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Bern: Die Aussicht der Holzproduzenten bleibt getrübt

Die Holzproduzenten Seeland werden aufgerufen, im Bereich Fernwärmenetze dran zu bleiben. Diese hätten Zukunft.


Publiziert: 15.09.2019 / 15:41

Die Holzproduzenten Seeland (HPS) haben am Mittwoch an ihrer Generalversammlungen im Restaurant zur Brücke, Hagneck, gute und schlechte Informationen zu verdauen. Zwar sieht die finanzielle Situation der HPS trotz Minus in der Rechnung wie auch im Budget des laufenden Geschäftsjahres gut aus. Doch die Borkenkäfersituation macht alle Waldbesitzern zu schaffen und die «Aussicht am Holzmarkt bleibt getrübt», wie Präsident Kuno Moser erläutert.

Keine Motivation

Eine kleine Umfrage der BauernZeitung am Anlass macht deutlich, dass die Motivation zum Holzen momentan denn auch schlecht sei. So sagt etwa Markus Weyeneth von der Burgergemeinde Madretsch, dass sogar der Staat angezeichnete Posten zurückstelle. Das führe zu weiteren Problemen. Denn plötzlich kämen auch die Unternehmer unter Druck. Kuno Moser sagt zur jetzigen Situation mehrfach: «Wer Verträge mit grossen Holzabnehmern hat, oder eine eigene grosse Heizung beliefern kann, ist besser dran.» Diese Ansicht vertritt auch Thomas Rohrer von der Lignocalor AG. Die Firma, an der auch die HPS beteiligt sind, ist ein Holzbeschaffungsunternehmen,das Holzhackschnitzel an verschiedene Heizungen liefert. Rohrer erläutert die Gründe, warum sich eine Zusammenarbeit für den Waldbesitzer mit der Lignocalor ausbezahlt, so etwa:

  • Neutrale Aufarbeitung durch einen Dienstleister und Entschädigung nach Menge
  • Konstante, jährlich angepasste Preis
  • Sämtliche Abrechnungen, also wohl für Lieferanten wie auch Dienstleister aus einer Hand
  • Überwachung der Heizanlagen bezüglich Wirkungsgrad

Die Lignocalor haben ein erfreuliches Jahr hinter sich und die Aussichten sähen neuerlich eine Steigerung vor. Zur Käfersituation erklärt Thomas Rohrer: "Wir können den Waldbesitzern einen Dienst tun im Bereich Schadholz." Präsident Kuno Moser richtet einen Appell an die Mitglieder betreffend Fernwärmenetze: "Bleibt jetzt dran." Es mache Sinn, bei Erneuerungen von Anlagen die Möglichkeiten solcher Netze abzuklären. Denn vielleicht gebe es in zehn Jahren bereits andere Technologien. Seien jedoch Fernwärmenetze installiert, könnten diese noch lange genutzt werden. Erich von Siebenthal, Präsident der Berner Waldbesitzer (BWB) erklärt: «Unser Holz ist die Antwort auf die CO2-Politik. Wir brauchen kein Heizöl mehr. Wir können das mit Holz machen. Denn von dem liegt genug rum!» Er mahnte auch, dass noch mehr Absatzkanäle für heimisches Holz generiert werden müsse. Wer in Gremien sitze, müsse den Finger drauf halten, dass bei Neubauten Schweizer Holz zum Zuge komme.

Der Borkenkäfer stellt die Waldwirtschaft auf die Probe

Vergangene Woche informierte der Verband Berner Waldbesitzer (BWB) über die Käfersituation und deren Auswirkungen. Der Käferbefall habe seit Mitte Juli stark angezogen. Trotz guter Auftragslage können Sägereien verblautes Holz kaum absetzen. Der ausserordentliche Käferbefall stellt für den Berner Wald eine schwer zu bewältigende Situation dar. Insbesondere das Berner Mittelland ist stark betroffen. Vielerorts befällt der Borkenkäfer nach Abschluss eines Holzschlages bereits wieder den verbleibenden Bestand. Die Käferbekämpfung sei örtlich in Verzug.

Auch die Holzverarbeiter zeigen sich besorgt. Ihre Nachfrage besteht zu rund 70% aus Frischholz. Nur rund 30% der Nachfrage kann mit verblautem Holz gedeckt werden. Durch den starken Käferbefall gelange jedoch viel entwertetes Holz auf den Markt. Wenn der Absatz nicht geregelt sei, können die Sägereien kaum mehr verblautes Holz entgegennehmen. Frisches Käferholz werde ­weiterhin angenommen. Die Holzvermarkter empfehlen, vorhandene Kapazitäten zur Aufarbeitung von frisch befallenem Holz einzusetzen. Wichtig sei eine vorgängige Absprache mit dem Käufer. Dürrständer und verblautes Holz sollten zur Marktentlastung nicht weiter aufgerüstet werden. Trotz der hohen Käferschäden werden Waldbesitzer ermutigt, Frischholzschläge durchzuführen – insbesondere gute Qualitäten sind stark nachgefragt. Um künftig extreme Schadereignisse bewältigen zu können, müssten neue Absatzkanäle erschlossen werden. Es brauche mehr Schnitzelanlagen in den Regionen und mehr Schweizer Holz im Bau.

 

Risiken verteilen

Die Waldabteilung Mittelland gibt die Empfehlung ab, zukünftig auf Mischwälder zu setzen, um hinsichtlich des Klimawandels die Risiken besser abstützen zu können. Man gehe davon aus, dass es die Fichte im Seeland schwer haben werde und die Traubeneiche etwa die Buche ablöse. Denn diese vertrage Wärme und Trockenheit besser. An der Versammlung wird auch der neue Geschäftsführer der Berner Waldbesitzer vor. Philipp Egloff ist Nachfolger von Lea Imola. 

Weitere Informationen: www.bwb-pfb.ch

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