiskussion ging es darum wie die Zukunft von Bio, IP und konventionell aussieht.


von lid
Publiziert: 24.06.2019 / 09:28

Zu Beginn der Versammlung hielt Hans Jörg Rüegsegger, Präsident der Berner Bauernverbandes, ein Grusswort. Er wisse, dass die Agrarjournalistinnen und -journalisten derzeit im Umfeld der Initiativen keinen einfachen Job hätten, so Rüegsegger. "Ich wünsche mir, dass die Agrarmedien die wichtigen Themen aufnehmen und diese so bearbeiten, dass sie eine Vorbildfunktion für die anderen Medien einnehmen können", so der Berner Bauernpräsident.

Zu Besuch bei Bösigers

Der Betrieb Bösiger sei eines der Aushängeschilder in der Region, fuhr er weiter. Es sei ein Betrieb, der gewachsen sei und die richtigen Entscheide getroffen habe. 3 Generationen leben derzeit auf dem Betrieb. Seinen Ursprung hat er auf einem Bauernhof im Dorfzentrum, der von den Grosseltern von Beat Bösiger betrieben worden war. Mittlerweile gehört Bösiger zu den grossen Gemüseproduzenten des Landes und beliefert unter anderem Migros und Coop.

Zukunft von Bio, IP und konventionell

An der Podiumsdiskussion sprachen Bio-Suisse-Präsident Urs Brändli, IP-Suisse-Geschäftsführer Fritz Rothen und Beat Bösiger über die Frage, wie sich die verschiedenen Produktionsarten künftig noch unterscheiden werden. Grosse Hoffnungen werden in die Technologie gesetzt. So zeigte sich Urs Brändli erstaunt darüber, dass man den Ingenieuren in der Diskussion so wenig Vertrauen entgegenbringen. "Die Entwicklung ist gewaltig. Ich wage zu behaupten, dass wir in 10 Jahren wegen des technischen Fortschrittes keine Herbizide mehr verwenden müssen", so Brändli. Auch Fritz Rothen zeigte sich vom technologischen Fortschritt im Pflanzenschutz-Bereich überzeugt. Er betonte aber auch, dass ein vollständiger Verzicht auf Pflanzenschutzmittel besonders bei Spezialkulturen nicht möglich sein wird. Dies vor allem im Bereich der Fungizide.

Initiativen im Fokus des Gesprächs

Grosses Thema waren die Pflanzenschutz-Initiativen. Brändli bedauert, dass es keinen Gegenvorschlag gibt. An der Trinkwasser-Initiative kritisierte er, dass sie nur auf die Landwirtschaft fokussiere, die ganze Gesellschaft aber ausblende. Er geht nicht davon aus, dass die TWI bei den Bio-Bauern eine Mehrheit findet, besonders auch wegen der Thematik rund um die Futtermittel. Bei der Antipestizid-Initiative könne man es aber keinem Bio-Bauern übel nehmen, wenn er sich dafür einsetze.

Klar gegen einen Gegenvorschlag ausgesprochen hatte sich Fritz Rothen. Neue Vorschriften würden dazu führen, dass die Bauern am Markt Geld verlören, so der IP-Suisse-Geschäftsführer. Zusätzliche Prämien könnten so nicht mehr erwirtschaftet werden, weil die Grossverteiler den Standard nicht zusätzlich bezahlten. Die Anti-Pestizid-Initiative bezeichnete er als "total verwerflich". Es sei unerheblich, ob etwas synthetischen oder natürlichen Ursprungs giftig sei. "Es gibt biologische Pflanzenschutzmittel, mit denen man jeden töten kann", so Rothen.

Bösiger nahm auch die Konsumenten in die Pflicht. Was die Leute vor dem Laden nämlich sagten, sei oft nicht das, was sie im Laden tun würden, so der Gemüseproduzent: "Wir können nichts produzieren, dass der Kunde nicht will", sagte er hinsichtlich des Marktanteils von Bio-Gemüse. Auch in diesem Bereich kennt sich Familie Bösiger aus, führt doch Sohn Phillip die Bösiger Bio AG.

Kongress 2022 und neue Vorstandsmitglieder

Die statutarischen Geschäfte sorgten an der von SAJ-Präsident Roland Wyss geleiteten GV für keinerlei Diskussionen. Im laufenden Jahr findet unter anderem ein zweitägiges Seminar im Kanton Solothurn statt. Zudem sind Weiterbildungsanlässe und Diskussionrunden geplant. Im August findet zudem der Kongress des Internationalen Agrarjournalistenverbandes IFAJ in Minnesota, USA, statt. 2022 wird dieser Kongress vom 30. August bis 3. September in St. Gallen stattfinden. Erwartet werden rund 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der ganzen Welt.

Neu in den Vorstand gewählt wurden Kirsten Müller, Chefredaktorin der Fachzeitschrift Landfreund, und Jonas Ingold, Redaktionsleiter des Landwirtschaftlichen Informationsdienstes LID.

 

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Kommentare (1)
Franziska Herren am 24.06 2019 um 10:31
Die Trinkwasser-Initiative nimmt die ganze Bevölkerung in die Pflicht. Wir investieren mit unseren Steuergeldern jährlich Milliarden an Subventionen in eine Lebensmittelproduktion, die von Importfutter, Antibiotika und Pestiziden abhängig ist. Mit diesen Milliardenzahlungen zerstören wir unsere Umwelt, verschmutzen unsere Gewässer und unser Trinkwasser und verstossen gegen bestehende Gesetze. Die Bevölkerung kann durch die Trinkwasser-Initiative jetzt neu darüber entscheiden, in was für eine Lebensmittelproduktion sie ihr Steuergeld in Zukunft investieren will. Sie entscheidet nämlich nicht nur beim Einkaufen, wie ihre Lebensmittel produziert werden, sondern auch beim Zahlen der Steuerrechnung. Mehr als 30000 Chemikalien, so schätzt man im Bundesamt für Umwelt (Bafu) , werden von Industrie und Gewerbe, in der Landwirtschaft und in Konsumprodukten eingesetzt. Viele dieser Stoffe finden sich nach der Anwendung als Mikroverunreinigungen in unseren Flüssen und Seen wieder. Der Bund hat im 2016 Massnahmen ergriffen und rüstet die wichtigsten Kläranlagen um weitere Reinigungsstufen auf. Die Landwirtschaft kann an keine Kläranlagen angeschlossen werden. Daher bleibt diese Milliardeninvestition wirkungslos gegenüber dem Pestizid- Antibiotika- und Dünger Einsatz in der Landwirtschaft.
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