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Die Landwirtschaft muss sich total verändern

100 Jahre landwirtschaftliche Bildung Baselland wurden an der Ebenrain-Nacht gefeiert. Der Blick zurück aber auch derjenige in die Zukunft durfte dabei nicht fehlen.


von Benildis Bentolila
Publiziert: 29.10.2019 / 07:36
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Einladungen für eine Nacht versprechen viel, denn eine Nacht ist lang, eine Nacht deckt so manches Hässliche, das im Tageslicht sichtbar ist, zu, und eine Nacht verspricht hohes Divertimento. Das Ebenrain-Zentrum für Landwirtschaft, Natur und Ernährung hatte zum Anlass 100 Jahre landwirtschaftliche Bildung Baselland am Samstag der vorletzten Woche ehemalige Schülerinnen, Schüler und Lehrpersonen sowie ­Behördenmitglieder zur Ebenrain-Nacht eingeladen. Sie kamen in Scharen, die Fans. Nach dem Apéro im Speisesaal verschob sich die Gesellschaft in die Aula, wo fünf Männer Referate hielten. Das tönt langweilig, war es aber nicht, weil hin und her gewechselt wurde zwischen früher und heute und der Zukunft. Den ganzen Festakt umrahmte die Ebenrai- Musik unter der Leitung von Thomas Schneider.

Druck auf Bauern steigt

Der Dienststellenleiter Lukas Kilcher interviewte die alte Dame Landwirtschaftsschule, fragte sie aus über Änderungen, Konstanten, Verbesserungen. Regierungsrat Thomas Weber weiss, dass Bauernfamilien sich heutzutage für alles rechtfertigen müssen; der Druck auf die Produzenten steige. Die landwirtschaftliche Ausbildung habe unter anderem das Ziel aufzuzeigen, wie Landwirte und Bäuerinnen nicht der Öffentlichkeit ausgeliefert werden. «Jeder und jede braucht wohl im Leben einmal einen Arzt, einen Therapeuten», hielt er fest. «Aber wer überleben will, braucht dreimal täglich einen Bauern!»

«Die Landwirtschaft wird und muss sich total verändern.»

Alfred Buess, Landwirtschaftlicher Forschungsrat

Illusionen nähren

Peter Moser, assoziierter Forscher Archiv für Agrargeschichte und zusammen mit Lukas Kilcher Autor des Buchs Zukunft säen – 100 Jahre landwirtschaftliche Bildung Baselland, verriet, er als Historiker tue sich schwer mit Jubiläen. Wir würden glauben zu wissen, wie es gewesen sei und warum. Dabei nähre jedes Buch Illusionen. Geschichtsdarstellung müsse das Ziel haben, die Vergangenheit lebendig zu machen, denn sie bleibe ein offener Prozess. Dietrich Bögli, Leiter Bildung und Beratung am Ebenrain, holte mit seinen Darstellungen zu Bildung am Ebenrain heute die Gedanken zurück in die Gegenwart.

Miteinander nötig

«Ausgerechnet ich als alter Chlaus soll über die Zukunft der Bildung reden», lachte Alfred Buess, ehemaliger Direktor der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL), und Landwirtschaftlicher Forschungsrat. Er sagte unaufgeregt, die Landwirtschaft werde und müsse sich total verändern. Bauern und Nichtbauern müssten und würden ­zukünftig mehr miteinander als gegeneinander arbeiten. Es müssten Modelle gefunden werden für den Umgang miteinander im gegenseitigen Verständnis. Nur so seien die zukünftigen grossen Probleme zu lösen. Seine Vorstellung vom Miteinander ist unspektakulär und seine Wegbeschreibung dorthin macht Hoffnung, dass diese gemeinsame Verbundenheit möglich ist. Seine Ausführungen hinterliessen Eindruck bei den Gästen, die ihm grossmehrheitlich zustimmten.

Kulinarische Köstlichkeiten

Die Gesellschaft verschob sich anschliessend zurück in die oberen Gefilde, wo kleine Beizli zu köstlichen Snacks einluden wie Raclette, Gemüserisotto, Burgers und, wie könnte es anders sein, zu verlockenden Süssigkeiten der Bäuerinnen und Landfrauen. Der Verein Ehemalige Ebenrain hatte sein Raclettestübli unter das Motto 100 Jahre landwirtschaftliche Bildung Baselland – 118 Jahre Ehemalige Ebenrain – Die Ehemaligen legten den Grundstein gestellt.

Ein Männerverein

Der Abend rückte gegen halb elf Uhr seinem Höhepunkt entgegen. Nachdem sich alle wieder in der Aula versammelt hatten, klemmten sich die Starkomiker Matthias Hofer und Robert Wenger, beide ehemalige Lehrer und Schulleiter, in halblangen mittelblauen Schürzen in eine alte Schülerbank. Eine Stunde lang erzählten sie in Versform von früher, als die landwirtschaftliche Schule ein reiner Männerverein war. Wie langsam Frauen als Lehrpersonen und Schülerinnen dazu kamen, sodass sich am Ebenrain oft Situationen wie bei «Bauer, ledig, sucht …» entwickelten. Ihre kurzweiligen Erzählungen untermalten sie mit alten und uralten Bildern, die das Schüler- und Lehrerleben über rund hundert Jahre zeigten. Es war eine geistreiche, muntere Schau, die das Publikum hörbar genoss. Die Aula bebte vor Lachen. Nach diesem Abschluss des offiziellen Teils war es erst Mitternacht und die Nacht dauerte an. Für viele bis in die Morgenstunden. Gefeiert wurden die Ahnen, welche die Grundsteine, auf beschwerliche Weise, für die landwirtschaftliche Bildung gelegt hatten, mit einer wunderbaren Nacht.

 

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