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Die Rübenkampagne 2019 dauert bis 2020

Das Werk in Frauenfeld erreicht seine Kapazität nicht. Die Rübenanfuhr zieht sich über die Festtage hinaus.


Die diesjährige Zuckerrübenkampagne wird im Werk Frauenfeld zum ersten Mal erst Anfang des neuen Jahres abgeschlossen. Dies war eine der vielen Informationen, die rund 120 Rübenpflanzer aus der Region am Dienstagabend in Schaffhausen an einer von mehreren Informationsveranstaltungen erhielten.

Schwerer Start und grosse Schwankungen

Fabian Brühwiler von der Transportorganisation Frauenfeld sprach von einer sehr gut verlaufenen Planungs- und Vorbereitungsphase und von einem eher holprigen Start der diesjährigen Kampagne mit Störungen im Werk Frauenfeld. Zudem waren bis anfangs November grosse Ertragsschwankungen zu verzeichnen. Dies führt nun zu einer Verlängerung der Kampagne, welche auch eine Anfuhr über die Festtage hinweg nötig macht. «Die Anfuhrplanung wurde überarbeitet und kommuniziert. Sie läuft mindestens bis zum 3. Januar», führte Fabian Brühwiler aus.

Leistungsziel nicht erreicht

Die Planung der Kampagne erfolgt jeweils aufgrund der Daten von drei Proberodungen. 2019 starteten diese Rodungen im Vergleich mit den Vorjahren eher verhalten. Nach der dritten Bohrung lag die zu erwartende Ernte zwischen jener von 2017 und 2018. Der aussergewöhnliche Zuwachs zwischen den Probebohrungen und der Ernte übertraf die üblichen Erfahrungen deutlich.

Tagesleistung nur selten erreicht

Dennoch, die Tagesleistung von 9600 Tonnen konnte laut Peter Imhof, der bei der Schweizer Zucker AG für das Rübenmanagement zuständig ist, nur an wenigen Tagen erreicht werden. Bei optimalen Bedingungen können im Werk Frauenfeld rund 400 Tonnen Rüben pro Stunde verarbeitet werden. Und auch aktuell wird diese optimale Menge nicht ganz erreicht. Deshalb wird eine Verlängerung der Kampagne nötig.

Wohin geht die Reise?

Die Schweizer Zuckerwirtschaft leidet unter den eher tiefen Weltmarkt-Zuckerpreisen und steht auch anbautechnisch vor grossen Herausforderungen. Deshalb wurde mit der Überschrift «Zuckerrübenanbau – wohin führt die Reise» zur Informationsveranstaltung eingeladen. «Die Reise der Schweizer Zuckerwirtschaft geht dorthin, wo sie die Politik hinführt, und hängt dabei auch von der Anbaubereitschaft der Bauern ab», hielt Kurt Müller vom Vorstand des Schweizerischen Verband der Zuckerrübenpflanzer fest. «Die Preisbildung für den Zuckerpreis in der Schweiz hängt vom Weltmarktpreis ab», sagte auch Josef Meyer, der Präsident der Schweizer Rübenproduzenten. Dazu kämen die EU-Prämie, Grenzabgaben und die Swissnessprämie hinzu. Eine etwas geringere Weltproduktion würden gewisse Hoffnungen für leicht steigende Preise aufkommen lassen.

Politische Verankerung

Josef Meyer äusserte sich zudem zur Betriebswirtschaftsstudie Zucker, welche auch im Auftrag des Bundes erstellt wurde. Diese zeigt deutlich, dass aus wirtschaftlicher Gesamtsicht an beiden Werken festgehalten werden soll. Die Studie macht aber auch Empfehlungen. «Die Optimierungsmassnahmen sind umzusetzen und das inländische Rübenvolumen ist auf 1,4 Millionen Tonnen abzusichern», sagte Meyer. Mittelfristig solle eine Stützung des Schweizer Zuckers politisch verankert werden.

Blick auf das Rübenjahr

Der zurücktretende Andreas Bertschi von der Fachstelle Beratung blickte auf das Anbaujahr zurück. «Ein warmer Mai begünstigt den Zuckergehalt», so Bertschi. Dies bestätigen die aktuellen Zuckergehalte. «Die Zuckermenge in der Rübe bleibt gleich, sinkt aber bei einem sehr starken Wachstum im Herbst prozentual», so Bertschi. Zudem liegen erste Erfahrungen mit den Conviso-Smart-Rüben vor. Diese verlangt bezüglich der Schosserrüben eine strikte Feldhygiene. Es gilt konsequent zu verhindern, dass Conviso-Smart-Rüben Samen bilden. Die Botschaft von Bertschi an die Rübenbauern war deshalb klar. Alle Schosser sind im Rübenfeld konsequent auszureissen und in Folgejahren durchgewachsene Rüben sind sofort von Hand zu entfernen.

Kühlere Temperaturen dämpfen Cercospora

Im kommenden Frühling wird der Zürcher Oberländer Luzi Schneider Bertschis Nachfolge antreten. Schneider präsentierte erste Ergebnisse seiner Masterarbeit über die Pilzkrankheit Cercospora. «Wir stellten einen tieferen Krankheitsdruck als im Vorjahr fest. Wir führen dies auf die kühleren Temperaturen im Mai zurück. Diese führten zu einem deutlich späteren Reihenschluss.» Entsprechend sind die ersten Flecken später als üblich gefunden worden und es war eine langsame Entwicklung zu verzeichnen. Der schöne September sorgte aber für eine leichte Zunahme gegen Ende der Vegetation. Dagegen kann laut Bertschi mit der Sortenwahl präventiv etwas erreicht werden, indem man auf tolerantere Sorten, wie beispielsweise die neu zugelassene Tesla, setzt.

Kritik an Rübeneinfuhr

Die Schweizer Rübenbauern stehen der Einfuhr von Rüben aus den Nachbarländern kritisch gegenüber. In der abschliessenden Fragerunde erinnerte Peter Imhof von Schweizer Zucker daran, dass die Schweiz 350'000 Tonnen Zucker im Jahr benötigt, aber nur 212'000 Tonnen selber produziert. Dem hielten die Rübenprodu­zenten entgegen: «Wir haben Schweizer Fabriken für Schweizer ­Rüben. Wenn wir die Rüben produzieren, haben wir diese ­Importrüben nicht nötig», lautete ihre Botschaft. Die eingeführten Rüben seien wohl billiger, aber die Transportkosten seien höher. Aus diesen Rüben würden rund 20'000 Tonnen Zucker produziert.

Kritik am Bonus-Malus-System

Die in der Diskussion steckende Überarbeitung des Bonus-Malus-Systems für den Zuckergehalt stärkt eher Rüben mit einem tiefen Zuckergehalt und behandelt solche mit einem hohen Zuckeranteil eher etwas schlechter. Das löste besonders bei den Schaffhauser Produzenten in einer Region mit sehr hohen Zuckerwerten eine gewisse Ablehnung aus. 

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