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Brandstiftung: Windpark für Wochen vom Netz

Brandstifter haben im Windpark in St. Brais JU schwer beschädigt. Da das Feuer die elektrische Schaltanlage zerstörte, dürfte der Windpark für mindestens zwei Wochen gar keinen Strom mehr liefern. SP-Nationalrat Eric Nussbaumer, VR-Präsident der ADEV-Gruppe, zu der der Windpark gehört, verurteilte die Brandstiftung gegenüber der Nachrichtenagentur sda scharf.


von sda
Publiziert: 17.10.2016 / 07:18

Der oder die Unbekannten legten das Feuer nach Angaben der Kantonspolizei Jura bereits am Freitagabend gegen 20.30 Uhr. Am Samstag erklärte die Polizei bereits, sie vermute Brandstiftung als Ursache für das Feuer.

Am Sonntag erklärte dann ein Polizeisprecher gegenüber der sda, der Verdacht habe sich erhärtet. "Es ist offensichtlich, dass der Brand mutwillig gelegt wurde", sagte er.

Auf Brandstiftung deuten gleich mehrere Indizien: Das Feuer brach an zwei Stellen gleichzeitig aus. Zudem wurde die Tür zur elektrischen Schaltanlage aufgebrochen, und es wurde versucht, die Stahltür aufzubrechen, die in einen der Pfeiler der beiden Windturbinen der Anlage führt, wie ADEV-Präsident Nussbaumer bereits am Samstag erklärt hatte.

Auch die Polizei erklärte, das Feuer sei an zwei Stellen gelegt und eine Tür sei aufgebrochen worden.

Reparaturen dauern Wochen

Wegen des Feuers in der Schaltanlage wird der Windpark mehrere Wochen ausser Betrieb sein, denn über die Schaltanlage wird der von den beiden Windturbinen produzierte Strom ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Die Anlage müsse ersetzt werden, sagte Nussbaumer.

Der erste Strom werde frühestens in zwei Wochen fliessen. Die gesamte Instandsetzung werde aber vermutlich mehrere Wochen dauern. Das hänge unter anderem davon ab, wie gross der Schaden an den Kabeln sei. Den Sachschaden schätzt Nussbaumer auf mehrere 10'000 Franken.

"Das Innere der Schaltanlage ist total verkohlt", sagte der Polizeisprecher dazu. Man müsse davon ausgehen, dass die Kabel in einem relativ grossen Umkreis zerstört worden seien und ersetzt werden müssten.

Neue Dimension der Auseinandersetzung

Die Vorkommnisse in St. Brais seien ungewöhnlich, sagte SP-Nationalrat Nussbaumer. "Es ist sicher nicht einfach ein Vandalenakt. Diese Brandstiftung hat eine Dimension, die wir in unserem Land so nicht kennen. Auch wenn man politisch anderer Meinung ist, Gewalt ist nie akzeptabel."

Die Polizei ermittelt weiter in alle Richtungen, wie der Sprecher sagte. Um Schlussfolgerungen über die Motivation der Täterschaft zu ziehen, sei es zu früh.

Windturbine als Ziel

Offenbar haben der oder die Brandstifter aber versucht, weiteren Schaden anzurichten, doch das zweite Feuer im Stahlpfeiler der Windturbine war nach Polizeiangaben von selbst wieder ausgegangen.

Gemäss Nussbaumer hatte die Täterschaft versucht, die Stahltür am Fusse des Pfeilers aufzubrechen. Sie stemmten schliesslich das Lüftungsgitter der Stahltür auf und warfen etwas Brennbares hindurch in den Eingangsbereich des Pfeilers der Windturbine. Da das Feuer wieder ausging, richtete es kaum Schaden an.

Nussbaumer berief sich bei seinen Ausführungen auf Angaben von Mitarbeitern der ADEV in St. Brais, die vor Ort waren. SP-Nationalrat Nussbaumer ist Verwaltungsratspräsident der ADEV-Gruppe, die mit Bürgerbeteiligungen Projekte für erneuerbare Energien verwirklicht.

Strom für die Stadt Zürich

Der Windpark von St. Brais, der älteste im Kanton Jura, ist nicht unumstritten. Kritiker bemängeln, die Turbinen seien zu nahe an ein Wohngebiet gebaut worden. Ein weiteres Projekt für Windräder in St. Brais wurde inzwischen von den Promotoren wieder auf Eis gelegt.

Andererseits hat die Bevölkerung dem Windpark in einer Abstimmung zugestimmt. Zudem sind viele Bürger über die ADEV am Windpark beteiligt.

Die beiden Windräder in den jurassischen Freibergen gingen 2009 in Betrieb. Seitdem produzieren sie Strom für das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz). Die Rotorblätter haben nach Angaben der Betreiberin einen Durchmesser von je 82 Metern und eine Nabenhöhe von 78 Metern.

sda

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