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Geld für alte Kühe: Die Antworten der AP 22+ auf den Klimawandel

Der Bund will den Klimaschutz stärker mit der Agrarpolitik AP 22+ verbinden. Mitunter sollen Geldbeiträge für die Nutzungsdauer von Kühen gesprochen werden.


Publiziert: 14.11.2019 / 13:14

Die Agrarpolitik will mit einer Vielzahl an Massnahmen den Klimaschutz verbessern. Wie Adrian Aebi, Vizedirektor vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW), am Donnerstagvormittag sagte, muss für eine klimaneutrale Landwirtschaft aber auf jeden Fall der Konsum mitspielen.

Umstellung der Ernährung sei der grösste Hebel

Gleichwohl will die Agrarpolitik mit einer Vielzahl an Massnahmen den Klimaschutz verbessern, wie sein Referat an der fünften Agro-Cleantech-Tagung zeigte. Zu den Massnahmen gehören eine stickstoffoptimierte Fütterung und Futterzusätze, Abdeckung der Güllelager und eine Erhöhung der Laktationsdauer der Kühe von durchschnittlich 3,5 auf 4,5 Jahre. Hinzu kommen Anpassungen am ökologischen Leistungsnachweis ÖLN (siehe Kasten unten). Den grössten Hebel sieht das BLW dennoch bei der Umstellung der Ernährung.

Kühe sollen länger leben

Für die Erreichung der Klimaziele stellt das BLW die Massnahmen für die Produktionsbeiträge der Nutztierhaltung in vier Modulen vor:

  • Ressourcen: Begrenzung der Rohproteinzufuhr.
  • Ammoniak: Reduktion Ammoniakemissionen.
  • Tiergesundheit: Förderung Weidehaltung (RAUS, BTS, RAUS Plus), Stärkung der Tiergesundheit.
  • Klima: Nutzungsdauer bei Kühen (Langlebigkeit). Dafür könnten die Anzahl Laktationen gezählt werden, die Daten kämen direkt aus der Tierverkehrsdatenbank. Die Tierhalter müssten gar nichts tun, ausser die Kühe länger zu halten.

Auch für die Produktionsbeiträge der Acker- und Spezialkulturen wurden vier Module mit elf Massnahmen präsentiert:

  • Pflanzenschutz: Bio auf Parzellenstufe, Verzicht auf Insektizide, Herbizide und Fungizide (nach der Blüte).
  • Funktionale Biodiversität: Nützlingsstreifen.
  • Boden: Präzise Bewässerung, Bodenfruchtbarkeit, Humusbilanz via Humusrechner.
  • Klima: Agroforst, Alternativen zu fossiler Energie, effizienter Stickstoffeinsatz.

Anpassungen Ökologischer Leistungsnachweis ÖLN

  • Senkung max. Düngerausbringung von 3 auf 2.5 DGVE pro ha düngbare Fläche, (Abstufung nach Produktionszonen)
  • Suisse-Bilanz: Eine Nährstoffbilanz mit begrenzten Nährstoffverlusten
  • 3.5% Biodiversitätsförderfläche im Ackerbau
  • Phasenfütterung Schweine
  • Schleppschlauch (Verbot Prallteller)
  • Kompetenz des Bundesrats zur weiteren, auch regionalen Verschärfung falls Ziele nicht erreicht werden 

Passender Standort wird belohnt

Bestehende regionale Direktzahlungen werden in neuen Beitrag für standortangepasste Landwirtschaft (BSL) integriert und sind an das Bestehen einer regionalen landwirtschaftlichen Strategie (RLS) geknüpft. Die Beiträge werden von Bund und Kanton im Verhältnis 90 zu 10 in drei Bereichen finanziert:

  1. Regionale Biodiversität (Vernetzung
  2. Landschaftsqualität
  3. Nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen.

Es braucht ein funktionierendes Zusammenspiel

Wie Aebi ausführte, brauche es mehr als staatliche Massnahmen um die Klimaziele gemäss CO2-Gesetz zu erreichen:

  • Private, marktorientierte Massnahmen
  • Kontinuierliche Verbesserung auf Betriebsebene

Nur mit einem funktionierendes Zusammenspiel zwischen gesetzlichen Vorgaben, staatlichen und privaten Anreizen und einer abgestimmten Mehrwertstrategie in allen Branchen, können die ehrgeizigen Ziele erreicht werden.

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