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Für 2020 sollen Sonnenblumen Raps weichen

Die Mitglieder des Verbands kollektiver Getreidesammelstellen konnten sich an der diesjährigen GV nicht nur über die guten Erträge der Ernte 2018 erfreuen, sondern auch über die überragende Aussicht vom 21. Stockwerks des Swissmill-Towers. Wichtige Themen waren u.a. die gesteigerte Rapsnachfrage und die sinkenden Futtergetreideflächen.


Publiziert: 19.05.2019 / 17:07

Seit 175 Jahren wird inmitten der Finanzhauptstadt Zürich Getreide gemahlen. Dort wo einst eine ganze Reihe von Mühlen die Fluss- und Bachufer der Limmat und Sihl säumten, ragt heute am Sihlquai ein 118 Meter hoher Betonbau in die Höhe. In ihm Silos mit einer Lagerkapazität für 20’000 Tonnen Getreide; zuoberst ein Raum in schwindelerregender Höhe, der einen imposanten Blick auf das geschäftige Treiben der Stadt, dem Zürichsee und die Limmat eröffnet. Von diesem Ausblick liessen sich auch etwa 30 Mitglieder des Verbands kollektiver Getreidesammelstellen der Schweiz (VGS) vergangenen Donnerstag hinreissen, die sich im Zuge einer Generalversammlung zusammenfanden.  

Gute Ernte trotz Trockenheit

«Trotz des trockenen Sommers dürfen wir wiederum auf ein erfreuliches Getreidejahr zurückblicken», eröffnet Rolf Häusler, Präsident des VGS, die Sitzung. Die Ertragseinbussen seien nicht so gravierend ausgefallen wie erwartet: Gerste und Weizen brachten gute bis sehr gute Erträge, die Sonnenblumenerträge waren erfreulich. Beim Raps, aber vor allem bei den Sojabohnen und dem Körnermais lagen die Erntemengen allerdings unter den Normalwerten. Auch sei die Ernte von guter Qualität gewesen: Hohe Hektolitergewichte und hohe Fallzahlen waren im ganzen Land die Regel, die Proteinwerte beim Weizen lagen über dem langjährigen Mittel und die Mykotoxinwerte in einem guten Bereich.

Noch 100'000 Tonnen auf Lager

Weil die geernteten Brotgetreidemengen das zweite Jahr in Folge den Bedarf deutlich überstiegen, musste der Schweizerische Getreideproduzentenverband (SGPV) zweimal je rund 20'000 Tonnen Brotweizen zu Futterweizen deklassieren. Trotz dessen seien noch zirka 100'000 Tonnen Brotweizen am Lager, die bis zur neuen Ernte nicht vermarktet werden können. «Diese Überlagerungsmenge ist an der obersten Grenze angelangt und sollte nicht weiter aufgestockt werden», so Rolf Häusler. Dennoch solle die Branche bei kleinen Ernten auf diese Reservelager zurückgreifen können und die Fehlmengen nicht durch Importe ersetzen müssen. Weil aber der Lagerplatz begrenzt ist und die Gerstenernte bevorstehe, müsse bis in sechs Wochen Platz geschaffen werden, weist Häusler die Sammelstellen darauf hin.

Bauern sollen zu mehr Futterweizenanbau motiviert werden

«Für die diesjährige Ernte dürfen wir damit rechnen, dass die Getreideflächen relativ stabil bleiben.» Das könne Rolf Häusler aufgrund der Saatgutverkäufe vom letzten Herbst prognostizieren – genauere Zahlen liefere laut Stephan Scheuner, Direktor von Swiss Granum, aber erst eine zweite Schätzung Ende Mai vor der Ernte.

Zwischen dem Brotgetreide und Futterweizen herrsche aber dennoch ein Ungleichgewicht. Während überschüssiges Brotgetreide deklassiert werden muss, fehlt es an Flächen für Futterweizen. Das zeigt der geringe Verkauf im vergangenen Herbst; mit Folge auf den Preis: «Mit den inzwischen auf Fr. 4,80/dt gestiegenen Verwertungsbeiträgen beim Brotgetreide wird die Preisdifferenz zum Futterweizen immer kleiner», so Häusler. Er ruft seine VGS-Mitglieder daher auf, die Bauern zu mehr Anbau von Futterweizen zu ermuntern und das zu produzieren, was der Markt auch verlangt. Ein Ertragsplus von 15 Prozent gegenüber dem Brotgetreide würde genügen, um den gleichen Erlös zu erzielen. Dies sollte mit den neuen Futterweizensorten im intensiven Anbau eigentlich machbar sein, so der VGS-Präsident.

Richtpreise bleiben unverändert

Die Richtpreise für Futtergetreide und Eiweisspflanzen bleiben im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Das beschloss Swiss Granum in der Märzsitzung. Die Preisstabilisierung sei laut Rolf Häusler aber auch notwendig. «Die Ökologisierung hat seinen Preis und der muss auch mit fairen Preisen abgegolten werden», erklärt er. Die Ernterichtpreise für Brotgetreide werden von Swiss Granum am 27. Juni 2019 festgelegt.

Eine Änderung gäbe es bei den Übernahmebedingungen für die Ernte 2019. Neu wird empfohlen, die Proteinbezahlung beim Top Weizen bis zum Produzenten umzusetzen. Es sei aber nur eine Empfehlung und keine Verpflichtung, macht Häusler aufmerksam.

Nachfrage für Raps steigt

Erfreulich sei die steigende Nachfrage von Raps bei der Lebensmittelindustrie, erzählt Pierre-Yves Perrin, Geschäftsführer des Schweizerischen Getreideproduzentenverbands (SGPV). Diese will nämlich Palmöl durch Raps ersetzen. Leider seien aber die Verarbeitungskapazitäten der Schweizer Ölmühlen begrenzt. Deshalb müssten die Sonnenblumenflächen daran glauben und ab Ernte 2020 reduziert werden. Für die aktuelle Saison wird die Anmeldung für Raps, Soja und Sonnenblumen am 13. Mai verschickt. Anmeldefrist ist bis zum 16. Juni. Danach teilt der SGPV die Mengen zu.

Leichter Rückgang bei IP-Suisse-Getreide  

Die Eingangsmengen für IP Suisse Weizen und Roggen sind im letzten Jahr zurückgegangen, erzählt Alexandre Bardet von IP Suisse den Mitgliedern. Vor allem verzeichnet IP Suisse einen Rückgang bei der Sorte Nara (Weizen Top). Für die Ernte 2020 wird daher empfohlen die Top Q Förderungsmassnahmen abzuschaffen und Nara auf Top-Niveau zu senken, damit keine Quersubventionierung mehr nötig ist.

Fenaco im Gespräch mit SBB Cargo

Zu den Referenten der Veranstaltung gehörte auch die Fenaco. Das Schweizerische Agrarhandelsunternehmen befindet sich aktuell noch im Gespräch mit der SBB Cargo, um Lösungen für den Getreidetransport zu finden. Ab diesem Jahr wurde der SBB Cargo die direkte Unterstützung durch den Bund gestrichen. Weil der Getreidetransport nicht mehr kostendeckend sei, so Fortunat Schmid von der Fenaco, solle bis Ende 2019 ein Konzept mit der SBB Cargo ausgearbeitet werden. Schmid prognostiziert: «Der Aufwand wird grösser.»

Er informiert zudem, dass die Übernahme-Bedingungen angepasst wurden. Eine Anpassung bezieht sich auf den Umgang mit Bio-Mischkulturen. Neu gäbe es keine Trennpflicht bei Gerste-Erbse und Hafer-Ackerbohne durch die Sammelstelle. Die getrennte Lagerung von Hafer Knospe sei verpflichtend. Für die Ernte 2019 beträgt der Kleinmengenabzug Fr. 150.- je Kultur, ausgenommen seien Bio-Futtersojabohnen.

Im Anschluss der Veranstaltung und nach einem reichhaltigen Zmittag führte ein Team der Swissmill die VGS-Mitglieder auf einen 2-stündigen Rundgang durch das klinisch saubere Areal des Getreidesilo-Towers und die anliegenden Räumlichkeiten (s. Bilder).

Weitere Information zur Swissmill hier.

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