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Analyse: Statt schöne Worte braucht es Taten für die Holzenergie

Was ist los im Waldland Schweiz? Die Analyse von Josef Scherer, geht der Frage nach, warum immer weniger mit kleinen Holzheizungen heizen.


Waren Sie auch schon einmal im Schwarzwald, im Tirol oder Südtirol unterwegs? Und haben die vielen Holz-Wärmeverbünde oder den grossen Anteil von Holzheizungen für die Wohn- und Gewerbegebäude beachtet? Ist der so hoch wegen den hohen Subventionen aus dem EU-Fördertopf? 

Oder weil das Heizöl dort über Jahrzehnte eben viel teurer war als in der Schweiz? Oder weil die Bevölkerung und die Politiker einfach sensibilisierter waren für den einheimischen und erneuerbaren Rohstoff Holz in den waldreichen Regionen? Wahrscheinlich  stimmen all diese Vermutungen.

Wald gehört Waldeigentümern

Und bei uns? Ja, es gibt auch noch Holzheizungen. Und Holz ist ein wichtiger Pfeiler der Energiestrategie des Bundes. Und ja, wir haben auch viel Wald, ein Drittel der ganzen Schweiz ist damit bewachsen, mehr als anderswo. Dieser Wald gehört in vielen Kantonen sehr vielen privaten Waldeigentümern. Vor allem in Luzern, im Bernbiet oder auch in der Ostschweiz sind darunter auch viele Bauern.  Einige heizen noch mit Holz, einige haben schon umgestellt, andere überlegen sich den Schritt weg vom Holz. Was ist los im Waldland Schweiz?

Holzenergie Schweiz betont zwar, wie die Nutzung boomt. Vier Prozent trägt Holz zum gesamten Energieverbrauch der Schweiz bei, und zehn Prozent zum Wärmebedarf. Damit werden immerhin eine Million Tonnen Heizöl substituiert. Das Potenzial könnte noch markant erhöht werden, um mindestens 50 Prozent. Und bei gesteigerter Energieeffizienz sei vorstellbar, dass ein Viertel aller Gebäude mit Holz beheizt werden könnten. Und die Realität? Der Absatz von Heizkesseln stagniere auf bescheidenem Niveau, liess Konrad Imbach, Präsident von Holzenergie Schweiz, im letzten Jahresbericht verlauten. 

Immer weniger Holzfeuerungsanlagen

Interessant sind auch die Zahlen der Holzenergiestatistik 2017 des Bundesamts für Energie. Die Anzahl Holzfeuerungsanlagen nimmt laufend ab. Nicht nur bei den Einzelraumheizungen (wer braucht denn heute noch Cheminées oder Holzkochherde?), sondern auch bei den Gebäudeheizungen. 17 Prozent weniger solcher Holzheizungen gibt es seit 1990. Stimmt, es gibt dafür mehr automatisierte Feuerungen, vor allem mit Pellets und grössere Heizanlagen mit Leistungen von über 50 kW, die legen jährlich zu. Allerdings ist die installierte Holz-Feuerungsleistung über alle Kategorien seit 1990 um fast
19 Prozent gesunken, auf noch 10,2 Gigawatt. Der Holzumsatz hat sich hingegen in diesem Zeitraum deutlich erhöht, um fast 50 Prozent auf 5,2 Mio m3. Davon sind noch immer
60 Prozent Stückholz, 17 Prozent Restholz, 10 Prozent Pellets und 13 Prozent Altholz.

Altholz statt Waldholz

Was folgern wir daraus? Der Verbrauch von Energieholz nimmt weiter zu, allerdings in immer weniger, dafür grösseren Holzheizungen. Die setzen vor allem auf Altholz statt Waldholz. Bei den kleineren Gebäudeheizungen hat der Holzverbrauch markant abgenommen. In den Schweizer Wäldern könnte  noch viel mehr Holz genutzt werden,  das Wachstum hat allerdings Grenzen. Mehr als eine Verdoppelung der Nutzung ist nicht realistisch und nicht nachhaltig für die Wälder.

Moderne, richtig betriebene Holzheizungen erreichen höchste Wirkungsgrade bei geringsten Emissionen und erfüllen die Grenzwerte der Luftreinhalte-Verordnung problemlos, betont die Holzbranche. Und versucht, die Behörden und Politik davon zu überzeugen. Wirklich in deren Köpfen angekommen ist das allerdings noch nicht. Das Vorurteil, dass kleinere Holzheizungen die Umwelt belasten, sitzt tief. So zeigen die aktuellen Förderprogramme der Kantone, dass vor allem auf Wärmepumpen gesetzt wird oder nur auf grosse Holzheizungen über 70 kW.  

Energieholz bleibt liegen

Dabei würde gerade die Förderung von kleineren Holzheizungen dem ländlichen Raum und der Waldwirtschaft sehr dienen. Zentralheizungs-Stückholzkessel und Schnitzelheizungen im Leistungsbereich unter 70 kW werden vor allem auf Bauernbetrieben und von Waldeigentümern eingesetzt. Sie sind somit einmal mehr die Verlierer der aktuellen Förderpolitik vieler Kantone. Wen wunderts, wenn weiterhin sogar Waldeigentümer das Energieholz liegen lassen, der Holzheizung den Rücken kehren und überlegen, Wärmepumpen – oder noch schlimmer – wieder eine Ölheizung einzubauen. Idealistische Vorstellungen für die Energiewende genügen nicht. Es braucht nicht schöne Worte, sondern Fördertaten für die Holzenergie, vor allem im ländlichen Raum.

Josef Scherer

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