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EU-Beitritt: Österreichs Ängste wurden nicht bestätigt

Am 01. Januar 1995 trat Österreich der EU bei. Für die Landwirte veränderte sich damit die Ausgangslage komplett. Heute, gut 20 Jahre später, ist die Situation viel besser, als damals befürchtet.


Publiziert: 17.08.2018 / 13:26

Als die österreichischen Bauern am 1. Januar 1995 aufwachten, war alles anders: Die Marktbestimmungen, die Preise, die Standards. Geblieben sind nur ihre Stärken und Schwächen. So fasste Franz Sinabell den Nullpunkt der neuen Agrarpolitik in Österreich zusammen. Sinabell arbeitet beim Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) und sprach am Schweizer Agrarpolitik Forum in Zollikofen BE. 

Viele Ängste

Für Österreich war es keine leichte Entscheidung, der EU beizutreten, denn überwogen die Befürchtungen, die Agrarpolitik könnte Schaden tragen, so Sinabell weiter. Es stellten sich Fragen wie:

  • Wird sich das deutlich tiefere Einkommen der Nachbarländer wie z. B. in Ungarn negativ auf das österreichische Einkommen auswirken? 
  • Wird Österreich von billigen, qualitativ minderen Lebensmittelimporten überschwemmt werden?
  • Beschleunigt sich der Strukturwandel und gehen Arbeitsplätze verloren?
  • Beschleunigt sich die Armut auf dem Land?

«Anfänglich, zirka ein halbes Jahr nach dem EU-Beitritt, wurde Österreich tatsächlich von Lebensmittelimporten überschwemmt», erzählt Franz Sinabell. Doch entspannte sich die Situation wieder, denn das Volk bevorzugte lieber einheimische, qualitativ bessere, aber teure Lebensmittel. Der Strukturwandel vollzog sich langsamer als befürchtet, in der Lebensmittelbranche gab es nur während der Anpassungsphase einen Arbeitskräfteverlust.

Landwirtschaftliche Produktion ist gestiegen

Heute kann Österreich im Vergleich zu den 1990-er Jahren eine höhere landwirtschaftliche Produktion nachweisen. Vor allem ist die Bioproduktion angestiegen. Gleichwohl sind die Preise um etwa einen Drittel zurückgegangen und der Nahrungsmittelexport ist um das sechsfache gestiegen. Das Einkommen ist wider Befürchtung auf dem gleichen Niveau geblieben. Die Qualitätsstandards sowie die Umweltqualität, vor allem die Wasserqualität verbesserte sich. Die Armut im Land blieb aus, denn wo Nahrungsmittel produziert werden, nimmt die Beschäftigung zu. 

Ängste wurden nicht bestätigt

«Unsere anfänglichen Befürchtungen sind nicht eingetreten und wir konnten nur positive Auswirkungen für Österreich feststellen», so Sinabell. «Würde die Schweiz ihre Grenzen im Lebensmittelsektor öffnen, würden Vorteile entstehen, von denen wir in Österreich nur träumen könnten.» Aktuelle Marktbarrieren würden die Wertschöpfung in der Schweizer Lebensmittelindustrie nur hindern. 

Katrin Erfurt

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