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Buchtipp: «Future (of) Food» ist informativ und schonungslos

Die bekennende Fleischesserin Andrea Staudacher geht sehr praktisch an das Thema Ernährung heran und schildert ihre Erkenntnisse und Erfahrungen mit Insekten, dem eigenhändigen Schlachten oder Laborfleisch.


«Future (of) Food» könnte man als besonderes Buch von einer besonderen Autorin bezeichnen. Andrea Staudacher ist Bernerin, Mutter und »Ereignisdesignerin». Sie hat die FutureFoodLab GmbH gegründet, die neben Dinners und Caterings mit Insekten auch Workshops und Vorträge zum Thema Ernährung und Moral, Werteverschiebung, Innovation sowie Erlebnisse zum Essen der Zukunft anbietet. Staudacher hat sich für ihr Buch mit wissenschaftlichen Fakten auseinandergesetzt und schafft es, diese gut verständlich und kompakt zu erläutern. Die Schilderungen ihrer eigenen Erfahrungen gehen aber buchstäblich unter die Haut.

Klare Schilderungen ohne Verurteilung

Nach einem Bericht über die ersten Insekten in ihrer Küche, wendet sich die Autorin dem Thema Fleischkonsum zu. Da sie selbst Fleisch isst, besucht Andera Staudacher eine Metzgerei und schildert den Schlachtprozess vom Ankommen der Tiere bis zum Fleisch auf dem Teller. Obwohl sie ihre aufkommenden Gefühle beschreibt, ist der Text nicht tendenziös oder ablehnend. Das Erlebnis bleibt nicht der einzige Ausflug Staudachers in einen Schlachthof. Später zieht sie ihre eigenen Hühner aus Eiern im Brutautomat gross und schlachtet sie mit der Hilfe von Familie und Freunden in der eigenen Waschküche. Auch hier ist die Schilderung auf fesselnde Weise schonungslos und detailliert, ohne dass die Moralkeule geschwungen wird. 

Wertschätzung ist spürbar

Was im Buch klar zur Geltung kommt, ist die Wertschätzung der Autorin für Lebensmittel. Sie stehen bei den «Ereignissen», die Staudacher designt, im Mittelpunkt. Sei es beim mehrgängigen Menü mit diversen Insekten – vom Mehlwurm über die Heuschrecke bis zur Raupe – oder dem Grillfest mit Fleisch von den eigenen Hühnern. Bei Letzteren werden auch die Hühnerfüsse mariniert und verspiesen. 

Andrea Staudacher hat 2016 in Zusammenarbeit mit SRF in einer Mini-Serie Schweizerinnen und Schweizer mit Insekten als Lebensmittel konfrontiert. Z. B. die Veganerin Gülsha Adilji oder Besucher des Berner Gurtenfestivals:

Bilder und Rezepte ergänzen den Text

«Future (of) Food» liest sich trotz des schwerwiegenden Themas leicht. Dazu tragen auch die vielen ganzseitigen Bilder und Rezepte bei, die den Text ergänzen und auflockern. Bei den Kochanleitungen muss man allerdings einräumen, dass nicht gerade eine Mehrheit der Lesenden danach zum Kochlöffel greifen düften. Den Anblick eines Maikäfers in einem durchsichtigen Gelatinetürmchen, garniert mit einer Sauce aus Mikroalgen in einer Plastikspritze ist doch eher gewöhnungsbedürftig. 

Ein Blick in die Zukunft

Wie es der Titel verspricht, wird man durch die Lektüre über diverse Möglichkeiten informiert, wie der Proteinbedarf der Menschheit in Zukunft gedeckt werden könnte. Hülsenfrüchte klammert Andrea Staudacher zwar aus, dafür thematisiert sie ausgiebig Insekten und Laborfleisch, sowie in kürzerer Form Algen und Quallen. Auch ein Exkurs in die Welt der Komplettnahrung, bei der ganz auf traditionelle Essen verzichtet und der Körper mit Drinks versorgt wird, darf nicht fehlen.

Alles in allem ist die «Future (of) Food» eine lesenswerte Zusammenstellung von Trends und Möglichkeiten und mit 144 Seiten, zahlreichen Bildern und eigensinnigen Rezepten eine andere Art, sich mit dem Thema Fleisch und Ernährung zu befassen. 

Zum Buch

Andrea Staudacher, «Future (of) Food», 144 Seiten, Stämpfli Verlag, 39 Franken. 

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