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«Der Schweinezyklus lebt»

Andreas Johner zieht im Interview Bilanz über sein Jahr als Präsident ad interim der Suisseporcs und spricht über zukünftige Herausforderungen.


BauernZeitung: Sie blicken auf 10 Monate als Präsident a. i. der Suisseporcs zurück. Ist nach dem plötzlichen Abgang ihres Vorgängers Ulrich Feitknecht Ruhe eingekehrt bei der Suisseporcs?


Andreas Johner: Ja, das ist so.


War es bei der Bewältigung der internen Krise auch hilfreich, dass seit Ihrer Amtsübernahme die Schweinepreise ständig 
stiegen und die Schweinehalter wieder Geld verdient haben?

Die Spannungen innerhalb der Geschäftsführung der Suisseporcs hatten gar nichts mit dem Marktgeschehen zu tun.


2013 wurde drei Prozent weniger Schweinefleisch als 2012 produziert, dafür 200 Millionen Franken mehr in die Kassen der Schweinehalter gespült. Seit Jahresbeginn 2014 legen die Schweineschlachtungen bereits wieder vier Prozent zu. Lebt der Schweinezyklus? Prognosen sagen, die nächste Höchstproduktion auf den August 2015 voraus. Was sagen Sie dazu?

Solange die Schweinehalter in der Schweiz einen 
gewissen Selbstversorgungsgrad nicht überschreiten, haben sie auch keine Marktprobleme. Bei zunehmender Produktion steigt nicht nur die Arbeit, sondern auch die Probleme, und das Einkommen sinkt und sinkt. Es stimmt, die Schweineschlachtungen sind seit Anfang Jahr 
wieder gestiegen. Sobald der Sättigungsgrad erreicht wird, verursacht jedes zusätzliche Prozent weniger Ertrag.


Ab wie viel Prozent gibt es Probleme?

Früher, vor der teilweisen Öffnung der Agrarmärkte, hatten die Schweinehalter bei einer Selbstversorgung von 98 Prozent noch gute Schweinepreise. Heute, nach weiteren Grenzöffnungen, gibt es bei einem Selbstversorgungsgrad um die 90 Prozent herum gute Schweinepreise, ab 93 Prozent kommt der Preis unter Druck.


Wer macht den Schweinepreis?

Der Züchter, denn die Schweinemäster mästen so viel Schweine, wie von den Züchtern angeboten werden. Die Suisseporcs tätigte in der Vergangenheit bei einer steigenden Produktion Aufrufe an die Züchter, die Zucht nicht auszudehnen, sondern beispielsweise ältere Zuchtsauen abzuschieben und den Bestand zu verjüngen.


Nützten diese Aufrufe?

Diese Aufrufe werden sicher gehört, ob sie auch befolgt werden, steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Aber auch der Zuchtfortschritt trägt dazu bei, dass mit der gleichen Anzahl Mutterschweine mehr Ferkel produziert werden. Nicht vergessen darf man die Interessen der Futtermühlen und des Handels, die an einer grossen Produktion auch ihr Einkommen generie-ren. Die hohen Investitionskosten in Stallungen erlauben es nicht, wegen tiefer Schlachtpreise die Produktion einzustellen. Der Schweinezyklus lebt weiter, wahrscheinlich mit Betonung auf länger anhaltende Talfahrten!


Die Suisseporcs hat mit dem Schweinehandel eine einheitliche Waaggebühr ab dem 
31. März von einem Franken je Schwein beschlossen. Wird diese einheitliche Waaggebühr 
flächendeckend bei Schlachtschweinen und abgehenden Zuchtschweinen umgesetzt?

Seit dem 1. April verrechnen die Händler einen Franken Waaggebühr je Schlachtschwein, und das kommt so auf die Abrechnung, das funktioniert so viel ich weiss flächendeckend. Wenn das nicht der Fall sein sollte, muss der betroffene Schweineproduzent direkt bei seinem Händler reklamieren. Leider hält der Schweinehandel an der Waaggebühr von drei Franken je Zuchtsau fest, und das gefällt Suisseporcs nicht. Wir werden den Handel daran erinnern, dass auch Zuchtschweine unter die Gattung «Schwein»

fallen und deshalb die einheitliche Waaggebühr von einem Franken auch für die Zuchtschweine fordern.


Ferkel werden seit 2012 unter Narkose kastriert. Neu plant die Niederlande ab 2015 vollständig auf die Kastration zu verzichten. Kommt die Ebermast auch in  der Schweiz in Mode?

Unser Kastrationsprogramm mit Schmerzausschaltung hat sich seit 2012 bewährt, ist einzigartig auf der ganzen Welt und – wenn es richtig gehandhabt wird – vorbildlich im Sinne des Tierwohls. Ich glaube nicht, dass die Niederlande bereits nächstes Jahr so weit ist, dass sie die so genannten «Stinker» genetisch bestimmen und auch in der Schlachtkette ausscheiden können. Wenn Fleisch von Stinkern in den Konsum 
gelangen, ruiniert das den Ruf des Schweinefleischs. Der Beweis liegt darin, dass in allen Ländern mit Ebermast der Schweinefleischkonsum rückläufig ist. Oder wollen wir die Ebermast einführen mit getrennten Märkten und Preisen für Schlachtsauen und Eber? Ich denke nicht.


Interview Hans Rüssli

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