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Foodwaste: Weniger Pflanzenschutzmittel verlangt mehr Kulanz

Ein Landwirt aus Mattstetten BE bleibt auf 75 Tonnen Bohnen sitzen, sie sind von einem Pilz befallen. Die Verarbeiter haben strikte Richtlinien, könnten diese aber anpassen, wenn die Konsumenten mitziehen.


Landwirt Mario Portner und ein Berufskollege bauen in Mattstetten und Bäriswil BE maschinelle Bohnen an. Vor einigen Wochen erlebten sie eine böse Überraschung, als sie ihre Felder kontrollierten. Die Bohnen waren vom Pilz Botrytis befallen. Es waren nur wenige Prozent der rund 75 Tonnen Bohnen betroffen, doch der Abnehmer nahm sie nicht mehr entgegen, wie der Landwirt berichtet. "Als ich den Befall bemerkte, habe ich das Ernteteam informiert, dieses kam noch am gleichen Abend vorbei, um zu ernten", doch die Ware hielt den Qualitätsanforderungen nicht mehr stand.

Botschaft an die Bevölkerung

Dass es überhaupt zum Befall kam, liege daran, dass er kein Fungizid eingesetzt habe. Nächstes Jahr würde er nicht mehr darauf verzichten, wie er sagt. In einem Video, welches er zusammen mit dem Schweizer Bauernverband realisierte, wendet sich Portner an die Bevölkerung und erklärt die Wichtigkeit des Pflanzenschutzes. "Das passiert, wenn man die Lebensmittel nicht mehr schützen kann", erklärt er im Video, während er die befallenen Bohnenpflanzen auf seinem Feld zeigt.

Anpassungen der Richtlinien in der Pipeline

Dass die Pflanzenschutz-Initiativen nicht die richtige Lösung sind, ist man sich auch beim Verband des schweizerischen Früchte- Gemüse-, Kartoffelhandels Swisscofel sicher. Die Initiativen seien zu radikal, es müsse aber trotzdem etwas getan werden, wie Marcel Jampen von Swisscofel auf Anfrage sagt. Eine gute Alternative wäre ein Gegenvorschlag basierend auf dem Aktionsplan Pflanzenschutz des Bundes. "Wenn es in Zukunft mehr Ausfälle gibt, weil weniger Pflanzenschutzmittel eingesetzt wird, so könnten auch die Richtlinien für die Abnahme überarbeitet werden", so Jampen. In den nächsten Monaten solle es weitere interne Gespräch zum Thema geben, verrät er.

In einigen Fällen habe man die Abnehmer auch bereits dazu aufgerufen, bei optischen Kriterien kulanter zu sein und diese hätten breitwillig mitgemacht. Etwa beim Rosenkohl. Dieser wird gerne von der weissen Kohlfliege befallen. "Trotz Einstichen sind die Rosenkohle aber noch geniessbar", so Jampen.

Verarbeiter haben Hose an

Die Frage sei aber immer auch, ob die Konsumenten unförmiges Gemüse und krumme Früchte überhaupt kauften. Auf jeden Fall müsse die Ware lebensmittelrechtlich einwandfrei bleiben, erklärt Marcel Jampen. Ware mit Pilzbefall in Umlauf zu bringen sei mit Ausnahmen rechtlich problematisch.

"Es braucht ein Umdenken bei den Konsumenten aber auch bei den Verarbeitern und den Produzenten", ergänzt Urs Reinhard, Geschäftsführer vom Verband der Hersteller von Convenience-Produkten in der Schweiz. Der Verarbeiter habe einen starken Einfluss auf die Produktionsweise der Gemüsebauern. In Abnehmerverträgen werden meist alle Details vereinbart, vom Anbau bis zur Ernte.

Alle müssen mitziehen

"Wenn die Verarbeiter sicher sind, dass der Handel auch Produkte annimmt, welche nicht ganz makellose Gemüse enthalten, so können sie auch die Vorgaben für die Produzenten anpassen", erklärt Urs Reinhard. Aber niemand wolle der erste sein, welcher weniger hochwertigen Gemüseprodukte an den Handel liefert und dann auf diesen sitzen bleibt. "Wichtig ist für uns daher vor allem, die Aufklärungsarbeit bei den Konsumenten", meint Reinhard. Damit diese wissen, warum Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden und welche Folgen eine Reduktion haben kann. 

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