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BLW ordnet Vernichtung von gentechnisch veränderten Petunien an

In der Schweiz müssen Tausende von gentechnisch veränderten Petunien vernichtet werden. Dies hat das Bundesamt für Landwirtschaft angeordnet, nachdem bekannt wurde, dass die orangefarbenen Zierpflanzen gentechnisch verändert sind.


Das Bundesamt (BLW) hat am vergangenen 24. Mai dem Gärtnerverband JardinSuisse eine entsprechende Verfügung zugestellt, wie die Behörde am Dienstag einen Bericht von «Tages-Anzeiger» und «Bund» bestätigte. Eine Gefahr für Mensch und Umwelt soll nicht bestehen.

Die gentechnisch veränderten orangen Petunien waren in der Schweiz kein Renner, sondern eher ein Nischenprodukt, wie Othmar Ziswiler, Leiter des gärtnerischen Detailhandels bei JardinSuisse, sagte. Gemäss seinen Schätzungen dürften jährlich höchstens einige tausend davon in Schweizer Gärten oder Blumentöpfen angepflanzt worden sein.

Praktisch alle Jungpflanzen seien aus Deutschland importiert und in Schweizer Gärtnereien fertig kultiviert worden. Schweizer Betriebe, die mit dem Label Suisse Garantie arbeiteten, hätten sogar jedes Jahr von den deutschen Zuchtbetrieben die Bestätigung erhalten, dass die Petunien hundertprozentig gentechfrei seien.

JardinSuisse hatte Ende April von den gentechnisch veränderten Zierpflanzen erfahren. Am 1. Mai seien die Mitglieder, rund 500 Betriebe, darüber informiert worden, dass sie die Sorten aus dem Verkauf nehmen sollten. Zum Glück seien dank des kalt-nassen Aprils bislang noch nicht viele Pflanzen verkauft worden.

Eine Woche später hat das BLW einen Verkaufsstopp verfügt. Entnommene Proben bestätigten laut BLW-Pressesprecher Jürg Jordi die gentechnischen Veränderungen. Deshalb hat das BLW nun auch eine Vernichtungsverfügung erlassen. Alle betroffenen Pflanzen müssen demnach in geschlossenen Säcken oder Behältern der Kehrichtabfuhr mitgegeben werden.

Vor 30 Jahren im Labor gezüchtet

Auf die Spur der gentechnisch veränderten Petunien ist man zufällig gekommen. Der finnische Biologe Teemu Teeri hat vor etwa zwei Jahren bei einem Bahnhof in Helsinki die orangen Petunien in einem Blumenkübel entdeckt, wie das Wissenschaftsmagazin Science vergangene Woche berichtete.

Er erinnerte sich daran, dass vor 30 Jahren in einem Gentechlabor in Köln diese Blüten gezüchtet worden waren. Es handelte sich damals um den ersten grossen Freilandversuch in Deutschland. Rund 30'000 Petunien wurden angepflanzt.

Der Biologe untersuchte in seinem Labor die Pflanze. Dabei bestätigte sich sein Verdacht, dass es sich um gentechnisch veränderte Petunien handelte. Er meldete dies weiter.

Die finnische Gentechregulierungsbehörde verfügte in der Folge am 27. April 2017, dass die Samen und Jungpflanzen von acht betroffenen Sorten aus dem Verkehr zu ziehen und zu vernichten seien. Weitere Staaten - darunter eben auch die Schweiz - folgten dem Beispiel in den nachfolgenden Tagen und Wochen.

Wie die gentechnisch veränderten Zierpflanzen den Weg in den Handel gefunden haben, konnte bislang nicht herausgefunden werden. Jedenfalls wurden die Pflanzen jahrelang im Unwissen verkauft, dass es sich um gentechnisch veränderte Organismen handelte.

sda

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