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Der Weihnachtsmarkt der Nächstenliebe

Die Marktteilnehmer am Weihnachtsmarkt in Schelten BE zahlen seit 20 Jahren keine Standgebühr, geben dafür aber zehn Prozent ihrer Einnahmen für einen guten Zweck ab.


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Die Advents- und Weihnachtszeitzeit, das Fest der Liebe und Nächstenliebe naht. Doch vielerorts dominieren Prunk, Glitzer und viel Kitsch. Nicht so am Weihnachtsmarkt vom ersten Adventswochenende im und rund um das Schulhaus Schelten, der nördlichsten Gemeinde des Kantons Bern. Der Markt findet bereits zum 20 Mal unter dem Motto «Licht für Mitmenschen» statt. Anstelle einer Standgebühr geben alle Marktteilnehmer, egal ob einheimisch oder Gastausteller, zehn Prozent vom Erlös an die Marktkasse ab. Daraus fliesst jährlich eine Spende an einen wohltätigen Zweck. So wurde schon an die Krebsliga, Spitalclowns, Stiftung Denk an mich, oder auch nach Unwetterkatastrophen in Schangnau oder Oey gespendet. 

Handgemacht muss es sein

Ausserdem sucht man in Schelten Kitsch vergebens. Es dürfen nur selbsthergestellte Produkte wie Backwaren, Handwerkskunst, Bastelarbeiten oder Weihnachtsgeschenke verkauft werden. Und die Palette an Produkten ist vielfältig. Das beweist der Tisch eindrücklich, den die Frauen und der Herr in der Runde für den Fototermin mit der BauernZeitung kurzerhand zusammenstellen. Ohne Hans-Ueli Bühlmann, dessen Mutter Margrit Bühlmann Mitbegründerin war, gehe rein gar nichts. Er sei immer zur Stelle, wenn irgendwo eine starke Hand oder auch nur eine Schraube gebraucht werde, geben die Frauen preis und lachen dabei. Sowieso wird in der Gesprächsrunde, um mehr über den Markt zu erfahren, viel gelacht. Es geht lebhaft zu und her. Fast alle Mitglieder der Gesellschaft konnten sich für das Gespräch Zeit nehmen. Nur Rita Husistein, Jacqueline Spahni und Thomas Hirsbrunner fehlen.

Viele bedürftige Menschen

Mit dabei sind hingegen zwei der Gründungsmitglieder, Rosmarie Jegerlehner und Susanne Aegerter. Erstere erinnert sich an die Anfänge zurück. Die Grundidee geht auf die Aktion Telethon zurück, eine Spendenveranstaltung der Stiftung Telethon, die Aktivitäten der Schweizerischen Stiftung für die Erforschung der Muskelkrankheiten (SSEM) finanziert und die in der französischsprachigen Schweiz sehr bekannt ist. Die Gründungsfrauen – nebst obig genannten, war auch Susi Guggisberg dabei– waren jedoch der Meinung, dass es auch noch andere bedürftige Menschen gebe. Die Idee entstand, mit einem Weihnachtsmarkt Spendengelder zu sammeln. So wurde 1999 die kulturelle Gesellschaft Schelten gegründet, welche die Hauptaufgabe hat, den Weihnachtsmarkt durchzuführen. Und dies tun die Bäuerinnen seitdem mit ihren Familien. Dabei steht der ursprüngliche Gedanke der Nächstenliebe immer noch im Zentrum. Doch der Aufwand, der von allen in Kauf genommen wird, ist gross. Trotzdem betont Anita Kunz: «Es ist eine gute Sache, wofür wir uns gerne einsetzen.» Es wird deutlich, wie viel Herzblut für den Markt eingesetzt wird. Zudem werde von Marktteilnehmern wie auch Besuchern der Spendengedanke und dass es nur selbsthergestellte Produkte gebe, enorm geschätzt. Regula Imperatori ergänzt: «Bis am Sonntagabend wird man mit allen Standbetreibern zu einer verschworenen Gemeinschaft.» Das bestätigt Nicole Josi. Die gebürtige Deutsche kam erst 2014 in die Gemeinde, sei aber von Beginn weg herzlich aufgenommen worden, erzählt sie.

Der Scheltener Weihnachtsmarkt hat sogar ein eigenes Gedicht:   

Versteigerung zum Jubiläum

Nicole Roos hat die anspruchsvolle Aufgabe, Gastteilnehmer zu suchen und die Standeinteilung zu machen. Der Spruch: Nach dem Markt ist vor dem Markt, trifft es bestens. Die erste von jährlich rund fünf Sitzungen findet bereits im Januar statt. Diese leitet Anita Kunz, sie ist auch die Vorsitzende der kulturellen Gesellschaft. In 20 Jahren verändert sich vieles. So auch der Weihnachtsmarkt in Schelten. «Wir sind besser geworden»; erzählt Mitgründerin Susanne Aegerter und strahlt übers ganze Gesicht. Die ersten zehn Jahre fand der Markt vor dem Restaurant Scheltenmühle und ohne Gastteilnehmer statt. Vor zehn Jahren dann der Wechsel zum Schulhaus Schelten, welches das Zentrum der 13 einsam gelegenen Häuser mit den 37 Einwohnern der Gemeinde bildet. Der Markt ist mit dem Dazukommen der Gastteilnehmer stetig gewachsen. Doch nun sei mit rund 30 Ständen die Grenze des verfügbaren Platzes auch für die Parkplatzsituation erreicht. Zum Jubiläum werden am Sonntagnachmittag Präsentkörbe und kleinere Gegenständer der Scheltener Bäuerinnen versteigert.

Weitere Informationen:  www.adventsmarkt-schelten.ch

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