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Digitalisierung: Mit der App auf dem Acker

Schweizer Landwirtinnen und Landwirten ist es ein Dorn im Augen, dass sie immer mehr adminstrative Arbeiten vornehmen müssen. Oft müssen dieselben Daten mehrfach eingegeben werden. Mit der Plattform Barto soll sich dies ändern.


von lid
Publiziert: 11.11.2019 / 10:55
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Mit der neuen Online-Plattform erhalte die Schweizer Landwirtschaft ein Werkzeug in die Hand, um die Herausforderungen der Zukunft erfolgreich zu meistern, sagte Barto-Verwaltungsratspräsident Christian Schönbächler diese Woche an einer Medienkonferenz zur Lancierung von "Barto powered by 364FarmNet" in Bern. Digitalisierung werde nicht die Lösung aller Probleme sein, aber einen entscheidenden Beitrag zur langfristigen Sicherung der Konkurrenzfähigkeit der Schweizer Landwirtschaft leisten.

Weniger administrative Arbeit

Konkret soll Barto es ermöglichen, den Aufwand für administrative Aufgaben zu verringern und alle Daten, die auf einem Betrieb entstehen, auch für Planungs- und Managementaufgaben zu nutzen.

Aus Kosten- und Zeitgründen hat sich die Barto AG dafür entschieden, auf einer bestehenden Smart-Farming-Lösung aufzusetzen. Dabei überzeugte laut Schönbächler "365FarmNet" am meisten. Die Plattform musste jedoch auf Schweizer Verhältnisse zugeschnitten werden.

"Oberstes Gebot ist, dass die Datenhoheit bei den Landwirten liegt", erklärte Schönbächler weiter. Die Landwirtin oder der Landwirt entscheidet alleine, was mit den Daten geschieht und wie sie verwendet werden sollen. "Ohne diese Erlaubnis erhält niemand die Daten", betonte der VR-Präsident.

SBV als Gast im VR

Aktionäre der Barto AG sind Fenaco, Identitas, Agridea, Swissherdbook, Swissgenetics, Braunvieh Schweiz, Holstein Switzerland, Mutterkuh Schweiz sowie die Schweizer Milchproduzenten. Neu als Gast im Verwaltungsrat vertreten ist der Schweizer Bauernverband.

 

Ab sofort ist der Feldkalender verfügbar

Jürg Guggisberg, Geschäftsführer der Barto AG, ging konkret auf das neue Tool ein. So stehen den Usern ab sofort die Grundfunktionen von "365FarmNet" zur Verfügung. "Sie erlauben das Führen des Feldkalenders für das Erntejahr 2020", so Guggisberg. Die Grundfunktionen umfassen das Parzellenverzeichnis, die Schweizer Stammdaten und das Dokumentieren der Arbeiten auf den Bewirtschaftungsparzellen. Je nach Kanton ist das Übernehmen der Parzellenumrisse mehr oder weniger aufwändig. Für den Schweizer Markt wurden die Schweizer Kulturen- und Sortenliste, eine Liste mit den Schweizer Düngemitteln und das Verzeichnis der in der Schweiz bewilligten Pflanzenschutzmittel hinterlegt. Dieses werde mehrmals jährlich angepasst, so Guggisberg.

Die erwähnten Grundfunktionen sind kostenlos nutzbar. In einem "Bausteinshop" können weitere Funktionen als "Bausteine" lizenziert werden. Aktuell sind die kostenlosen Bausteine "Michelin Agropressure" und "Claas Telematics" verfügbar, ab Mitte Dezember sollen weitere - kostenpflichtige - hinzukommen.

Ebenfalls vorhanden ist eine App. Sie ist für Android und iOS verfügbar. Derzeit ist noch keine Synchronisation mit der Web-Plattform möglich, geplant ist diese fürs 1. Quartal 2020.

Grosses Bedürfnis

"Wir erhoffen uns durch die Digitalisierung eine Reduktion der Mehrfacherfassung derselben Daten und eine Automatisierung der Datenerfassung, insbesondere beim Feldkalender", sprach Marc Grüter seine Erwartungen aus. Er führt zusammen mit seiner Familie im luzernischen St. Urban einen Bio-Betrieb. Der Feldkalender von "365FarmNet" erleichtere die Prozesse im Betrieb. Familie Grüter hat damit Erfahrung, denn sie nutzt die deutsche Variante der Plattform bereits seit 4 Jahren. Die Mitarbeitenden hätten zum Beispiel über die App jederzeit den Überblick über die zu bearbeitende Parzelle. Und die Daten seien bei regelmässiger Dokumentation stehts auf dem neuesten Stand. "Damit reduzieren wird den Papierkrieg im Büro deutlich", so Grüter.

Dass das Vermeiden von mehrfacher Erfassung ein- und derselben Daten ein Hauptanliegen der Bäuerinnen und Bauern ist, bestätigte Dominique Savary, Verwaltungsrat von Swissgenetics, einem der Barto-Aktionäre. "Betriebsleiter erwarten, dass Daten nur einmal erfasst werden müssen. Sie wollen sich mit einem einzigen Portal verbinden", so Savary.

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