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China setzt auf Griechenland: Nahrungsmittel, Energie, Tourismus

Von Safran über Schafskäse bis hin zu Strom - der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hatten am Montag in Athen viel zu besprechen. Peking ist neben Nahrungsmitteln auch an einer festen Basis für seine Wirtschaftsaktivitäten in der EU interessiert, den Hafen von Piräus haben sie schon gepachtet.


von sda
Publiziert: 12.11.2019 / 13:36

Künftig wollen beide Staaten noch enger zusammenarbeiten, wie Xi und Mitsotakis im Anschluss an ihr Treffen betonten. Die Griechen hoffen nicht nur, ihre landwirtschaftlichen Produkte auf dem riesigen chinesischen Markt abzusetzen.

Besuch mit 16 Abkommen

"Es ist eine neue Ära in unseren Beziehungen", sagte Mitsotakis. China sei wirtschaftsfreundlich und biete "allen Ländern neue Chancen", erwiderte Xi. Athen und Peking unterzeichneten im Rahmen des Besuchs 16 Abkommen in den Bereichen Energie, Tourismus, Justiz und Kultur.

Kern der chinesischen Präsenz im EU-Land Griechenland ist der Hafen von Piräus. Der chinesische Transportriese Cosco hat dort bereits 800 Millionen Euro investiert und den Hafen zur Drehscheibe chinesischer Exporte in die EU gemacht - im Rahmen des chinesischen Projekts "Neue Seidenstrasse", das China mit dem Westen Eurasiens verbinden soll. In den kommenden Jahren wollen die Chinesen weitere 600 Millionen Euro in Piräus investieren, den Containerhafen weiter ausbauen und verstärkt auch in Hotellerie und Kreuzfahrten einsteigen.

Will China mehr Einfluss in der EU?

Der griechische Regierungschef zeigte sich dankbar: Er erinnerte daran, dass China einer der wenigen Staaten war, die während der schweren Finanzkrise der vergangenen Jahre in Griechenland investiert hatten. Athen hofft nun, dass Peking sogar das pleitebedrohte staatliche Elektrizitätsunternehmen DEI kaufen könnte und darüber hinaus in dem Bereich umweltfreundliche Energien aktiv wird.

Politische Beobachter in Athen vermuten, dass China mit seiner Strategie in Griechenland nicht nur wirtschaftliche Erfolge anstrebt, sondern das südeuropäische Land auch als Fürsprecher für seine Interessen innerhalb der Europäischen Union gewinnen will.

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