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Darauf schaut die Polizei, wenn landwirtschaftliche Fahrzeuge kontrolliert werden

Die Mitglieder des Bernischen Landtechnikverbands werden für die nötigen Sicherheitsvorkehrungen sensibilisiert.


Präsident Klaus Brenzikofer und Geschäftsführer Peter Gerber sind überwältigt. Noch nie haben sie es erlebt, dass die Generalversammlung des Bernischen Verbands für Landtechnik den grossen Saal des Landgasthofs Schönbühl dermassen zu füllen vermag, wie vergangenen Freitag. Es muss gar noch etwa 15 Personen abgesagt werden, die sich anmelden wollten. Die Traktandenliste hält keine ausserordentlichen Punkte parat, daher gilt das übergrosse Interesse wohl eher dem angekündigten Referat zum Thema: Der landwirtschaftliche Strassenverkehr im Fokus der Polizei anfangs Dezember 2019. Bevor der Referent das Mikrofon erhält, erinnert der Präsident daran, dass die Polizei nicht diejenige sei, welche die Gesetze macht, sondern nur das ausführende Organ, das die Einhaltung überprüft.

Sicherheitsrisiken eliminieren

Auch Peter Gerber betont, wenn Landwirte den Kontrollorganen «Totsch und Moore» austeilen würden, bevor diese überhaupt Hallo sagen könnten, sei das alles andere als gut. Und dieses Beispiel sei nicht einfach daher gesagt, sondern durchaus schon vorgekommen. Peter Hofer von der Kantonspolizei (Kapo) Bern, selbst ausgebildeter Landwirt, ist der Mann, der vor vollem Haus spricht. Gleich zu Beginn macht er deutlich: «Unfälle geschehen nicht, sie werden verursacht.» Und wie Ursachen aussehen können, zeigt er anhand von Bildern aus seinem Berufsalltag. Falsche Ladesicherung, Sichtverdeckung, etwa durch Siloballen oder auch Zubehör, das falsch oder ungesichert mitgeführt wird, sind nur einige ­Beispiele, die schwerwiegende Folgen, mitunter auch tödliche, haben können. Das gelte es zu verhindern. Er erinnert die Landwirte daran, dass auch das Fahren mit stark abgenutzten Pneus ein Sicherheitsrisiko darstelle und den fehlbaren Lenker bei einer Kontrolle zum Fussgänger machen könne.

«Unfälle geschehen nicht, sie werden verursacht.»

Zitat von Referent Peter Hofer, Polizist des Kantons Bern

Das Betriebsgewicht entscheidet

Der Polizist erklärt, dass seit dem ersten Mai neu ein vorderer Überhang von fünf Metern gelte. Die obligatorischen Spiegel müssten aber eine Spiegelfläche von mindestens 500 cm2 pro Spiegel haben. Ab vier Metern sei zudem ein geprüftes Kameramonitoringsystem notwendig. Von diesen gibt es bislang nur drei in der Schweiz Zugelassene. Kostenpunkt: zwischen 3000 und 4000 Franken. Das Schnäppchen im Internet sei ganz sicher ein nicht zugelassenes Gerät, warnt Peter Hofer. Ein Thema, das an der Versammlung mehrmals zur Sprache kommt, ist das Adhäsionsgewicht, also das Betriebsgewicht des Traktors. Seit ersten Februar muss dieses mindestens 22 Prozent des Gesamtzuggewichts betragen. Viele Landwirte sind sich dessen noch nicht bewusst. Die Folgen des Nichtbeachtens können bei einer Kontrolle aber teuer werden. Pro überladenes Prozent beträgt die Busse 30 Franken plus Spesen, weiss der Polizeibeamte.

Das Adhäsionsgewicht berechnen

Das Rechenbeispiel von Polizist Peter Hofer zum Adhäsionsgewicht: Ein Traktor wiegt inklusive 500 kg Frontgewicht 5500 kg. Die Starrdeichsel überträgt 2000 kg auf den Traktor. Somit darf das Gewicht des Traktors mit 7500 kg berechnet werden. 7500 × 100 ÷ 22% = 34 090 kg − 7500 kg (Stützlast nicht gerechnet!) = 26 590 kg. Der Bauer darf also 26 590 kg Anhän­gelast an seinen 7500 kg schweren Traktor anhängen. Mit Normaldeichsel hätte er 19 500 kg Anhängelast. Vorsicht: Oftmals entspreche das effektive Gewicht des Traktors nicht demjenigen im Ausweis ein­getragenen. Auf der ­Internetseite des Schweizerischen Verbands für Landtechnik gibt es eine Umrechnungstabelle, um die eigenen Fahrzeuge zu testen. Dies sei eine gute Sache, erklärt Peter Hofer, trotzdem sei Vorsicht geboten. 

Die Markierungen wiederholen

Weiter erinnert Peter Hofer daran, dass an angehängten Geräten wie Düngerstreuer oder ­Sämaschine die Heckmarkierungstafeln, Richtungsblinker, Rücklichter, etc. erneut angebracht werden müssen, sollten diejenige des Zugfahrzeugs von der angehängten Maschine verdeckt werden. Ein Augenmerk würde bei Kontrollen auch auf das Vorhandensein der Herstellerschilder, die zulässige Gesamtlänge der Anhängerzüge und auch der Ladesicherung gelegt. Letztere liegt Peter Hofer sehr am Herzen, und werde auch stark kontrolliert, wie er erklärt.

Landwirte sollen Dialog mit der Polizei führen

«Ihr seid uns wichtig und euer Beitrag ist enorm wichtig!», betont Peter Hofer. Die Polizei suche den Dialog und helfe bei der Wegfindung zu Lösungen. Einmal Lehrgeld bezahlen gehe in Ordnung. Aber es müsse unbedingt vermieden werden, dass Personen zu Schaden kämen oder durch grobe Fehler und deren Folgen gar der finanzielle Ruin drohe.

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