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Betriebsporträt: Um sechs Uhr will er Feierabend

Diversifikation gleich mehr Arbeit? Nicht unbedingt: Landwirt Loïc Niederhauser will trotz grosser Leidenschaft für seinen Beruf genug Zeit für seine Familie haben. Und setzt deshalb auf Truten, Legehennen und Milchkühe.


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Auf dem unlängst geteerten Hofplatz liegt kein Strohhalm. Blitzblank ist der Melkstall, frisch gestrichen der Boden im Eierraum. Die Strohballen sind akribisch aufeinandergestapelt. Hier auf dem Hof in La Tanne sucht man nicht nur vergebens nach Unordnung, es findet sich auch kein gestresster Betriebsleiter. Ganz entspannt sitzt Loïc Niederhauser gemeinsam mit seiner Frau in der Küche im kleinen Weiler, der zu Tavannes gehört. Draussen herrscht dicker Nebel und es regnet in Strömen. Die lieblichen Hügelzüge des Berner Jura sind nur zu erahnen. "Solch schlechtes Wetter hatten wir lange nicht mehr", sagt Loïc. "Bei gutem Wetter haben wir hier oben viele Wanderer, die ab und zu vorbeischauen", erzählt seine Frau Jana.

Der Standort ist für den Betrieb in vieler Hinsicht wichtig. Ackerbau betreiben könne er kaum in der Bergzone, dafür sei das Gras der Juraweiden für seine Milchkühe besonders schmackhaft. Und die touristische Beliebtheit der Region nutzen Niederhausers aus, indem sie Ferien auf dem Bauernhof und Schlafen im Stroh anbieten. Viele Schulklassen nehmen das Angebot wahr oder spontane Reiter, die auf Wanderritten am Abend nach einem geeigneten Schlafplatz suchen. Für die Gästebetreuung ist Loïcs Mutter Myriam Niederhauser zuständig. Sie serviert den Gästen gerne frischen Joghurt und Butter, selbstgemachte Konfitüre, Brot, sowie Fleisch und Eier vom Hof.

Väterlicher Pioniergeist

Nebst den Milchkühen und den touristischen Aktivitäten gehören zum Hof 6'500 Legehennen, die Freilandeier für die Migros produzieren. Zudem ziehen Niederhausers junge Truten auf, die zur Mast an andere Betriebe verteilt werden. Sein Vater habe die verschiedenen Betriebszweige aufgebaut, erzählt der Meisterlandwirt: "2014 ist er nach einem Krebsleiden gestorben. Seither führen meine Mutter und ich den Hof und ab nächstem Jahr werde ich ihn zusammen mit meinem Bruder bewirtschaften." Sowohl die Eierproduktion als auch die Trutenaufzucht seien einzigartig für die Region. "Uns gefallen die Betriebszweige und wir möchten sie auch weiterführen", sagt Loïc Niederhauser und seine Frau Jana nickt.

Familienmensch durch und durch

Auf dem Babyphon meldet sich Töchterchen Sophia Rose. Jana Niederhauser holt die Halbjährige in die Küche, wo ihr Vater sie herzt. "Ich bin Landwirt aus Leidenschaft. Aber Familie ist und bleibt das Wichtigste in meinem Leben", sagt Niederhauser. Zeit für Ferien müsse gewährleistet sein und Feierabend will er um 18 Uhr machen können. Das klingt nach viel Organisation. "Ich schätze meine beiden Lehrlinge, auf die ich mich verlassen kann. Und ich erledige die Dinge dann, wann sie anfallen", verrät Niederhauser sein Erfolgsgeheimnis. "Egal ob Bürokram oder eine kaputte Zapfwelle, ich will die Übersicht behalten und im Bereich Sicherheit keine Risiken eingehen.".

Viele Ideen für neue Projekte

Auch zukünftige Pläne müssen genügend Freizeit zulassen können. Jana Niederhauser arbeitet 40% auswärts als Sachbearbeiterin, kann sich aber vorstellen, in Zukunft stärker auf dem Betrieb involviert zu sein. "Ich würde gerne Produkte vom Hof in einem kleinen Laden anbieten und mehr Gästebetreuung übernehmen", sagt die junge Mutter. Derweil plant ihr Mann die Umstellung zu Käsereimilch: "Wir sind überzeugt, dass die würzigen Kräuter unserer Milch einen guten Geschmack geben und sie daher von optimaler Qualität ist, insbesondere für Käse." Bis zur Umstellung und einhergehend silofreien Fütterung müsse allerdings die Ration gut geplant werden, denn das Raufutter möchte Niederhauser selber produzieren. "Das bedeutet, dass wir den Heustock erweitern und gleichzeitig den Kuhbestand verkleinern müssen", erklärt er.

Draussen hat sich der Nebel gelichtet. Die junge Familie zieht sich für eine Stallkontrolle an, Töchterchen Sophia ist im Kinderwagen mit dabei. "Oft kommen landwirtschaftliche Schulklassen auf unseren Betrieb, weil er so divers ist", erzählt Loïc Niederhauser. Er zeigt auf den Heustock: "Da drin werden wir im nächsten Frühling alles für eine Hochzeit herrichten. Wir wurden angefragt und haben sofort zugesagt. Vielleicht könnten wir das auch in Zukunft anbieten." Die Ideen scheinen dem motivierten jungen Paar nicht auszugehen.

Betrieb Niederhauser

Niederhausers sind Botschafter der Kampagne "Schweizer Bauern. Von hier, von Herzen.". Auf dem entsprechenden Link finden Sie mehr Informationen.

Der Eier-Code auf den Freilandeiern vom Lindenhof in La Tanne (1-CH-205) führt direkt auf dieses Betriebsportrait.

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