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Bund soll für Biberschäden zahlen

In Zukunft soll der Bund zahlen, wenn Biber Strassen, Kanalböschungen und andere Infrastrukturen beschädigen. Der Nationalrat hat am Mittwoch eine Standesinitiative des Kantons Thurgau oppositionslos angenommen.


von sda
Publiziert: 15.09.2016 / 06:23

Der Ständerat hatte die Initiative mit 20 zu 17 Stimmen abgelehnt. Nun wird er erneut entscheiden. Bleibt er beim Nein, ist die Standesinitiative abgelehnt. Die Befürworter argumentieren, der Schadensdruck sei zu gross geworden.

Der Biber ist in der Schweiz geschützt, natürliche Feinde hat er nicht. Entsprechend wächst die Population. Kommissionssprecher Daniel Fässler (CVP/AI) betonte, in der Standesinitiative gehe es nicht um eine Jagderlaubnis, sondern um Entschädigungen.

Vergütet werden heute nur Schäden, die Biber an Kulturen und Bäumen anrichteten. Der Kanton Thurgau wünscht nun auch eine Entschädigung für Schäden an Infrastrukturen. Laut einer Schätzung der Bundesverwaltung belaufen sich die Kosten schweizweit auf rund eine Million Franken.

Die Gegner zusätzlicher Entschädigungen argumentieren, stattdessen sollten die baulichen Massnahmen zur Prävention vorangetrieben werden. Zur Verhinderung von Schäden beitragen könnte auch das neue Gewässerschutzgesetz. Es gelte abzuwarten, welche Auswirkungen dieses habe.

Heute leben in der Schweiz rund 2800 Biber, 500 davon im Thurgau. Vor 200 Jahren war das Tier in der Schweiz fast vollständig ausgerottet worden. Ab den 1950er Jahren wurde der Biber in den Gewässern verschiedener Regionen der Schweiz wieder angesiedelt.

Der Biber ist einer der grössten Landschaftsgestalter im Tierreich. In ursprünglichen Landschaften baut er Dämme und beeinflusst damit die Vegetation und den Wasserhaushalt.

sda

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