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Biobetrug in Italien aufgedeckt

In Italien ist ein grossflächiger Verstoss gegen die Vorgaben zur Produktion von Biolebensmitteln aufgedeckt worden.


Publiziert: 22.11.2018 / 08:25

Wie das Landwirtschaftsministerium in Rom mitteilte, wurden der Eigentümer der unter Verdacht stehenden Unternehmensgruppe Top Agri, Marzio Soave, sowie drei seiner Mitarbeiter unter Hausarrest gestellt. Laut Ermittlungen der italienischen Behörde zum Schutz der Qualität und der Fahndung von Betrügereien im Agrar- und Ernährungssektor (ICQRF) hatte die Unternehmensgruppe auf für den Ökolandbau zertifizierten Flächen nicht zugelassene Mittel wie synthetische Herbizide und Düngemittel eingesetzt.

Pflanzenöle und Presskuchen

Die Gruppe besteht seit 1985 und stellt eigenen Angaben zufolge vor allem Pflanzenöle und Presskuchen her. In den vergangenen Jahren sind pflanzliche Ersatznahrungsmittel auf der Basis von Soja sowie glutenfreie Mehle, Saatgut und Leguminosen für Backwaren, aber auch Tierfuttermischungen dazugekommen. Top Agri soll in Italien rund 1000 ha bewirtschaften, außerdem etwa 10 000 ha im Ausland, hauptsächlich in Rumänien.

Herkömmlich angebaut

Landwirtschaftsminister Gian Marco Centinaio stellte indes fest, dass Top Agri von nationaler Bedeutung für die Produktion und Vermarktung von Bioprodukten sei. Die als Bioprodukte veräusserten Produkte wurden den Ermittlern zufolge auf herkömmliche Weise kultiviert, gegebenenfalls mit rückstandsfreien Erzeugnissen vermischt und dann als Bio deklariert. Das Betrugsvolumen wird auf rund drei Mio. Euro geschätzt. Die Zertifizierungen der betreffenden Betriebe wurden den Angaben zufolge ausgesetzt. Für die Verbraucher soll zu keiner Zeit eine Gesundheitsgefährdung bestanden haben, da es sich im Prinzip lediglich um einen Etikettenschwindel handelt.

Die Dachorganisation der Biobranche (FederBio) begrüsste die Ermittlungen. Sie hatte bereits im vergangenen Jahr auf Unstimmigkeiten hingewiesen und diesbezüglich bei den offiziellen Stellen um Klärung gebeten. FederBio-Präsident Paolo Carnemolla forderte Politik und Branche jetzt dazu auf, abzusichern, dass „die fehlende Menge an Bioprodukten nicht durch ausländische Produkte mit noch grösseren Betrugsrisiken ersetzt wird“.

AgE

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