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Agroscope: Nur Wiesen- und Weidefutter vom eigenen Betrieb für 9-14 Prozent der Milchbauern möglich

Agroscope hat untersucht, wie sich verschiedene Fütterungsvarianten für das GMF-Programm auswirken. Das Fazit: Produzenten können stark eingeschränkt werden und es gibt viele offene Fragen.


In der AP 22+ ist eine Reduktion der Proteinzufuhr via Kraftfutter in Diskussion. Bekannt ist dabei das GMF-Programm (Graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion), das eine standortangepasste Fütterung von Wiederkäuern auf der Basis von Gras und mit reduziertem Kraftfuttereinsatz fördern soll.

Forschen zur Weiterentwicklung von GMF

Nach der Einführung von GMF 2014 seien Schwachstellen des Programms entdeckt worden, schreibt Agrarforschung Schweiz. Zur Weiterentwicklung sei Agroscope vom Bundesamt für Landwirtschaft BLW beauftragt worden, die Auswirkungen eines Verzichts auf Proteinkonzentrate in der Fütterung zu untersuchen.

Die Idee sei es, ein Programm zu entwickeln, das den Anteil betriebseigenem Futterprotein von Wiesen und Weiden fördert.

Drei Varianten wurden untersucht

Man konzentrierte sich auf drei vom BLW fürs GMF-Programm vorgeschlagene Varianten:

  1. Ausschliesslicher Einsatz von betriebseigenem Wiesen- und Weidefutter.
  2. Futtermittel mit einem Proteingehalt von maximal 120g pro kg Trockensubstanz sind zusätzlich zu betriebseigenem Wiesen- und Weidefutter erlaubt.
  3. Futtermittel mit einem Proteingehalt von maximal 250g pro kg Trockensubstanz sind zusätzlich zu betriebseigenem Wiesen- und Weidefutter erlaubt.

Die dritte Variante schränke die Proteinzufuhr kaum ein, höchstens bei maisbetonten Rationen in der Grossviehmast. Daher habe man diese Ausgestaltung von GMF nicht weiter verfolgt.

Was wurde untersucht?

Milchkühe standen im Zentrum der Agroscope-Studie, die Umsetzung der vom BLW vorgeschlagenen GMF-Varianten wurde aber auch bei Aufzuchtrindern, Mastvieh und Mutterkühen geprüft. 

Es wurden die Effekte auf

  • Fütterung
  • Futterproduktion
  • Tiergesundheit
  • Wirtschaftlichkeit 
  • Umwelt 
  • und Kontrollierbarkeit des Programms 

untersucht, wobei die Umweltauswirkungen in Zukunft noch vertieft erforscht werden sollen.

Starke Einschränkungen der Produzenten

Die GMF-Varianten 1 und 2 schränken die Produzenten «sehr ein», so Agroscope. Es stellten sich folgende Herausforderungen:

  • zu jedem Zeitpunkt hochwertiges Wiesen- und Weidefutter anzubieten;
  • die Balance zwischen Energie und Protein zu gewährleisten;
  • Futtermangel sowie Fehlernährung zu vermeiden;
  • die extremen Fluktuationen der Produktion sowie des Einkommens in Kauf zu nehmen;
  • keine Möglichkeit zu haben, Raufutter zu erwerben;
  • keine bzw. nur beschränkt Nebenprodukte der Lebensmittelindustrie einsetzen zu dürfen.

Variante 1 mit ausschliesslich betriebseigenem Wiesen- und Weidefutter könnten 9 bis 14 Prozent der Schweizer Milchproduzenten umsetzen, schätzen die Forschenden. 

Nur mit betriebseigenem Wiesen- und Weidefutter wäre aber eine ausreichende Versorgung der Milchkühe mit Energie das grössere Problem, als genügend Protein zur Verfügung zu stellen.

Proteinmangel wäre wahrscheinlich

Kommen nur proteinreduzierte Kraftfutter zum Einsatz (Variante 2), sei ein Proteinmangel in der Gesamtration wahrscheinlich. Das könne im Extremfall die Futteraufnahme, Leistung, Gesundheit, Fruchtbarkeit und das Tierwohl beeinträchtigen. Die minimalen Anteile an Wiesen- und Weidefutter könnten bei Variante 2 unter 65 Prozent liegen, 1500 Kilo Kraftfutter pro Kuh und Jahr seien möglich.

Mindereinnahmen schwanken stark

Bei einer reduzierten Proteinergänzug müsse mit Mindereinnahmen gerechnet werden. Diese seien jedoch abhängig von der Ausgangssituation und schwanken daher stark (zwischen 0 und 550 Franken pro Kuh und Jahr bei der ersten Variante und zwischen 10 bis 420 Franken bei der zweiten).

Es braucht klare Regeln

Für alle GMF-Varianten müssten laut Agroscope klare, nachvollziehbare Regeln aufgestellt werden. Z. B. Genaue Angaben zu den erlaubten Futtermitteln (wie Milch, Stroh, Ganzpflanzensilage).

Weiter bestehe Klärungsbedarf zum Raufutterhandel, zur Nebenproduktverwertung, zur Alpung, zur flexiblen Teilnahme am GMF-Programm, zu Ausstiegsmöglichkeiten und zum Umgang mit betriebseigenen Produkte, so das Fazit der Studie.

Die ganze Studie sowie den Artikel von Agrarforschung Schweiz dazu finden Sie hier.

BLW berücksichtigt die Ergebnisse

In einer Rückmeldung zur Studie an Agroscope schreibt das Bundesamt für Landwirtschaft BLW, man werde die Studienerkenntnisse in die Weiterentwicklung von GMF einfliessen lassen. 

Als Ziele des GMF-Programms betont das BLW:

  • Standortangepasste Tierbestände
  • dadurch geschlossene Nährstoffkreisläufe
  • und Verhinderung von regional erhöhten Mengen von Hofdüngern
  • Ausschöpfung des Potenzials von pflanzlichem Protein im Grasland Schweiz für die Milch- und Fleischproduktion
  • Reduktion des Einsatzes von Proteinfuttermitteln wie Sojaschrot, Maiskleber usw. in der Rindviehfütterung
  • Klare Differenzierung der Schweiz gegenüber dem Ausland
  • Unterstützung der Tierzuchtstrategie des Bundes 

 

 

 

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