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Christine Bühler machte das Streiken bei den Bäuerinnen salonfähig

Am 14. Juni findet schweizweit zum dritten Mal ein Frauenstreik statt. Erstmals streikten die Schweizerinnen 1991. Unter dem Motto: "Wenn Frau will, steht alles still" gingen tausende Frauen auf die Strasse. Sie forderten eine Umsetzung des Gleichstellungsartikels, der seit 1981 in der Verfassung steht.


Publiziert: 11.06.2019 / 07:41

Seinen Ursprung hatte der erste Frauenstreik im Vallée de Joux VD. Uhrenarbeiterinnen empörten sich über die Ungleichheit der Löhne von Männern und Frauen in der Branche. Mit Christiane Brunner fanden sie eine einflussreiche Verbündete. Brunner war sowohl in der Frauenbewegung als auch in den Gewerkschaften gut verankert und wurde zur Leitfigur des Streiks.

Christiane Brunner

Christiane Brunner (*1947) ist Gewerkschafterin und SP-Politikerin. 1991 war sie massgebend an der Organisation des ersten Frauenstreiks beteiligt.

Bei der Bundesratswahl am 3. März 1983 sollte sie für die SP in die Regierung gewählt werden. Die Bürgerlichen im Parlament wählten stattdessen ihren Parteikollegen Francis Matthey. Dies führte zu erheblichen Protesten, vor allem von Frauenseite, worauf Matthey auf seine Wahl verzichtete. Bei der erneuten Wahl am 10. März traten dann Christiane Brunner und ihre Parteikollegin Ruth Dreyfuss an. Im dritten Wahlgang wurde dann nicht Brunner, sondern Dreyfuss in den Bundesrat gewählt.

2011 wurde in einem Jubiläumsstreik dem Streik von 1991 gedacht. Es wurde festgestellt, dass die Forderungen von damals immer noch aktuell waren. Ausserdem waren 40 Jahre seit der Annahme des Frauenstimmrechts und 30 Jahre seit der Verankerung des Gleichstellungsartikel in der Bundesverfassung vergangen.

SBLV-Präsidentin geht streiken

Streikten 1991 vor allem Gewerkschafterinnen, SP-Frauen und Frauenrechtlerinnen, ist das Streikpublikum 2019 viel heterogener. Wahrscheinlich werden sich den Frauen auch zahlreiche Männer anschliessen und einige Bäuerinnen sind dabei.

Forderung Lohn für Bäuerinnen

Am nationalen Frauenstreiktag 2019 wird demonstriert gegen:

  • Lohnungleichheit
  • Diskriminierung
  • sexuelle Belästigung
  • ungleiche Verteilung von Care-Arbeit

Viele Bäuerinnen kämpfen, dass sie überhaupt einen Lohn bekommen. 

Ebenfalls streiken geht die Präsidentin des Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverbands (SBLV) Anne Challandes. Ihr sei die Frauensolidarität sehr wichtig, sagte sie in einem Interview mit der BauernZeitungund in ihrem Gastbeitrag vom letzten Freitag schreibt sie: "Auch jede einzelne Bäuerin kann Frauenanliegen an diesem Tag sichtbar machen und ihre Solidarität auf verschiedene Arten zeigen: zum Beispiel kein Mittagessen kochen, eine lange oder längere Pause einlegen, einen Kaffee mit der Freundin oder der Nachbarin trinken, …"

Berichterstattung in der BauernZeitung

Die Redaktoren berichten am 14. Juni live vom Frauenstreik aus den Regionen.

Bern: Hansjörg Jäger verbringt Zeit mit Barbara Kunz und ihren Bäuerinnenkolleginnen auf dem Bauernhof in Ersingen.

Aarau: Adrian Krebs sitzt mit Lotti Baumann und weiteren Bäuerinnen und Landfrauen auf dem Schlossplatz in Aarau.

Thurgau: Christian Weber ist bei Sandra Stadler in Kreuzlingen. Statt zu streiken, isst die Bäuerin mit anderen Frauen zu Mittag.

Die Analyse zum Frauenstreiktag von Hans Rüssli.

Machte das Streiken salonfähig

Das Streiken bei den Bäuerinnen salonfähig gemacht hat Christine Bühler. Sie präsidierte den SBLV von 2011 bis April 2019. In einem Interview mit der BauernZeitung erzählt sie, wie es dazu kam.

BauernZeitung: Christine Bühler, am Anfang Ihrer Präsidentinnenschaft des SBLV gingen Sie streiken, und auch dieses Jahr, so konnte man lesen, sind Sie am Frauenstreik dabei. Weshalb?

Christine Bühler: Ich will eine Frauensolidarität kultivieren. Dieses Feeling der Frauensolidarität ist mir in den letzten Jahren immer wichtiger geworden.

Was ist heute gegenüber damals anders?

2011 war ein Jubiläumsstreik. Es waren 40 Jahre seit dem Frauenstimmrecht und 30 Jahre seit der Verankerung des Gleichstellungsartikels in der Verfassung vergangen. In meiner ersten Vorstandssitzung als SBLV-Präsidentin beschlossen wir mitzustreiken. Aus Respekt vor diesen Frauen, die uns diese Rechte erstritten hatten. Ausserdem fanden wir, wir hätten auch noch Anliegen, die nie umgesetzt wurden und könnten so auf sie aufmerksam machen. 

Dieses Jahr gehe ich wieder demonstrieren, aber als Christine Bühler und nicht im Namen des SBLV. Mein Beweggrund ist: Man hat zwar viel über die Gleichstellung der Bäuerinnen gesprochen, aber gegangen ist genau nichts.

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