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Das FiBL gibt Tipps zur mutter- und ammengebundenen Kälberaufzucht

Ab Juli 2020 darf die Milch aus mutter- und ammengebundener Kälberaufzucht offiziell verkauft werden. Laut dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL sind für dieses Haltungssystem noch nicht alle praktischen Schwierigkeiten überwunden.


Mit der mutter- und ammengebundenen Kälberaufzucht ermögliche man den Tieren ein weitgehend natürliches Verhalten, schreibt das Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL in einer Medienmitteilung. «Wir erwarten, dass vermehrt Landwirte und Landwirtinnen ihre Kälber nach der Geburt nicht mehr von den Milchkühen trennen werden», wird Agnet Spengler Neff vom FiBL zitiert. 

Sympathisch, aber anspruchsvoll

Diese natürlichere Aufzuchtform sei sympathisch, tierfreundlich und von Konsumentinnen und Konsumenten gewünscht. Die mutter- und ammengebundene Kälberaufzucht stelle aber auch grosse Anforderungen an die Tierhaltenden:

  • Man muss die Tiere täglich beobachten
  • und das System situationsbezogen und tierindividuell flexibel anpassen, da die Tiere ganz unterschiedlich reagieren
  • Das Melken ist erschwert, da ein Teil der Milch im Euter zurückbehalten wird, während die Kuh säugt
  • Die Milchmengen- und Gewichtsmessungen sind oft ungenau
  • Die Milchmenge, die der Betrieb verkaufen kann, sinkt

Probleme bei der Milchkontrolle

Zu den noch ungelösten praktischen Problemen der mutter- oder ammengebunden Kälberaufzucht zählt das FiBL, dass Zuchtbetriebe für ihre säugenden Kühe bei den Milchkontrollen oft mehrere Monate lang geringere Milchmengen und andere Fettgehalte erhalten. 

Lautes Muhen von Kühen und Kälbern

Ausserdem setze man die Kälber meist bereits im Alter von einigen Wochen oder Monaten ab. Das ist vor dem natürlichen Absetzalter von acht bis elf Monaten. Das mache Kuh und Kalb «in einer ersten Phase» unzufrieden, weshalb beide laut muhen würden, schildert das FiBL. Es gebe zwar einige Lösungsansätze, diese könne man aber nicht auf jedem Betrieb umsetzen. 

Klein anfangen

Das FiBL rät Betrieben, die mit der mutter- und ammengebunden Kälberaufzucht starten möchten dazu, in einem ersten Schritt mit nur wenigen Tieren anzufangen. So könne man schrittweise Erfahrungen sammeln, ohne grosse Investitionen tätigen zu müssen. 

Videos und Austauschtreffen

Zudem verweist man auf Videos, in denen Betriebe mit diesem Aufzuchtsystem porträtiert werden. Dort könne man sich Inspiration holen. Ausserdem werden im Rahmen der Plattform mutterund ammengebundene Kälberaufzucht periodisch Austauschtreffen für die Landwirtschaft organisiert. 

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