Haben Sie noch kein Abo der BauernZeitung?
Ein Produkt auswählen und bestellen

Sie sind bereits BauernZeitungs-Abonnent - haben aber noch kein Online-Login?
Die sofortige Freischaltung anfordern

Haben Sie Ihr Passwort vergessen?
Passwort vergessen

Haben Sie Fragen?
Infohotline: 031 958 33 33
Montag bis Freitag 8:00 - 17:00 Uhr

Haben Sie noch kein Abo der BauernZeitung?
Ein Produkt auswählen und bestellen

Sie sind bereits BauernZeitungs-Abonnent - haben aber noch kein Online-Login?
Die sofortige Freischaltung anfordern

Haben Sie Ihr Passwort vergessen?
Passwort vergessen

Haben Sie Fragen?
Infohotline: 031 958 33 33
Montag bis Freitag 8:00 - 17:00 Uhr

Eine Hommage an die vergessene Bedeutung der Taschentücher

Heute sind Taschentücher aus Papier, ein Alltagsutensil: Sie werden benutzt und weggeworfen. Eine schöne Ausstellung im Museum Appenzell erinnert an ihre Bedeutung, als sie noch aus Stoff und kostbar waren.


von sda
Publiziert: 05.07.2019 / 10:50

Die Ausstellung beginnt im Parterre des Museums mit Auslagen von Taschentüchern, wie sie früher in Schaufenstern von Geschäften präsentiert wurden. Zu sehen sind sie in allen möglichen Farben und Designs. Der Zeitgeist der 1950-er und 1960-er Jahre lässt sich unschwer herauslesen.

Im ersten Stock geht es um die Zeit, als in die Stoffquadrate noch nicht profan hineingeschneuzt wurde. Taschentücher waren luxuriöse Zierstücke, sorgfältig ausgewähltes modisches Beiwerk - eigentliche Kostbarkeiten. In den 1870-er Jahren bewahrten Damen das parfümierte Tüchlein im Dekolleté oder im Ärmel auf.

Zentrale Rolle der Frauen

Der Ort der Ausstellung ist kein Zufall: Appenzell war ab 1920 ein wirtschaftliches Zentrum für die Herstellung und Veredelung von Taschentüchern. Aus kleinen Betrieben entwickelten sich eigentliche Taschentuchfabriken mit zahlreichen Arbeitsplätzen und Exporten in alle Welt. Unter anderem liessen die Unternehmen bei der Firma Jura extra schwere Bügeleisen herstellen, damit die Tüchlein effizient gebügelt werden konnten.

Die Rolle der Frauen war bei Produktion und Verkauf zentral: Die sogenannten Ferggerinnen arbeiteten zum Teil direkt mit den Agenten von grossen Pariser Kaufhäusern zusammen. Sie nahmen Aufträge entgegen und garantierten für deren Qualität. Die Stickarbeiten gaben sie dann an Heimarbeiterinnen weiter.

Die noch aus der Hochblüte der Stickereizeit stammende Fingerfertigkeit der Appenzellerinnen mit der Nadel erwies sich als entscheidender Standortvorteil. Sie versahen die feinen Stoffe mit verschlungenen Monogrammen, kunstvollen Blumenmotiven, oder fertigten als Rouliererinnen Rollsäume an.

Kreative Entwürfe

Kreativität war dabei stets gefragt. Bei bedruckten Taschentüchern verlangten die Kundinnen und Kunden immer wieder neue Entwürfe. In der Ausstellung zu sehen sind etwa Musterbücher der Firma Huber-Lehner AG ab den 1950-er Jahren. Jeden Frühling und Herbst wurden neue Kollektionen kreiert. Sujets, Muster und Farben richteten sich jeweils nach der neuesten Mode.

Die Blütezeit der Taschentücher dauerte ein paar Jahrzehnte und ist längst vorbei. Die Ausstellung lässt nun diese vergangene Zeit wieder aufleben. Sie dauert noch bis zum 3. November.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Museums Appenzell

Werbung
Werbung
War dieser Artikel lesenswert?
Kommentare (0)
Kommentar erfassen
Ausflugtipp: Wo findet man das beste Echo?
Wie kam das Echo in den Berg? Was hat das erste Ultraschall-Bild eines Babys mit dem Echo zu tun? Oder wo findet man das beste Echo? Die Ausstellung «Echo» im Alpinen Museum in Bern gibt Antworten zum Hören auf diese Fragen.
Artikel lesen
Jeder von uns hat bestimmt auf einer Wanderung oder beim Heuen einmal einen Juchzer ausgestossen, der als Echo zurückkam. Musikalisches Klangerlebnis Aber wer kennt das sechsfache Echo der Toralp im Muotatal SZ oder das Wanderecho vom Creux du Van im Neuenburger Jura? Der Klangkünstler Christian Zehnder hat diese und weitere Echos aufgezeichnet und sie zu einem musikalischen Klangerlebnis fürs ...
Werbung
Werbung
Werbung
Leser-Schnappschüsse Weitere Schnappschüsse Senden Sie uns Ihre Schnappschüsse!