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Freibergerzucht: Todesstoss trotz Millionenbudget

Eine Interpellation hievt die Anliegen der Freiberger-Reinzüchter aufs politische Parkett. Es geht um Geld und Genetik.


Publiziert: 04.11.2018 / 07:30

Es brodelt weiter in der Freibergerzucht. Während einige Züchter dem Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) unterstellen, es sei mittels einer Arbeitsgruppe damit beschäftigt, eine mögliche Abschaffung der Prämien für Freibergerfohlen zu erarbeiten, hat SP-Nationalrat Beat Jans eine Interpellation eingereicht. Jans will vom Bundesrat wissen, «was der subventionierte Schweizerische Freibergerverband tut, um die Urfreiberger zu erhalten?»

Zehn Mio Franken

Der Bund lässt sich die letzte der ursprünglich 19 in der Schweiz ansässigen Pferderassen, den Freiberger, jährlich über zehn Mio Franken kosten. Diese Zahlungen seien nicht infrage gestellt, aber deren Einsatz, erklärt Christoph Saner, Präsident des Eidgenössischen Verbands des reinrassigen Freibergerpferds (RRFB) auf Anfrage. «Die Gesamtpopulation nimmt trotz eines Millionenbudgets ab, wo liegt der Fehler?», will Saner wissen, der mit Beat Jans nun auf dem politischen Parkett Unterstützung für sein Anliegen erhält.

Die stiefmütterliche Behandlung der «Reinen» durch den Schweizerischen Freibergerverband (SFV) sei untragbar, sagt der RRFB-Präsident. Der Verband tue wenig oder nichts für den Erhalt der Urgenetik.

So fragt Beat Jans in seiner Interpellation denn auch den Bundesrat, «warum keiner der 55 am Schweizer Nationalgestüt in Avenches VD gehaltenen Hengste reinrassig sei, in dem Sinn, dass seit dem 1. Januar 1950 kein Fremdblut eingekreuzt wurde.» Für Saner ist klar, so kann es nicht weitergehen. Während die Landwirtschaft jährlich über Dienstleistungen (Pferdepension) rund 500 Mio Franken einnimmt, leidet die bäuerliche Zucht der letzten einheimischen Rasse.

Nicht rentabel

«Die Zucht von Freiberger Pferden ist heute insgesamt nicht rentabel», äusserte sich Bundesrat Johann Schneider-Ammann anlässlich einer Debatte im Nationalrat vergangenen Herbst, als es bereits einmal darum ging, mittels der Motion von Lorenz Hess (BDP) die Fohlenprämien abzuschaffen. Diese würden einen falschen Anreiz schaffen, sagte Hess, denn von den jährlich rund 2000 geborenen Fohlen gingen knapp 40 % zur Schlachtbank. Die Motion wurde abgelehnt. Für Christoph Saner ist eine Aussage, wie sie Schneider-Ammann machte, eine Frechheit. «Man kann auch sagen, die Milchproduktion ist nicht wirtschaftlich», so Saner, das habe in etwa den gleichen Sinn.

Beiträge gezielt ausrichten

Nun gewinnt die Angelegenheit auch beim Freiberger nach Veröffentlichung der Strategie Tierzucht 2030 wiederum an Brisanz. «Es gibt im BLW keine Arbeitsgruppe, welche sich konkret mit der Abschaffung der Prämie für Freibergerstuten befasst. Bei den Arbeiten rund um die Umsetzung der Strategie Tierzucht 2030 im Rahmen der AP22+ gibt es eine Arbeitsgruppe, welche sich damit beschäftigt, wie die Beiträge für erhaltenswerte Schweizer Rassen generell effizienter und gezielter eingesetzt werden könnten», erklärt Corinne Boss vom BLW auf Anfrage der BauernZeitung.

Ob der Aufschrei der Öffentlichkeit, insbesondere aus Tierschutzkreisen, Fohlenprämien würden die Fleischproduktion ankurbeln, Gehör bekommt? Christoph Saner befürchtet, dass ein mögliches Abschaffen dieser Fohlenprämien der Rasse der Urfreiberger sogar den Todesstoss versetzen könnte. Grund dafür ist, dass der RRFB keine Fördergelder durch den Verband erhalte, mit Ausnahme dieser Fohlenprämien, die im Jahr pro Fohlen 495 Franken betrage. «Ich bin der Meinung, dass ich die Kraft für eine Vorwärtsstrategie einsetzen will. Diskutieren am Platz und immer ohne jeglichen Konsens, ist nicht für mein Gemüt», sagt Saner. Er weiss, dass die Gründung eines neuen Verbands für Freiberger wenig Aussichten haben dürfte. «Damit sich die Sache bewegt, müssen wir politisch aktiv werden.» Die Interpellation Jans sei ein Anfang.


Simone Barth

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