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Bundesrat aktualisiert Aktionsplan zum Klimawandel

Hochwasser, Murgänge, Hitze und Schäden an der Infrastruktur: Die Bewältigung des Klimawandels wird die Schweiz Milliarden kosten. Nun hat der Bundesrat seinen Aktionsplan angepasst, mit dem Katastrophen besser vorgebeugt und die Folgen minimiert werden sollen.


Der am Mittwoch vom Bundesrat verabschiedete Aktionsplan für die Jahre 2020 bis 2025 enthält 75 konkrete Massnahmen. Bereits im Frühjahr 2014 hatte der Bundesrat einen ersten Aktionsplan zur Anpassung an den Klimawandel verabschiedet. Dieser beinhaltete 63 Massnahmen - unter anderem in der Landwirtschaft und im Tourismus. Mit dem neuen Aktionsplan würde die Umsetzung der Strategie fortgesetzt, schreibt der Bundesrat.

Mithilfe eines Online-Tools vom Bundesamt für Umwelt BAFU sollen Gemeinden bei der Planung von eigenen Anpassungsmassnahmen unterstützen werden. Ausserdem sei ein Forschungsprogramm zu den Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit, die Ökosysteme und die Infrastrukturen in der Schweiz geplant, heisst es in der Medienmitteilung.

CO2-Reduktion prioritär

Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie von Bund und Swiss Economics könnte der Klimawandel um das Jahr 2050 bei Infrastruktur und Energiewirtschaft Kosten von bis zu einer Milliarde Franken im Jahr verursachen. Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Infrastruktur seien vielfältig.

Speziell für kleinere Gemeinden und Kantone könne die finanzielle Bewältigung zu einem Kraftakt werden, hatte Umweltministerin Simonetta Sommaruga im vergangenen Oktober gewarnt. So unerlässlich die Massnahmen im Aktionsplan auch seien, der Kern der Klimapolitik bleibe die Reduktion von CO2, betonte Sommaruga. «Die günstigste und die wirksamste Lösung gegen Schäden an der Infrastruktur ist die Reduktion der CO2-Emissionen.»

Konkrete Massnahmen basieren auf Klimaszenarien

Die im Aktionsplan enthaltenen Massnahmen gegen den Klimawandel basieren auf den Klimaszenarien CH2018. Dazu gehören laut Medienmitteilung eine häufigere und stärkere Hitzebelastung, Sommertrockenheit, zunehmende Naturgefahren und der Verlust der heimischen Tier- und Pflanzenvielfalt.

Das sind einige der Massnahmen:

  • Sommerhitze: Der Lebensraum soll angepasst werden, das heisst in Städten und Siedlungen sollen Grün- und Wasserflächen der Überhitzung entgegenwirken und Gebäude sollen so gebaut werden, dass sie ausreichend Schatten bieten und Durchlüftung erlauben.
  • Trockenheit: Durch Frühwarnsysteme soll die Vorhersage solcher Perioden verbessert werden und die Kantone sollen bei der Umsetztung der Wasserressourcenplanung unterstützt werden. Zusätzlich soll eine ressourcenschonende und an die Trockenheit angepasste Bewirtschaftung in der Landwirtschaft gefördert werden.
  • Naturgefahren: Es soll genügend Raum für den Rückhalt und die Ableitung von Wasser, Geröll, Lawinen geschaffen werden.
  • Biodiversität: Schutzgebiete sollen geschaffen und vernetzt werden, damit die Leistungen der Ökosysteme gesichert werden kann.

Die Klimaszenarien CH2018

Die Klimaszenarien CH2018 zeigen, wie der Klimawandel die Schweiz trifft und was weltweite Anstrengungen zur Verminderung der klimaschädlichen Treibhausgase dagegen ausrichten können. Die Klimaszenarien verbinden Simulationen aktueller Klimamodelle mit Beobachtungen bisheriger Trends und erlauben den bisher genausten Blick in die Klimazukunft unseres Landes. Der Aktionsplan orientiert sich vorsorglich an einem Szenario ohne zusätzliche weltweite Klimaschutzmassnahmen, in dem die mittlere weltweite Erwärmung bis Ende Jahrhundert gegenüber heute ungefähr 2,6–4,8 Grad beträgt.

Mehr Hitzetage: Die Höchsttemperaturen steigen erheblich stärker als die Durchschnittstemperaturen. Bis Mitte Jahrhundert wird es an den heissesten Tagen im Sommer 2–5,5 Grad wärmer als heute. Die Zahl der Hitzetage mit Temperaturen über 30 Grad wird sich je nach Region mehr als verdoppeln. Hitzewellen werden häufiger und extremer. Hitzesommer wie in den Rekordjahren 2003 und 2018 können zur Norm werden.

Trockene Sommer: Die mittlere Regenmenge nimmt im Sommer langfristig ab, während die Verdunstung mit steigender Temperatur zunimmt. Bis Mitte Jahrhundert steigt die mittlere Sommertemperatur um 2,5–4,5 Grad im Vergleich zu heute. Gleichzeitig fällt bis zu einem Viertel weniger Regen. Die längste niederschlagsfreie Periode dauert bis zu 9 Tage länger als heute. Entsprechend werden die Böden trockener.

Heftige Niederschläge: Starkniederschläge werden in Zukunft merklich häufiger und intensiver als wir sie heute erleben. Dies betrifft alle Jahreszeiten, aber besonders den Winter. Bis Mitte Jahrhundert wird die jährlich grösste Niederschlagsmenge, die an einem Tag fällt, um etwa 10% zunehmen.

Schneearme Winter: Bis Mitte Jahrhundert werden die Winter deutlich milder sein als heute. Zwar fällt mehr Niederschlag – aber wegen der höheren Temperaturen vermehrt als Regen. Besonders in tieferen Lagen schneit es seltener und weniger. Die Zahl der Neuschneetage nimmt ab, die Schneefallgrenze steigt um 400–650 Höhenmeter.

(Quelle)

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