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41 Mutterkuhhalter bitten Bundesrätin Sommaruga um Hilfe

Eine grosse Gruppe bündnerischer Mutterkuhhalter bittet Simmonetta Sommaruga wegen eines Wolfsrudels um Hilfe. Die Tiere hätten jede Scheu verloren.


In Obersaxen GR geht ein Wolfsrudel um. Das beunruhigt die Mutterkuhhalter in der Region, denn nach einem Angriff seien ihre Tiere äusserst aggressiv und trampelten alles nieder, was ihnen im Weg stehe. 

Wolfsangriff ist nicht das grösste Problem

Bisher seien alle Vergrämungsversuche erfolglos gewesen, heisst es in dem offenen Brief an Bundesrätin Simmonetta Sommaruga. Man habe auch nicht direkt Angst vor einem Wolfsangriff, sondern vor aufgebrachten Mutterkühen.

Es gehe um den Bevölkerungsschutz, man müsse die "sich abzeichnende Tragödie" verhindern.

Keinen Abschuss gefordert

Die unterzeichnenden Mutterkuhhalter fordern eine "unverzügliche Entnahme" des Obersaxer Wolfsrudels aus der freien Wildbahn. Dabei zeigen sich die Schreibenden aber offen: Sie fordern keinen Abschuss, man könnte die Wölfe auch betäuben und in ein Gehege sperren.

Der offene Brief aus Graubünden: 

Betr. Gefahren durch Wolfsrudel Obersaxen

Sehr geehrte Frau Bundespräsidentin Sommaruga, 

Bitte helfen Sie uns.

Wir, die unterzeichnenden Mutterkuhhalter im Einzugsgebiet des Wolfsrudels Obersaxen, mussten im vergangenen Sommer erstmals üble Erfahrungen mit Angriffen auf Mutterkuhherden machen. Nach einem solchen Angriff gerieten unsere Mutterkuhherden völlig ausser Kontrolle. Das Wolfsrudel in Obersaxen hat jegliche Scheu vor unseren Siedlungen verloren und streunt in Obersaxen regelmässig in den Dörfern herum. Es hat schon Wildrisse in unmittelbarer Dorfnähe gegeben.

Das Problem: 

Greift ein Wolfsrudel auf der Alp oder auf dem Heimbetrieb eine Mutterkuhherde an, reagiert diese äusserst aggressiv. Eine eigentlich handzahme Mutterkuhherde gerät dann derart in Rage, dass sie einer Lawine gleich alles niedertrampelt, was sich ihr in den Weg stellt. Nach einem solchen Vorfall könnten wir für die Sicherheit von Wanderern und unserer Alphirten nicht mehr garantieren und müssten jede Haftung für unsere Tiere ablehnen. Auch unsere eigene Sicherheit wäre akut gefährdet, weil sich die Tiere bis in den Winter hinein äusserst sensibel und nervös verhalten. Sie erhöhen dadurch die Unfallgefahr selbst im Stall in einem nicht verantwortbaren Masse. Wir sehen uns daher verpflichtet, Sie ausdrücklich auf diese Tatsache aufmerksam zu machen und geeignete Massnahmen zu ergreifen.

Diese sind inzwischen dringend geworden: Letzten Sommer umfasste das Rudel noch zwei jagdfähige Wölfe, welche es vorwiegend auf Kleinvieh abgesehen hatten. Dieses Rudel war noch zu schwach, um Jagderfolge bei einer Mutterkuhherde zu verzeichnen. Trotzdem haben sie bei unseren Herden bereits panische und gefährliche Reaktionen hervorgerufen. Diesen Sommer wird das Rudel mindestens 5 jagdfähige Wölfe umfassen!

Den ganzen Sommer hindurch hat die Wildhut vergrämungsversuche durchgeführt. Ohne Erfolg. Unserer Meinung nach kann die nötige Scheu vor den Menschen und vor unseren behirteten Herden nicht mehr hergestellt werden. Wir haben keine Angst vor unmittelbaren Wolfsangriffen, aber vor den Gefahren durch aufgebrachte Mutterkuhherden. Der Bevölkerungsschutz muss über dem Wolfsschutz stehen.

Aus diesen Gründen fordern wir Sie, resp. das zuständige Amt, dringend auf, jetzt zu handeln um die sich abzeichnende Tragödie noch abzuwenden. Wir fordern die unverzügliche Entnahme des Wolfsrudels Obersaxen aus der Wildbahn. (Vielleicht durch Betäuben und verlegen in ein Gehege

Wir danken Ihnen schon heute für Ihre rasch verfügten Massnahmen. Für Fragen und detailliertere Ausführungen stehen wir gerne zur Verfügung.

Freundliche Grüsse

 

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