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Glückliche Schafe dank dem Wolf

Wölfe und Schafe, eine heikle Kombination. Doch was, wenn die Wölfe sogar das Schafwohl steigern?


von Lotta Köppel
Publiziert: 10.05.2019 / 11:28

Das Thema Wolf, emotional und polarisierend. Wildtierbiologe, Gabriele Cozzi, sprach sich in einem Interview mit der NZZ für das Wolfsleben in der Schweiz aus.

Böser, böser Wolf

Lange war der Wolf in den Schweizer Wäldern anzutreffen, doch dann begann die Ausrottung Ende 19. Jahrhunderts. Viel ist nicht mehr vom einstigen Zusammenleben übrig geblieben. Der Wolf werde zum Feindbild heraufbeschwört, zu unrecht, findet Gabriele Cozzi. In Ländern wie Italien, wo es nie zur kompletten Ausrottung gekommen ist, sei das "Wolfsdenken" nie verschwunden. In der Schweiz hingegen schon. Hier sei das Bild vom Wolf von Märchen geprägt. Dies trage dazu bei, dass zum Beispiel die Angst vor dem Bär viel kleiner sei als vor dem Wolf, obwohl die Realität genau umgekehrt aussehe. Auch bezüglich Kosten stehe der Wolf im Vergleich zu Hirsch- und Wildschweinschäden eher bescheiden da. 

"Den Schafen geht es heute besser als früher"

Dank dem Wolf sinken die Verluste durch Unfälle und Krankheiten. Dies habe damit zu tun, dass die Schafhirte mit grösserer Aufmerksamkeit die Schafe beobachten und Schutzmassnahmen erhöht werden, meint Cozzi. Die rund 400 gerissenen Tiere pro Jahr seien in ein Verhältnis zu anderen Todesursachen zu setzen. Der Grund weshalb der Wolf über seinen Bedarf hinaus Tiere tötet, sieht Cozzi im unnatürlichen Fluchtverhalten der Schafe. Durch Züchtung bleiben die Schafe bei einem Angriff in der Herde, was die Wölfe verwirre.

Alles in allem sieht der Wildtierbiologe keinen Grund, weshalb wir nicht mit Wölfen leben können. Platz in der Schweiz hätten die Wölfe allemal.

 

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Kommentare (4)
Bernhard am 12.05 2019 um 12:14
Es wird immer nur gejammert und mit den anderen Ländern mit Wolfsproblemen verglichen. Alle haben aber gemeinsam, dass der Wolf mal ausgerottet wurde und jetzt zurückkommt. Unsere bequeme Sorglosigkeit wird gestört. Kein Wort über jene, die seit je her mit dem Wolf leben und auskommen - also Spanien, Portugal, Italien, der Balkan, das Baltikum aber allen voran Rumänien, wo alleine soviel Wölfe leben wie in all den vorgenannten zusammen! Die ärmsten Bauern teilen ihr Land mit Wolf, Bär und Luchs - aber hören wir ein Geschrei oder lesen wir gar von angegriffenen Menschen? Mitten in die Städte kommen die Tiere, gerade so wie zum Beispiel in Vancouver - dort sogar auch noch der Puma! Täglich begegnen Hunderte von Menschen einem dieser Tiere, Berichte darüber sucht man jedoch vergeblich. Es schert einfach niemanden, weil man nie verlernt hat sich gegen mögliche Schäden zu schützen und weil einem keiner die Mär vom Rotkäppchen unters Kopfkissen legt.
Eden am 11.05 2019 um 20:52
Super Artikel, danke. Es gibt leider immer noch zuviele Skeptiker oder womöglich Jäger, welche Angst um ihre eigene Beute haben? Die Schafe, Kälber werden ja wohl eher vom Menschen verzehrt als von den Wölfen. Das Thema ein wenig relativieren wäre hier angebracht. Die Saga vom bösen Wolf ist nicht mehr gefragt...
Bärgpur am 10.05 2019 um 12:13
Abfahrä mid däm seich. Warum ischer usgroted wordä?
Bernhard Wenczel am 12.05 2019 um 11:57

Will d'Männschä früener scho so blöd gsi sind wiä hütt und numä uf sich gluägät händ - drum … Abär au will d'Männschä vorhär dafür gsorgt hätt, dass d'Wölf nüt anders meh als Huustiär zum Fräss gfundä händ. Mir Dummbütel händ nämmli vorhär scho all Reh, Hirsch und Schteiböck uustgrottet … Sind das gnuäg Antwortä - der gfalläd sie eifach nöd????

Fritz Marti am 10.05 2019 um 12:10
Es geht hier nicht nur um Schafe. Nimmt die Wolfs- Population zu, greift er sich vermehrt Kälber etc.
Bernhard Wenczel am 12.05 2019 um 12:05

Leider nicht alles begriffen Herr Marti oder nicht richtig zugehört. Die Population in einem Gebiet NICHT zu, sie bleibt stabil, sobald sich ein Rudel etabliert hat. Und dieses Rudel hilft dem Bauer, seine Tiere zu schützen, weil es durchziehende Wölfe vertreibt oder tötet. Und genau die sind die Gefahr für die Haustiere. Mit wachsender Population wächst auch die Fläche, auf der Wölfe vorkommen. Warum mit F, A und D vergleichen, wenn die doch die genau gleichen selbstgemachten Probleme zu bewältigen haben, nämlich mit der Rückkehr des Wolfes wieder lernen umzugehen? Warum nicht die fragen, wo der Wolf nicht zum Politikum hochstilisiert wird? Also z.B. Rumänien, wo 3000 - 4000 Wölfe mit vielen Bären und Luchsen im genau gleichen Gebiet leben, wie bettelarme Bauern, die auf jede Geiss angewiesen sind oder wo es einfach normal ist, dass die Leute der Grossstadt am Morgen an Bushaltestellen mit heimkehrenden Wölfen zusammen treffen? Dort schreit kein Hahn danach! Warum also nicht mal dort Hilfe suchen?

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