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Als ich noch Mädchen in diesem Bauerndorf war: Die Gotte aus der Stadt

In der Kolumne «Als ich noch Mädchen in diesem Bauerndorf war», schreibt Benildis Bentolila über ihre Erinnerungen an die Kindheitsjahre. Diesmal kommt ihre städtische und elegante Gotte zum Zuge.


Es war ein prächtiger Frühlingssonntag im Mai 1955. In meinem St. Galler Heimatdorf Amden war die alle drei Jahre stattfindende Firmung angesagt. Das Firmsakrament war für uns Kinder neben der Taufe, die ein paar Tage nach der Geburt gegeben wurde, und der Erstkommunion mit acht Jahren, ein wichtiger Meilenstein im religiösen Leben. Denn sie sollte unseren Glauben weiter vertiefen und die Bindung zur katholischen Kirche stärken. Enttäuschend war für uns Kinder, dass einer Krankheit wegen nicht unser St. Galler Bischof Joseph Meile das Sakrament spendete, sondern als Stellvertreter «bloss» Abt Benno Gut von Einsiedeln.

Keine grossen Feste

Wie bei all diesen Festen war der weltliche Aspekt ebenso wichtig. Schliesslich waren grosse Feste rar. Es galt, für die Buben einen Firmgötti und für die Mädchen eine Firmgotte zu suchen. Unsere Eltern hatten unsere Taufpaten ausgelesen. Wer nun denkt, wir hätten als Schulkinder die Firmpaten selbst wählen dürfe, liegt falsch. Wir «Betroffenen» konnten nicht einmal Vorschläge machen. So gab es im Versteckten Wettbewerbe, wer mit der schöneren Gotte, dem wohlhabenderen Götti inmitten der feierlichen Prozession, angeleitet von der Musikgesellschaft Amden mit ihrer prächtigen Fahne, zur grossartigen Feier in der Pfarrkirche St. Gallus schreiten durfte.

Die schöne Agnes

Ich war bei meiner Firmung gut dran mit meiner schönen Gotte Agnes, der schick gekleideten städtischen jungen Dame, die von jungen Ammler Männern umschwärmt wurde. Die Frauen priesen am Fest ihre imposanten Haare. Gotte Agnes war übrigens die Schwester von Glockengiesser Emil Eschmann, Rickenbach TG. Meine Mutter war weit aussen verwandt mit der Familie und sie selbst war die Taufgotte meiner Firmgotte.

Das Buch mit Gold

Das Patengeschenk war in der Regel eine Uhr. Ich fragte, ob ich ein Missale haben könnte, denn mein Messbuch für das ganze Kirchenjahr hatten bereits andere vor mir benutzt, weil meine Eltern nicht allen Kindern ein neues kaufen konnten. Meine Gotte freute sich und erklärte, sie würde mir ein besonders schönes Buch schenken mit Goldschnitt. Welches Glück, schliesslich hatte ich bis zu jenem Tag selten Bücher mit edlem Goldschnitt gesehen.

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