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Bern zündet den Bio-Turbo

200 neue Bio-Betriebe bis 2020: Im Kanton Bern soll der Biolandbau gefördert werden. Denn dieser verspricht gute Perspektiven und höhere Wertschöpfung.


Bio boomt. Der Markt wächst jährlich um 5 bis 7 Prozent. 2016 wurden 2,5 Mia. Franken mit Bio-Lebensmitteln umgesetzt – so viel wie noch nie. "Wir brauchen mehr Bio in der Schweiz", sagte Bio Suisse-Chef Daniel Bärtschi kürzlich an einer Veranstaltung. Die Knospe-Organisation geht davon aus, dass der Marktanteil von Bio-Produkten bis 2025 von heute 8,4 auf 15 Prozent wächst. "Eine Verdoppelung des Marktes ist realistisch", so Bärtschi. Einige Abnehmer würden sich Sorgen machen, ob die Bio-Produktion mit der stark wachsenden Nachfrage Schritt halten könne.

Derzeit arbeiten 13 Prozent der Schweizer Bauernbetriebe nach Bio-Richtlinien. Bio Suisse strebt bis 2025 einen Anteil von 25 Prozent an. In Bergkantonen wie Graubünden, Obwalden oder Glarus wird dieser Wert bereits erreicht bzw. übertroffen. In Kantonen wie Schaffhausen, Genf, Freiburg oder Luzern ist man noch weit von diesem Ziel entfernt. Bern, der grösste Agrarkanton, liegt mit einem Bio-Anteil von letztjährig 11,4 Prozent leicht unter dem nationalen Durchschnitt.

Bern geht in die Bio-Offensive

Das soll sich künftig ändern. Eine breite Trägerschaft – darunter der Kanton, das landwirtschaftliche Bildungszentrum Inforama, der Bauernverband, Bio Suisse und die Hochschule für Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften – hat vor über einem Jahr zur "Bio-Offensive" geblasen. Mit Informationsanlässen, Flurbegehungen, Stallvisiten und vergünstigen Umstellungsberatungen soll konventionell wirtschaftende Landwirten der Biolandbau nähergebracht werden. Angestrebt werden 200 neue Bio-Betriebe bis 2020.

Die "Bio-Offensive" sei auf Kurs, sagte der Berner Regierungsrat Christoph Ammann an einer Veranstaltung der Projektpartner. Auf den ersten Januar 2017 hätten 60 Betriebe auf Bio umgestellt, im nächsten Jahr würden es noch mehr sein. "Die Grosswetterlage ist günstig für die Umstellung auf die Bio-Produktion", betonte Ammann. Mehr Wertschöpfung und ein höheres Einkommen sprächen für den Biolandbau. Der Regierungsrat zeigte sich überzeugt, dass das Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft ist. Ammann erinnerte daran, dass im Seeland lediglich 6 Prozent und im Oberaargau 7 Prozent der Betriebe biologisch geführt werden, während es in der Region Oberland Ost 20 Prozent und im Obersimmental-Saanenland sogar 25 Prozent sind.

Auch an Konsum denken

Bio-Lebensmittel genössen bei den Konsumenten eine höhere Wertschätzung, betonte Obstproduzent Paul Messerli, der vor 4 Jahren auf Bio umgestellt hat. Die grosse Nachfrage und die nachhaltige und nützlingsschonende Bewirtschaftung sind laut Messerli weitere Vorteile der Bio-Landwirtschaft. Der Obstbauer aus Kirchdorf machte allerdings keinen Hehl daraus, dass der Arbeitsaufwand in der Bio-Landwirtschaft grösser und die Erträge tiefer sind. Eine der grössten Herausforderungen sei die Mäusebekämpfung, klagte Messerli. Die kleinen Nager im Griff zu haben, sei im Biolandbau deutlich aufwendiger.

Peter Rytz von der Mühle Rytz mahnte, dass sich die "Bio-Offensive" nicht einzig auf die Produktion beschränken dürfe, sondern auch der Absatz entwickelt werden müsse. Handlungsbedarf bestehe etwa beim Fleisch. Weiter gab Rytz zu bedenken, dass in der Westschweiz grosse Landwirtschaftsbetriebe auf Bio umgestellt hätten und man deshalb aufpassen müsse, dass das Angebot nicht plötzlich zu gross sei.

Thomas Vogt, Geschäftsführer des Käsehändlers "Vom Chäser", sieht Potenzial bei Bio-Käse. In Bern gebe es im Gegensatz etwa zu Graubünden nur eine bescheidene Auswahl an Bio-Käsen. Vogt regte an, eine Plattform für Bio-Käse-Spezialitäten zu entwickeln.

lid

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