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EU: Leere Milchpulverlager, steigende Milchpreise

In der EU sind die Preise für Butter, Magermilch- und Vollmilchpulver in der letzten Woche leicht gestiegen. Ausserdem sind die Milchpulver-Interventionslager praktisch leer. Die EU-Marktlage kann zum ersten Mal seit Aufhebung der EU-Milchquote als stabil bezeichnet werden.  


Publiziert: 22.02.2019 / 16:23

Der Milchpreis auf dem holländischen Spotmilchmarkt ist in der letzten Woche um 3,0 Prozent auf 34,0 Eurocents (38,6 Rappen) pro Kilo Milch gestiegen. Im Durchschnitt der 28 EU-Mitgliedsstaaten lag der Milchpreis für Rohmilch im Dezember 2018 bei 35,6 Eurocents (40,4 Rappen) und ist damit im Vergleich zum Vormonat um 1,4 Prozent gesunken.

EU-Butter ist in der letzten Woche im Schnitt für 4,58 Euro (5,2 Franken) pro Kilo verkauft worden. Im Vergleich zum Durchschnitt der vorigen vier Wochen entspricht das einer Zunahme von 0,7 Prozent. Beim Magermilchpulver und Vollmilchpulver sind die Preise stärker gestiegen: Magermilchpulver wurde für 189 Euro je 100 Kilo verkauft (plus 1,8 Prozent), Vollmilchpulver für 287 Euro je 100 Kilo (+2,2 Prozent). Das vermeldet die Europäische Kommission am Freitag.

Leicht steigende Milchpreise für B- und C-Milch

Die leicht steigenden Preistendenzen schlagen sich über den B- und C-Milchpreis auch auf die Schweiz durch. Wie die aktuellen Richtpreise der Branchenorganisation Milch zeigen, ist der C-Milchpreis seit Dezember von 27,4 auf 29,7 Rappen je Kilo Milch gestiegen. Auch der B-Milchpreis ist leicht steigend: Im Januar lag er noch bei 48,1 Rappen je Kilo, für März ist er mit 49,9 Rappen je Kilo angegeben.

Aufgrund der auch in der Schweiz ausgeglichenen Marktlage hat der Vorstand der Branchenorganisation Milch am Mittwoch entschieden, den Richtpreis für A-Milch im zweiten Quartal 2019 bei 68 Rappen je Kilo Milch franko Rampe zu belassen.

Insgesamt sehr ausgeglichene Milchmärkte

Nicht nur in der Schweiz ist die Marktlage ausgeglichen, sondern auch in Europa. Der Kieler Rohstoffwert für Milch (4 % Fett, 3,4 % Eiweiss, ab Hof) etwa ist seit Frühling 2016 insgesamt mehr oder weniger stark steigend: Lag der Rohstoffwert vor knapp drei Jahren bei lediglich 20 Eurocents, hat sich der Preis seit Frühling 2018 zwischen 30 und 35 Eurocents gehalten.

Ein wesentlicher Grund für die derzeit stabile Marktlage ist der Rückgang der Milchproduktion in praktisch allen grossen Exportländern. Wie das US-amerikanische Dairy Export Council zeigt, lag die Produktion in der EU und in Australien im November 2018 um je etwa 100 Mio kg Milch unter den Vorjahreswerten, gleichzeitig verlief die Mengenausdehnung in den USA und in Neuseeland bedeutend weniger dynamisch, wie in den drei Monaten davor. Hier ist zu sagen, dass die EU-Milchproduktion bis im August 2018 über den jeweiligen Vorjahresmengen lag.

Im Sommer kann eine Preishausse möglich sein

Zwar spricht die Entwicklung auf den internationalen Märkten für im Sommer 2019 steigende Preise. Allerdings bewegt sich der Milchmarkt zyklisch, wie die Grafik der EU-Kommission zeigt.


EU-Rohmilchpreise: Entwicklung bis im Januar 2019. Die blaue Linie zeigt den gewichteten Durchschnittspreis für Milch; die rote Linie zeigt den auf Basis von Magermilchpulver- und Butterpreisen errechneten Milchpreis.

Unklar ist, ob bei diesen Prognosen die Milchproduzenten insgesamt ihre Produktion ausdehnen und einen weiteren Preisanstieg dämpfen würden. Die EU-Milchpreise lagen zuletzt 2014 bei 40 Eurocent je Kilo Milch. Da sich ausserdem der Kieler Rohstoffwert in den letzten zwölf Monaten bei 30 bis 35 Eurocents gehalten hat, ist der Schluss zulässig, dass sich die Marktlage seit der Aufhebung der EU-Milchquote im April 2015 stabilisiert hat.

Was nun passiert, kann noch aus einem zweiten Grund nur schwer abgeschätzt werden: Die EU-Milchpulverlager sind leer. Was sich bisher dämpfend auf die Preisbildung gewirkt hat, fällt jetzt weg. Nachdem die Marktintervention zu Lagerbeständen von über 430'000 Milchpulver geführt hat, beträgt der aktuelle Lagerbestand lediglich gut 1000 Tonnen.

Im internationalen Vergleich sind die Milchpreise in der EU weitgehend stabil. In Ozeanien, also Neuseeland und Australien, sind die Preise für Butter, Mager- und Vollmilchpulver derweil gestiegen: Der Butterpreis legte um fünf Prozent zu, Magermilchpulver um vier Prozent und Vollmilchpulver gar um 8,5 Prozent.

hja

 

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