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Alle Pferdeturniere in Europa wegen Herpes abgesagt – Betroffene und erkrankte Pferde auch in der Schweiz

Die Pferdesportszene wird von einem Ausbruch des aggressiven Equinen Herpesvirus Typ 1 erschüttert. Vier Pferde sind tot, über achtzig Tiere zeigen Symptome, zahlreiche sind in Isolation. Auch Schweizer Turnierpferde werden isoliert und überwacht.


Es gibt derzeit einen EHV-1 Ausbruch in Zusammenhang mit einem Turnier in Valencia, Spanien, schreibt die Melde- und Informationsplattform für die Früherkennung von Pferdekrankheiten Equinella. Noch sei unklar, ob sich dieser Ausbruch auch auf andere Turniere in Spanien und den Rest von Europa ausgebreitet habe. Es seien aber bereits EHV-1 Fälle in Frankreich, Belgien und der Schweiz bekannt geworden, die in Zusammenhang mit dem Besuch des Turniers in Valencia stünden. Es handle sich um einen schweren Ausbruch mit vielen betroffenen Pferden, neurologischen Symptomen und Todesfällen.

Betroffene Pferde sind gesperrt für Turniere

Auf dem Turniergelände in Valencia befinden sich über hundert Pferde in Isolation, andere sind abgereist, wurden von der Weltreiterverband (FEI) aber für weitere Teilnahmen an internationalen Turnieren gesperrt. Zudem hat die FEI entschieden, alle internationalen Turniere in Europa bis am 28. März 2021 abzusagen. Von nationalen Turnieren in der Schweiz werden die betroffenen Pferde ausgeschlossen. Die Veterinärkommission des Schweizerischen Verbands für Sportpferde (SVPS), empfiehlt die Isolation potenziell infizierter Pferde. Der Ausbruch solle ernst genommen und Massnahmen getroffen werden, diesen einzudämmen, um zu verhindern, dass sich der Ausbruch durch zurückkehrende Pferde auf die Schweizer Pferdepopulation ausweitet, schreibt Equinella. Die Plattform rät von der Teilnahme an internationalen Turnieren ab.

Quarantäne und testen

Jedes Pferd, das infiziert sein könnte, sollte, so empfiehlt Equinella, unmittelbar nach Ankunft im Heimatstall drei Wochen in Quarantäne und in dieser Zeit keinen Kontakt zu anderen Pferden haben. Sollten Pferde bereits in die Schweiz zurückgekehrt sein und nicht in Quarantäne sein, wird empfohlen den gesamten Stall unter Quarantäne zu stellen. Ausserdem soll der Gesundheitszustand der Tiere engmaschig überwacht werden und auffällige Tiere sofort isoliert und dem Tierarzt vorgestellt werden.

Nach Ablauf der drei Wochen Quarantäne sollen alle Pferde auf das Equine Herpesvirus getestet werden, auch wenn sie keinerlei Symptome gezeigt haben.

Sollten Pferde Symptome zeigen, beginnt die Isolationszeit erneut. Pferde können erst drei Wochen nach Abklingen aller Symptome getestet werden. Alle Pferde sollten am Ende der Quarantäne dreimal im Abstand von je 24h getestet werden.

Übertragung von Pferd zu Pferd

Seit Jahrzehnten gab es in Europa keinen so heftigen EHV-Ausbruch mehr, schreibt der SVPS. Pferde, die sich mit EHV-1 angesteckt haben, entwickeln Fieber und Atemwegsprobleme. In schwerwiegenden Fällen schlägt die Viruserkrankung auf das Nervensystem und führt unter anderem zu Störungen der Bewegungskoordination und zu Lähmungserscheinungen. Der für den aktuellen Ausbruch verantwortliche Typ 1 des Virus gilt als besonders aggressiv.

Die Erregerausscheidung erfolgt über die Sekrete der Maul- und Nasenschleimhaut oder durch die Fruchthüllen bei Abort; sie beginnt erst nach Auftreten der ersten klinischen Symptome. Übertragen wird das Virus bei direktem Kontakt zwischen Pferden oder indirekt via verunreinigte Futtergeschirre, Tränkeeimer, seltener Kleidung, Hände usw. Der Erreger kann in der Umwelt unter idealen Bedingungen bis zu vier Wochen überleben, normalerweise jedoch maximal sieben Tage.

Impfen ja, aber nicht jetzt

Obwohl generell empfohlen wird, insbesondere sportaktive Pferde gegen EHV zu impfen, wäre eine Impfung zum jetzigen Zeitpunkt zu kurzfristig, um einer Infektion im Rahmen des momentanen Ausbruchs vorzubeugen. Ein Impfschutz bestehe erst nach einer Grundimmunisierung über zwei Impfungen im Abstand von 3 bis 8 Wochen und müsse mit halbjährlichen Boostern aufrechterhalten werden so Equinella. Ausserdem bestehe auch nach einer korrekten Impfung keine vollständige Immunität. Dennoch solle ausserhalb eines aktuellen Ausbruchs in Zuchtbetrieben und gefährdeten Betrieben wenn immer möglich der gesamte Bestand durchgeimpft werden, um eine gewisse Herdenimmunität zu erreichen.

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