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Eringerkühe: Kampf um Erhalt der Rasse

Immer weniger Eringerkühe grasen und kämpfen im Wallis. Denn obschon die schwarzen, kräftig gebauten Tiere dank der Königinnen-Kämpfe zuweilen landesweit im Schaufenster stehen, werden sie kaum ausserhalb des Kantons exportiert.


von sda
Publiziert: 23.04.2019 / 07:36

Blaise Maître macht sich Sorgen. Er ist für das Herdenbuch verantwortlich, den Stammbaum der Kühe. Er hat festgestellt, dass der Bestand der Eringerkühe langsam abnimmt.

Interesse im Oberwallis

2013 waren 6707 Kühe und Jungvieh im Register aufgeführt. Im vergangenen Jahr waren es noch 6078. Das bedeutet einen Rückgang um ungefähr ein Zehntel. Schrumpfe ein Bestand derart, bestehe das Risiko, dass die Art ganz aussterbe, sagte Maître, der beim kantonalen Amt für Viehwirtschaft arbeitet.

Am stärksten ist der Rückgang im Zentralwallis, dem Herzen des Stammgebietes der Eringer-Rasse. Erklären lässt er sich mit der kleiner werdenden Zahl von Züchtern, fehlenden Weideflächen für die Herden und steigende Anforderungen für die Haltung von Vieh.

Rund ein Viertel der Eringerkühen lebt im deutschsprachigen Oberwallis, wo das Interesse an den Kampfkühen in den siebziger und achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wuchs. Von den neunziger Jahren an fanden die gedrungen gebauten Kühe im dunklen Fell auch in den Kantonen Waadt und Bern Anhänger.

Fleisch und Milch

Die Züchter halten die Tiere um die Rasse und das Erbe zu erhalten und vor allem, um sie im Ring kämpfen zu lassen. Um den Schwund des Bestandes zu stoppen, plädiert Maître dafür, die Rasse in der "Üsserschwiz" zu propagieren. Derselben Ansicht ist Dominik Pfammatter, Präsident des Schweizerischen Eringerzuchtverbandes.

Pfammatter glaubt an das Potenzial des Fleisches der Eringerrasse. "Wir sind in Kontakt mit einem Züchter in Solothurn, der mit diesem Ziel einen Bestand aufbauen will", sagt er.

Die besten Milchlieferantinnen unter den Eringerkühen könnten über 5000 Liter im Jahr produzieren, sagt seinerseits Maître. Je nach Fütterung und Rasse liefern andere Kuhrassen allerdings deutlich mehr Milch in die Kanne.

300 Kämpferinnen im Ring

In den Medien präsent und im nationalen Schaufenster stehen die Eringerkühe jeweils, wenn das nationale Finale der Kuhkämpfe über die Bühne geht - auch wenn kritische Stimmen finden, Kämpfe im Ring statt auf der Weide wirkten nachgemacht. Heuer werden die Finalkämpfe am Wochenende vom 4. und 5. Mai ausgetragen.

Im Ring in Aproz VS werden sich ungefähr 300 Kühe mit den Hörnern messen. Rund 500 Freiwillige sind für die Durchführung der Kuhkämpfe im Einsatz. Dem Endkampf wohnen in der Regel um die 10'000 Zuschauerinnen und Zuschauer bei.

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