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GMF wird flexibler

Fünf Prozent Mühlennebenprodukte sind ab 2018 neu im Grünfutter-Programm «Graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion» (GMF) zugelassen. Eine Arbeitsgruppe diskutiert, ob das Programm radikal umgebaut werden soll.


Der Bundesrat verabschiedet das Verordnungspaket 2017 zwar erst im November. Aber 
die Spatzen pfeifen es bereits von allen Futtersilos: Ab 2018 sind im Programm Graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion (GMF) zusätzlich zum bisher auf 10% begrenzten Kraftfutter 5% Mühlennebenproduktegemische (MNG) zugelassen. Diese entstehen bei der Verarbeitung von Brotgetreide und Hartweizen zu Mehl und Griess und stammen zu knapp 50% aus Importen.


SMP wenig begeistert


Dem Entscheid sind längere Lobbyaktivitäten der Müllereibranche vorausgegangen. Sauer aufgestossen ist dieser vor allem, dass ein Teil der Mühlennebenprodukte in Biogasanlagen verwertet werden musste, während gleichzeitig jedes Jahr 150'000 t Luzernemehl und Heu importiert werden, die dann im Grundfutteranteil von GMF Unterschlupf finden, sagt Christian Oesch, Geschäftsführer der Vereinigung Schweizerischer Futtermittelfabrikanten (VSF).

Interessant ist, dass die GMF-Modifikation im Original-Verordnungspaket gar nicht drin war, die Befürworter haben diese selber eingefügt. Der Grund für das eilige Vorgehen ist offenbar, dass Branche und Bund nicht wollten, dass die Entsorgung von wertvollen Futtermitteln zum Reputationsrisiko wird. 


Die Begeisterung für den neuen Passus ist nicht überall gleich gross. «Wir könnten mit einer Lockerung zugunsten von MNG aus der Schweiz leben. Importierte MNG machen das 'Food-Waste-Argument' aber unglaubwürdig, wenn gleichzeitig heimischer Mais weniger genehm sein soll», sagt etwa Stephan Hagenbuch, Direktor der Schweizer Milchproduzenten. Es schade dem Image der Schweizer Milch, wenn man zusätzliches Importfutter in die Ration nehmen lasse.


Reform mit Grünlandbeitrag?


Während der MNG-Beschluss feststeht, tagt im Hintergrund eine Arbeitsgruppe zur Weiterentwicklung von GMF. Dabei ist noch umstritten, ob man besser schon vor oder erst mit der nächsten Reformrunde AP 22+ eingreifen soll. Möglich ist auch ein vollständiger Ersatz des Programms. Der ins Spiel gebrachte Grünlandbeitrag pro Fläche dürfte aber als Ersatzkandidat kaum Chancen haben.

akr

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