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Bäuerinnenportrait: Selbstständig in die Zukunft

Regina Moser-Reichmuth hat zusammen mit ihrem Mann Anfang Jahr einen Pachtbetrieb übernommen. Sie haben viele Pläne für die Zukunft.


Publiziert: 18.01.2015 / 08:00

«In unseren Köpfen gibt es viele Ideen, Projekte und Träume, die wir verwirklichen möchten», meint Regina Moser-Reichmuth mit einem Schmunzeln und wachen Augen. Mit viel Elan, Mut und Zuversicht hat die junge Bäuerin mit ihrem Mann Jürg aufs Neujahr 2015 einen 16 Hektaren grossen Pachtbetrieb in Bangerten bei Worb BE übernommen. Nun gilt es, das Gelernte der vergangenen Jahre in die Praxis umzusetzen.

Als Regina Moser auf einem Landwirtschaftsbetrieb im Kanton Schwyz geboren wurde, deutete noch nichts auf ihren bäuerlichen Werdegang hin. Mit fünf Geschwistern wuchs sie auf und lernte schon bald, was es heisst, mit anzupacken. Ihre Eltern machten auf dem Betrieb einige Veränderungen, so die Umstellung auf biologische Produktion. Auch waren 2000 Leghennen zu versorgen und die Ausrichtung auf Direktvermarktung mit Eiern, Gemüse und Beeren brachte Arbeit. «Ich durfte und musste mithelfen. Das habe ich nicht immer gerne gemacht, denn in meiner Schulklasse gab es fast keine Bauernkinder», stellt sie rückblickend fest. Nach der obligatorischen Schulzeit entschied sich Regina Moser für den Beruf der Bäcker-Konditorin.

Auf Umwegen zur Landwirtschaft gekommen
«Schnell merkte ich in der Backstube, dass mein Kopf bei der zwar schönen Arbeit zu wenig Beschäftigung hatte. Ich ging zur Berufsberatung und hörte dort, was ich eigentlich schon vorher insgeheim angestrebt hatte, ich solle das Gymnasium besuchen», erinnert sich Regina Moser. Die junge Frau löste den Lehrvertrag auf und dreieinhalb Jahre später hatte sie ihr Maturitätszeugnis in den Händen. Die Landwirtschaft liess sie aber nie ganz los, da waren zum einen ihr Elternhaus und ihre Geschwister, die der Scholle treu geblieben sind. Als Neunzehnjährige hegte sie auch insgeheim den Wunsch, dereinst einen Bauern zu heiraten.

Im «Gymer» gab es einen guten Deutschlehrer, und so kam Regina Moser an die Universität Bern zum Studium von Germanistik und Geschichte. Bald stellten sich Zweifel über die berufliche Zukunft ein. Dank früheren Besuchen beim Bruder, der an der Berner Fachhochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) in Zollikofen BE studierte, fiel die Entscheidung für eine Neuausrichtung leicht. Regina Moser wurde ebenfalls Studentin an der HAFL und machte den Bachelor in Agronomie. «Es war für mich ein einschneidendes Erlebnis, so viele Leute kennenzulernen, die den gleichen Blickwinkel hatten und aus dem gleichen Umfeld kamen wie ich. Das Studium war eine sehr gute Zeit, auch im zwischenmenschlichen Bereich», meint Regina Moser rück-
blickend.
Ein grosser Traum erfüllt sich

Im Laufe des Studiums lernte sie Jürg Moser kennen. Der gemeinsame Traum, einmal selber einen Hof zu führen, schweisste sie bald eng zusammen. Für beide war aber absehbar, dass die elterlichen Höfe dereinst von Geschwistern geführt würden. «Unser Vorteil dadurch ist, dass wir frei auswählen konnten. Die Schwierigkeit war aber, überhaupt einen Betrieb zu finden, der unseren Vorstellungen entsprach», hält Regina Moser fest. Um ihre Pläne zu verwirklichen und Geld zu verdienen, stürzten sich Regina und Jürg Moser nach dem Studium in die Arbeit. Im April 2013 kam Sohn Linus zur Welt und der Wunsch zur Selbständigkeit wurde grösser. 

Dank Beharrlichkeit und etwas Glück konnten Regina und Jürg Moser nun auf den 1. Januar 2015 eine Pacht in Bangerten bei Worb übernehmen. «Wir waren flexibel und konnten den Betrieb kurzfristig übernehmen. Nun wird das erste Jahr für uns eine herausfordernde Phase werden», stellt Regina Moser fest.

Der IP-Betrieb wird auf biologische Produktion umgestellt und ein drittes Standbein soll nebst Milchwirtschaft und Ackerbau die Biopouletmast werden. «Als Pächter können und müssen wir kreativ sein und Projekte entwickeln, die mit dem Bestehenden vereinbar sind. Was uns alles gelingt, wird sich in einigen Jahren zeigen. Unser Ziel ist, das ganze Einkommen aus der Landwirtschaft zu generieren», meint Regina Moser.
Nun wartet auf die junge Bäuerin viel Arbeit in Haus und Hof. Zeit, um Träume und Projekte zu verwirklichen, wird aber sicher immer sein. So trägt sich die Bäuerin mit dem Gedanken, einen Streichelzoo oder Kindergeburtstage anzubieten, aber auch Agrotourismus könnte sie sich vorstellen. Auch die Bäuerinnenausbildung ist eine Option. Sicher ist, Regina Moser mit ihrer offenen, unkomplizierten Art und dem herzlichen Lachen immer wieder Neues wagen und geht mutig in die Zukunft.

 

Barbara Heiniger

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