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Blau soweit das Auge reicht

Die Bäuerin Brigitte Bracher und ihre Familie haben sich auf Beeren und Randen spezialisiert.


Einsam steht eine markante Linde auf der Kuppe und wacht über die sanfte Emmentaler Hügellandschaft. Von dort geniesst man eine überwältigende Sicht von den Höhenzügen der Napf-Ausläufer bis zu den schneebedeckten Berner Alpen. Rings um Brachers «Blueberry Hill» wachsen Heidelbeeren.

Eine leichte Brise weht und mit etwas Fantasie hört man den weltberühmten Song, gesungen von Fats Domino. Mitten in der lieblichen Umgebung steht das prächtige Bauernhaus mit dem tiefragenden Walmdach, der typischen «Ründi» und etwas weiter hinten plätschert ein Brunnen neben dem denkmalgeschützten Stöckli.




Saure Böden


Zunächst führten Brigitte und Peter Bracher den Hof in Betriebsgemeinschaft. 1999 konnten sie den Elternhof von Peter Bracher übernehmen. Ihre drei erwachsenen Kinder sind inzwischen ausgezogen. Neben dem Ehepaar arbeiten sechs Festangestellte im Betrieb mit und aktuell 17 Teilzeitangestellte.

Auf einer Fläche von 4,5 Hektaren werden die besten Sorten der gesunden Beeren kultiviert und gepflegt. Sowohl einheimische Heidelbeeren wie auch die höher wachsenden amerikanischen Wildarten erfordern sehr durchlässige, saure Böden. «Seit einiger Zeit hält uns die Kirschessigfliege auf Trab. Neben zusätzlichen Schutznetzen und aufgehängten Köderfallen suchen wir nach weiteren Lösungen», erklärt Brigitte Bracher.

Der Heidelbeeranbau mit der Möglichkeit zur Direktvermarktung ist interessant für Landwirtschaftsbetriebe und die Nachfrage steigend. Taufrisch werden die Heidelbeeren direkt an Grossverteiler, Früchtehändler, Detaillisten und Wirte geliefert. «Mit dem ersten Tag der Pflückzeit kommen Privatkunden aus der ganzen Schweiz auf den Hof», sagt Brigitte Bracher.

Via Norwegen ins Emmental

«Nach der Lehre machte ich ein halbjähriges Praktikum bei einem norwegischen Gemüsebauern in der Nähe von Oslo. Dort habe ich meinen Mann Peter kennengelernt, der bei einem anderen Landwirt als Praktikant gearbeitet hat», erklärt sie lächelnd. Zurück in der Schweiz war sie an verschiedenen Stellen tätig und absolvierte in Uttewil FR die damalige Bäuerinnenschule.


Aufgewachsen ist Brigitte Bracher in Bubendorf. In unverkennbarem Baselbieter-Dialekt erzählt die gelernte Gärtnerin, dass sie ihrem üppigen Kräutergarten selber entworfen hat. Dieser ist neben Mischlingshund «Pilwi» ihr liebstes Hobby. Und natürlich Reisen. Am liebsten mit dem Camper in nördliche oder östliche Länder.


«Kürzlich bereisten wir Bulgarien und konnten unter anderem die berühmten Damaszener Rosen bewundern», erinnert sich die reiselustige Frau. Ihre Leidenschaft brachte sie und ihren Mann auf die Idee, direkt neben der Heidelbeerplantage einen kleinen Stellplatz für Reisemobile zu erstellen. Der ebene Kiesplatz bietet einen ruhigen Übernachtungsplatz mit schönem Weitblick, der von ausländischen Touristen gern benutzt wird. «Vor allem die Holländer flippen geradezu aus, wenn sie die Berge sehen», erzählt Brigitte Bracher.


Ganzjährig Randen

Brigitte Bracher schätzt ihre abwechslungsreiche Tätigkeit und die Zusammenarbeit mit ihrem Mann und dem Team: «Wir haben in den letzten Jahren zahlreiche Produkte und Projekte entwickelt und realisiert.»

Ein wichtiger Betriebszweig ist die ganzjährige Verarbeitung von Randen zu Emmentaler Randensalat. Zehn Bauernfamilien aus der Region bauen die Randen an und bringen diese nach der Ernte im Oktober zum Einlagern nach Dürrenroth.

Spezialitäten im Hoflädeli

Zu den Hauptaufgaben der Bäuerin gehört die Organisation des Selbstpflückens mit dem 
Abrechnen und Beeren wägen. Hinzu kommt das Ausliefern von Bestellungen an Stammkunden wie der Schaukäserei in Affoltern im Emmental. Zu den administrativen Tätigkeiten gehört auch das Aktualisieren der Homepage.


Mit viel Sorgfalt und einem Flair zum Dekorieren gestaltet Brigitte Bracher den Hofladen. Im Sortiment sind Beerenschaumweine und Beerenweine, die von Peter Bracher gekeltert werden. Freudig nimmt Brigitte Bracher eine Flasche Brombeerschaumwein aus dem Regal und zeigt auf die originelle Etikette, die sie selbst kreiert hat. «Aus unserem Holundergarten stammen die Zutaten für die Sirupspezialitäten, die in praktische Bügelflaschen abgefüllt werden. Nach einem alten Rezept wird der Holundergelee hergestellt», verrät die Bäuerin.


Ein Geheimtipp ist die fruchtige Konfitüre aus den aromatischen Beeren vom Blueberry Hill. Diese würde bestimmt auch Fats Domino schmecken.

Brigitte Meier

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