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Die Fruchtfolge überbetrieblich optimieren

Betriebe sind oft am Anschlag: Zu viele Nährstoffe, zu kleine Fläche, zu hohe Hackfrucht- oder Getreideanteile, zu wenig Ökoausgleich. Eine Zusammenarbeit mit anderen Betrieben im ÖLN bietet sich an, muss aber gut überlegt werden. Wir stellen drei Beispiele vor.


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Beispiel 1: Ackerbauer Zumsteg und Mutterkuhhalter Müller

Der Ackerbauer Martin Zumsteg steht mit seinem Getreideanteil an, könnte aber eigentlich noch mehr Getreide verkaufen. Auch beim Raps würde er gerne die Fläche vergrössern. Ausserdem macht er Mais und Kunstwiese, beides liefert er meist an Urs Müller. Der Mutterkuhhalter Müller möchte im Futterbau intensivieren.

Mit den Nährstoffen läuft er am Limit, nicht zuletzt wegen des mit über 30 Prozent doch stattlichem Anteils Biodiversitätsförderflächen. Mist liefert er an Zumsteg sowie an einige weitere Betriebe. Darüber hinaus kann er das Futter von Zumsteg gut gebrauchen. Auch das Stroh übernimmt Müller, der für seinen Tiefstreustall einen hohen Verbrauch hat. 

Der Berater von der Liebegg, Christoph Beyeler, hat einen Mustervertrag mitgebracht, "Überbetriebliche Erfüllung des Ökologischen Leistungsnachweises" nennt sich dieser. Er beschreibt, wie Betriebe innerhalb des ÖLN vertraglich geregelt zusammenarbeiten können. Grob gibt es zwei Möglichkeiten:

- Die Betriebe erfüllen den gesamten ÖLN gemeinsam.

- Die Betriebe erfüllen nur Teile des ÖLN gemeinsam. Hier gibt es drei Varianten (siehe Box unten).

Für Zumsteg und Müller ist klar, dass sie nicht den gesamten ÖLN überbetrieblich erfüllen wollen. Hauptsächlich geht es darum, die Flächen zusammenzulegen. Das gibt Zumsteg die Möglichkeit, den Getreideanteil hochzuhalten, und Müller kann im Futterbau intensivieren. «Das würde für die Variante mit der gemeinsamen Fruchtfolge sprechen», schlussfolgert der Berater.

Beispiel 2: Hackfruchtbetrieb mit Milchkühen (Daniel Marolf) mit einem getreidelastigen Betrieb mit Mutterkühen (ÖLN-Gemeinschaft)

Daniel Marolf hat die Zusammenarbeit mit anderen Betrieben 2005 aufgenommen, als er gleichzeitig sein Zuckerrüben- und das Milchkontingent stark erhöhen konnte. Die Fläche von 30 Hektaren blieb jedoch dieselbe. Marolf entschied sich, fortan auf Getreide und Raps zu verzichten und sich komplett auf Zuckerrüben, Kartoffeln und die Milchwirtschaft zu konzentrieren. Das Problem war natürlich, dass mit seinem grossen Hackfruchtanteil keine sinnvolle Fruchtfolge mehr gestaltet werden konnte.

Einerseits entschied sich der Landwirt für eine ÖLN-Gemeinschaft. «Das hatte vor allem zwei Vorteile: Erstens zählt der Hackfruchtanteil nun auf die gesamten 65 Hektaren der ÖLN-Gemeinschaft und zweitens habe ich einen langfristigen Partner für den Landabtausch.» Und andererseits begann Marolf, aus­serhalb der ÖLN-Gemeinschaft mit weiteren Landwirten lose Land abzutauschen. Abgerechnet wird nach ART-Tarifen und den in den landwirtschaftlichen Medien publizierten Zahlen für das Gras.

Und welcher Typ Mensch eignet sich für eine solche Zusammenarbeit? «Es ist ein Geben und Nehmen», stellt Marolf klar. «Man darf nicht immer so genau schauen, wegen zehn Aren mehr oder weniger macht man kein Büro auf.» Es sei aber sicher am Hackfruchtbetrieb, die Initiative zu ergreifen, da Getreidebetriebe meist weniger Probleme hätten. Zunehmend seien aber auch Rapsproduzenten auf der Suche nach Fläche. Neid bringe nichts. «Es macht Freude, wenn die anderen auf meinen Flächen einen tollen Ertrag erwirtschaften», erzählt Marolf.

Beispiel 3: Ackerbauer Hanspeter Käser und Milchvieh-/Ackerbaubetrieb Stefan Käser

Stefan Käser und Hanspeter Käser haben 2014 ihre Ackerflächen zu einer achtjährigen Fruchtfolge zusammengelegt. Stefan Käsers Betrieb mit 65 Milchkühen und 60 Stück Jungvieh ist futterbauintensiv: Kunst- wiese und Mais sowie Weizen zur Abwechslung. Der zweite Betrieb bringt insbesondere Raps in die Fruchtfolge. «Im intensiven Rapsanbau lohnt es sich zunehmend, die im ÖLN geforderten Anbaupausen zu verlängern.»

Insgesamt befinden sich 22 ha in der Fruchtfolgegemeinschaft, 14 ha vom gemischten Betrieb, 8 ha vom Ackerbaubetrieb. Die rund ums Dorf recht verstreuten Parzellen wurden zu Schlägen von 2,5 bis 3 ha zusammengefasst. Die Bewirtschaftung wird wie vorher durchgeführt, da die Mechanisierung auf beiden Betrieben vorhanden sei. «Ausserdem sind wir ein Ausbildungsbetrieb und möchten eine breite Palette an Arbeiten anbieten», erklärt Stefan Käser. Der überbetriebliche Einsatz von Maschinen sei allenfalls bei einem Neukauf ein Thema.

Nach den Vorteilen gefragt, sagt der Landwirt: «Dem reinen Ackerbaubetrieb hilft die Kunstwiese, die Bodenstruktur zu verbessern und bringt organische Substanz hinein.» Aber ihm sei der Raps in der Fruchtfolge auch Recht, «er lockert die Fruchtfolge und insbesondere meine Böden auf».

Katharina Scheuner

Mehr Informationen zu den drei Beispielen gibt es in der "grünen" Nummer 19 vom 17. September 2015

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