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Betriebsauf- oder Übergabe: Vorsicht bei den Steuern

Wer seinen Betrieb übergibt oder aufgibt, soll dies rechtzeitig planen. So können steuerliche Auswirkungen abgefedert werden.


Bei einer Betriebsübergabe oder Betriebsaufgabe können hohe Steuern folgen. Dies ist dann der Fall, wenn der Landwirt bei der Übergabe oder Aufgabe des Betriebs Liegenschaften vom Geschäftsvermögen ins Privatvermögen überführt. An einer Infoveranstaltung von Lerch Treuhand AG in Schönbühl BE erklärte Thomas Nebiker die Fakten.

Den Liquidationsgewinn ermitteln

Beendet der Landwirt seine Tätigkeit, benötigt er seine Grundstücke und Gebäude nicht länger als «Produktionsfaktor». Steuerrechtlich muss er unter Umständen die Liegenschaften ins Privatvermögen verschieben. Dabei spricht man auch von Privatentnahme. Doch dieser Wechsel ist nicht gratis.

Bei Privatentnahme wird der Liquidationsgewinn versteuert. Dabei ist es entscheidend, ob die Liegenschaft landwirtschaftlich oder nicht-landwirtschaftlich ist. Ein besonderer Fall ist es, wenn sich die Dorfparzelle mit den Ökonomiegebäuden und dem Wohnhaus in der Bauzone befindet. Dabei ist es entscheidend, ob der ganze Betrieb noch als landwirtschaftliches Gewerbe zählt oder nicht.

Deklaration als landwirtschaftliches Gewerbe

Die Privatentnahme von landwirtschaftlichen Grundstücken ist im Vergleich zur Privatentnahme von nicht-landwirtschaftlichen Grundstücken oftmals günstiger. Aus diesem Grund soll der Landwirt möglichst darauf achten, dass der Betrieb zum Zeitpunkt der Privatentnahme als landwirtschaftliches Gewerbe gilt. Liegt der Verkehrswert eines Grundstücks oder Gebäudes unter den Anlagekosten, wird lediglich diese Differenz besteuert.

Privilegierte Besteuerung

Der Liquidationsgewinn ist also der entscheidende Faktor für die Besteuerung. Im ersten Schritt muss bei einer Betriebsübergabe oder Betriebsaufgabe die Höhe dieses Gewinns ermittelt werden. Er entspricht der Differenz zwischen dem Buchwert und dem Anrechnungswert. Der Anrechnungswert ist aber je nach Situation unterschiedlich.

  • Betriebsübergabe innerhalb der Familie: Differenz zwischen Buchwert und Ertragswert.
  • Fremdverkauf ausserhalb der Familie: Differenz zwischen Buchwert und Verkehrswert.
  • Privatentnahme von landw. Grundstücken: Differenz zwischen Buchwert und Anlagekosten.
  • Privatentnahme von nicht-landw. Grundstücken: Differenz zwischen Buchwert und Verkehrswert (Kantone mit «monistischem» Steuersystem rechnen anders).

Der Liquidationsgewinn stellt Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit dar und wird folglich mit der Einkommenssteuer erfasst. Gibt ein Landwirt die selbstständige Erwerbstätigkeit auf, wird der Gewinn «privilegiert» besteuert. Das heisst, der Liquidationsgewinn, welcher aus dem Verkauf von Geschäftsvermögen oder bei einer Privatentnahme von Geschäftsvermögen hervorgeht, wird vom übrigen Einkommen getrennt und zu einem reduzierten Steuersatz besteuert.

Aber: von der privilegierten Besteuerung können nur Personen profitieren, die die selbstständige Erwerbstätigkeit definitiv aufgeben und die das 55. Altersjahr vollendet haben. Ein Liquidationsgewinn untersteht zudem der AHV-Beitragspflicht.

Gewinn in zwei Bereiche aufteilen

Für die privilegierte Besteuerung kann man den Liquidationsgewinn in zwei Bereiche aufteilen, nämlich «fiktiver Einkauf» und Restbetrag.

Der «fiktive Einkauf» wird in den meisten Kantonen noch günstiger besteuert als der «Restbetrag». Die Höhe des «fiktiven Einkaufs» ist massgebend abhängig vom landwirtschaftlichen Einkommen der letzten fünf Jahre vor der Überführung und von der vorhandenen bereits bezogenen Vorsorge der 2. Säule und Säule 3a.

Das Alter ist relevant

Um bei der Betriebsübergabe keine bösen Überraschungen zu erleben, raten die Berater der Lerch Treuhand AG den Landwirten, gut zu planen. Vordergründig sollten sie folgende Aspekte beachten:

  • Fällt ein Liquidationsgewinn an, sollte man versuchen, diesen privilegiert abzurechnen. Das heisst, den Betrieb erst nach Vollendung des 55. Altersjahres übergeben oder aufgeben.
  • Die privilegierte Liquidationsgewinnbesteuerung ist nur einmal im Leben und nur bei einer Aufgabe der selbstständigen Erwerbstätigkeit möglich. Daher sollte man alle Liquidationsgewinne gleichzeitig abrechnen.
  • Einen «fiktiven Einkauf» kann man nur zwischen dem 55. und dem 70. Altersjahr machen.
  • Der Liquidationsgewinn unterliegt der AHV-Beitragspflicht. Damit dieser AHV-Beitrag noch der Rente angerechnet wird, sollte die Betriebsaufgabe spätestens im 64. Altersjahr (bei Frauen im 63. Altersjahr) stattfinden.
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Betrieb: Steuern sparen beim Verkauf
07.09.2019
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Eine Betriebsaufgabe mit Verkauf des gesamten Hofes oder auch nur des Inventars bei einem Pächter sollte idealerweise spätestens im 64. Altersjahr erfolgen. Damit kann der Verkäufer einen allfälligen Liquidationsgewinn privilegiert abrechnen und auch den Vorteil des fiktiven Einkaufs beanspruchen, sofern er zuvor keine oder nur wenig private Vorsorge getätigt hat. Der Liquidationsgewinn aus ...
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