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Alpakazüchterin: «Alpakas sind schlauer als Schafe»

Monika Blättler führt mit ihrem Partner einen Hof mit Alpakas. Sie stellt ihren Betrieb und das aus den Anden stammende Tier vor.


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22 Alpakas sind auf der Weide von Monika Blättler und ihrem Partner Ivo Gasser in Hämikon LU anzutreffen. Durch eine Reise durch Mittel- und Südamerika, die sie im Jahr 1997/ 98 machten, lernten sie die Anden und die Neuweltkameliden besser kennen und wurden von diesem Virus gepackt. In Neuseeland haben sie noch die erste Alpakafarm besichtigt. «Damals hiess es aber, ein Tier koste rund 10 000 USD, was uns definitiv zu teuer war», erzählt Monika Blättler von ihren Erfahrungen.

Wie es dann doch dazu kam

Zurück in der Schweiz, fand das Paar jemanden im Wallis, der Alpakas aus Südamerika importierte. Lange Zeit konnte man die Tiere nicht aus Südamerika importieren, erst ungefähr seit 25 Jahren sei das erlaubt. Erst waren sie rechte Exoten. Heute gebe es aber etwa 4000 Alpakas in der Schweiz. «Erst wohnten wir in Luzern in einer Wohnung mit Umschwung und hielten dort drei Alpakas. Das waren Pinto, Andina und Puna.» Puna lebt noch heute bei den beiden Alpaka-Fans. «Pinto war der erste Hengst, mit dem wir züchteten. Daher heisst die Zucht auch ‹Pinto Alpacas›.» Da die Gruppe aber schnell wuchs, mussten sie sich entscheiden zwischen Jungtiere weggeben oder umziehen. Und so konnten sie im Herbst 2001 auf ihren ersten eigenen Bauernhof nach Hämikon ziehen.

Die Alpakas kommen aus Chile

Drei Tiere auf dem Alpakahof im Hämikon sind direkt aus Chile importiert. Gesamthaft hatten Monika Blättler und Ivo Gasser in all den Jahren 27 Fohlen, davon fast alle selber behalten. Stuten und Hengste sind auf der Weide getrennt. «In ein bis zwei Jahren versuchen wir, die gesamte Herde zusammenzuführen. Es sind nun alle Hengste kastriert und bis dahin sollten alle mit den Hormonen heruntergefahren sein. Wallache kann man zusammen mit Stuten halten», so Monika Blättler.

Lange Lebenserwartung muss man sich bewusst sein

In der Natur hat ein Hengst eine ganze Herde. Darum sei es nicht immer sicher, dass ein Deckhengst die Wallache akzeptiere. Es sei sehr verschieden, je nach Charakter der Tiere. «Wir haben sehr auf den Charakter geschaut beim Aussuchen unserer Hengste.» Sie liessen die männlichen Jungtiere jeweils ein Jahr bei der Mutter, die Stutfohlen bleiben immer bei der Mutter in der Gruppe. «Seit zwei Jahren haben wir keine Fohlen mehr», erklärt sie. Alpakas werden sehr alt, rund 20 Jahre und man müsse sich bewusst sein, dass man auch älter werde. «So haben wir, bis wir 70 Jahre alt sind, sicher noch Alpakas. Es ist schon zeitintensiv», erklärt Monika Blättler.

Temperament und Talent

Männchen sind etwas grösser und schwerer als die weiblichen Tiere. «Wallache sind eigentlich gleich im Handling wie die Stuten.» Die Hengste hätten schon mehr Temperament. Auch die Suri-Alpaka, mit den längeren Haaren, haben einen anderen Charakter als die Huacaya-Alpakas. «Wir können fast alle Tiere an der Halfter führen. Terso, der nun kastrierte Deckhengst, hat mit uns sogar Parcours gemacht, an der Trekkingmeisterschaft. Er wurde Dritter. Er macht das sehr gerne und es gefällt ihm», erklärt Monika Blätter über die noch nicht so bekannte Meisterschaft. Die Veranstaltung sei jeweils vom Neuweltkamelidenverein organisiert.

«Unser Tumi war mit dem Packsattel auf dem Gotthard, der kann das auch», zum Vergleich mit den Lamas, die an den Meisterschaften Gewicht tragen.

Halbwild – und damit eher gesund

Gesundheitlich hatten sie keine grösseren Probleme gehabt mit ihren Tieren, sie haben kein Fohlen verloren. Einmal gab es einen Kaiserschnitt, einfach weil das Fohlen viel zu gross war. «Man merkt schon, dass die Tiere noch halbwild sind, noch nicht überzüchtet», sagt Monika Blättler. Die Tiere sind robust. Sie werden geimpft und ein- bis zweimal im Jahr entwurmt. Sie haben weniger Parasiten als beispielsweise die Schafe, da Alpakas sehr sauber sind. «Ähnlich wie eine Katze auf die Kiste geht, machen die Alpakas immer ans gleiche Ort hin. Vor dem Stall hat es Sägemehlkreise und die Betreuer müssen eigentlich hauptsächlich dort täglich ausmisten», erklärt Blättler.

Was mit der Wolle passiert

In der Zucht haben Monika Blättler und Ivo Gasser zwei Alpakas der Rasse Suri, diese haben einen Scheitel und längere Haare. Die beste Wolle ist auf dem Rücken, an der Flanke und am Hals. Geschert wird jährlich zwischen Ende April und Anfang Juni. Es gibt pro Tier zwischen zwei und vier Kilogramm Wolle, die verwertet werden kann. Daraus machen die Alpakazüchter Duvets. Alpakafasern sind innen hohl und das macht sie thermoregulierend. Sie sind nicht schwer. Mit nur 800 g, 1,2 und 1,5 kg kann eine Decke je nach Wärmebedarf hergestellt werden. Im letzten Jahr wurde ein Test zwischen Daunen- und Alpakaduvets gemacht und die Alpakaduvet schnitten deutlich besser ab. Da die Tiere im Gegensatz zu den Vögeln bei Daunen geschert werden, ist es sehr tierfreundlich und das Produkt kann weiterverwertet werden. Die Wolle kann ohne Chemie und mit natürlicher Seife gewaschen werden. Zudem hat die Wolle eine antibakterielle Wirkung, sehr gut geeignet für Allergiker. «Duvets sind am wenigsten aufwendig zu produzieren. Das ist auch das, was nicht importiert werden kann, weil das Volumen der Wolle zu gross ist», erklärt Monika Blättler.

Anders als Dauenenfedern

Die Vorteile von Alpakawolle im Gegensatz zu Daunen-
federn sind:

  • perfekter Wärme- und Feuchtigkeitsausgleich
  • tierfreundlich
  • chemiefrei und naturfreundlich
  • weich und anschmiegsam
  • 100 Prozent Schweiz und «limited edition» 

Im Alter sei es so, dass die Wolle der Tiere gröber sei, nicht mehr so gut wachse und auch nicht mehr so dicht sei. Man sehe schon einen grossen Unterschied zwischen den Tieren.

Sie fressen Löcher ins Heu

Alpakas fressen im Heu Löcher nach unten. «Manchmal sieht man den Hals nicht mehr, sie fressen bis ganz runter und kommen erst wieder hoch, wenn sie unten sind, das sieht jeweils witzig aus», erklärt Monika Blättler. Wenn es gefroren und eisig ist, müssen sie morgens zuerst Heu fressen, da sie sonst Bauchschmerzen bekommen. Im Winter füttert Monika Blättler Emd und im Sommer Heu und Gras. Zudem gibt sie Mineralfutter.

Stallumbau abgeschlossen

Im 2016 haben die Alpakahalter den ehemaligen Kuh- und Kälberstall umgebaut. «Die Stuten und Fohlen erhielten einen Ganzjahresstall mit einem gedeckten Wetterschutz und die Jungs einen Winterstall mit einem gedeckten Auslauf», erklärt Monika Blättler. Für die Stuten und die Fohlen, die ganz frisch auf die Welt kommen, haben sie eine separate Box eingebaut. «Dort lernen die Fohlen auch viel schneller trinken.»

Der Unterschied zum Lama

Vom Charakter her sind Alpakas sehr ähnlich wie Lamas. Beide sind neugierig und unterschiedlich von Tier zu Tier. Lamas sind grösser als Alpakas. Bei Lamas gibt es solche mit viel und solche mit wenig Wolle. Jene mit viel Wolle heissen Wooly-Lamas. «Es ist für Laien schwer, ein junges Alpaka und ein junges Wooly-Lama zu unterscheiden. An den Ohren kann man es erkennen. Alpakas haben gerade und Lamas bananenförmige Ohren», erklärt Blättler.

Fohlen kommen mittags

«Normalerweise, das ist sehr speziell, kommen Alpakas immer um die Mittagszeit auf die Welt. Meistens bei schönem Wetter. Das hat mit den Anden zu tun. Dort wird es am Abend kalt und sie müssen bis dann trocken sein. Alpakas lecken die Jungen nicht, da sie keine raue Zunge haben. Wenn mich jemand fragt, wieso wir Alpakas haben und keine Schafe sage ich jeweils: Weil sie viel schlauer sind als Schafe», erklärt Monika Blättler die Intelligenz der Tiere. «Wenn man sie einmal etwas lehrt, vergessen sie das nie mehr.»

Wallach mit blauen Augen

Monika Blättler stellt ein weisses Alpaka vor: «Dieser Wallach ist bei den Stuten, weil er mit seinem Vater nicht mehr ausgekommen ist.» Er hat blaue Augen und weisses Fell. Das heisst bei den Alpakas meistens, dass es nichts hört und sich mit den Augen und dem Gespür orientiert. «Das ist ein Gendefekt. Die Farbe entsteht zur gleichen Zeit wie das Gehör», erklärt sie. «Es ist ganz wichtig, mit diesen Tieren nicht weiter zu züchten.»

«Unser Ziel war es, möglichst bunte Tiere zu züchten, ganz verschiedene Farben und Punkte, das gefällt uns.» Alpakas hätten jeweils eine Farbe, die sie nicht zeigen würden, und diese könne trotzdem an die Nachkommenweitervererbt werden.

Alpaka-Show 21. bis 22. März 2020 in Uster: www-alpaka-show.ch

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