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«Eine sehr artgerechte Form der Aufzucht»

Noch lassen erst wenige Milchbauern ihre Kälber von Kühen säugen. Das könnte sich in Zukunft ändern, sagt Claudia Schneider, Agronomin am Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), im Interview.


LID: Wie verbreitet ist die mutter- und ammengebundene Kälberaufzucht in der Milchviehhaltung?

Claudia Schneider: Sie ist noch nicht sehr verbreitet. Es sind nur einige Betriebe, ich schätze zwischen 20 bis 30 in der Schweiz.

Was sind die Vorteile?

Es ist eine sehr artgerechte Form der Kälberaufzucht: Die Kälber können sich am Euter ernähren und die Kühe dürfen als Säugetiere maternales Verhalten ausüben. Die natürliche Bindung zwischen Kalb und Kuh wird nicht unterbunden. Die Kälber sind dadurch vital und frohwüchsig. Gegenseitiges Besaugen, wie es in der traditionellen Aufzucht vorkommt, tritt praktisch nicht mehr auf.

Warum stellen nicht mehr Bauern angesichts dieser Vorteile auf die mutter- und ammengebundene Kälberaufzucht um?

Da gibt es sicher eine gewisse Hemmschwelle, weil es etwas ganz Neues ist, dass man gleichzeitig Kälber säugen lässt und melkt. Bisher hatte man entweder Milch- oder Mutterkühe und da ist dieses System erstmal schwer vorstellbar. Und es braucht auch einige Voraussetzungen, damit die mutter- und ammengebundene Kälberaufzucht etabliert werden kann, zum Beispiel bei den Stallgebäuden. Es braucht einen Platz, wo das Säugen stattfinden kann.

In der traditionellen Kälberaufzucht sind Durchfall und Atemwegserkrankungen verbreitet, was zu einer erhöhten Sterblichkeit führt. Bauern, die ihre Kälber säugen lassen, sagen, dass die Kälber gesünder seien. Was sagt die Wissenschaft dazu?

Eine Untersuchung am Thünen-Institut in Trenthorst (D) mit rein muttergebundener Kälberaufzucht zeigte auf dem dortigen Versuchsbetrieb keine Unterschiede zu Kälbern, die am Tränkeautomaten saugten. Im Moment wird aber an der ETH Zürich eine Doktorarbeit geschrieben, wo der Gesundheitszustand von traditionell mit mutter- und ammengebunden aufgezogenen Kälber auf mehreren Betrieben verglichen wird.

Wird die mutter- und ammengebundene Kälberaufzucht in der Zukunft an Stellenwert gewinnen?

Ich denke schon, weil sie dem Tierwohl dient und auch arbeitswirtschaftlich interessant ist. Arbeiten wie Milch wärmen, Milch herumtragen und Nuckeleimer waschen entfallen ganz.
Laut Milchhygieneverordnung darf nur Milch abgeliefert werden, wenn deren Gehalt unverändert ist. Wenn die Kälber aber gesäugt werden, kann der Milchfettgehalt vom üblichen Wert abweichen. Darf die Milch von säugenden Kühen dennoch abgeliefert werden?
Die Bauern liefern alle ihre Milch ab, auch weil nur ein Teil der Kühe in der Herde am Säugen ist. Aber es ist richtig, dass Interpretationsspielräume bestehen. Wir sind hier am FiBl daran, hier ein abschliessende Klärung zu erreichen, damit Betriebe, die diese Kälberaufzucht praktizieren, keine Probleme bekommen.

Interview Michael Wahl, lid

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