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10 Jahre nach dem Weltagrarbericht: Umfassendes Denken ist gefragt

In einem Bericht zeigt der Bundesrat, wie weit die Empfehlungen des Weltagrarberichts in der Schweiz bisher umgesetzt worden sind. Fazit: Es gibt Erfreuliches, aber auch noch viele Baustellen. Und es braucht Lösungen, die über die Landwirtschaft hinaus gehen.


Der Bericht des Bundesrats mit dem sperrigen Titel «Zehn Jahre nach der Unterzeichnung des Weltagrarberichtes des IAASTD. Fazit und Ausblick in Bezug auf die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele der UNO-Agenda 2030» ist die Antwort auf ein gleichnamiges Postulat von Maya Graf (Grüne/BL). Er soll aufzeigen, welche Anstrengungen unternommen werden, um die 17 Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 zu erreichen und welche Früchte diese Bemühungen bisher getragen haben. In allen Handlungsfeldern gibt es noch Baustellen – aber bisherige Bemühungen blieben nicht ohne Wirkung, wie ein Blick in den Bericht zeigt.

Im Folgenden finden Sie eine kurze Übersicht über die Ergebnisse zu den nationalen Handlungsfeldern. 

Es braucht mehr Daten zum Boden

Das Schweizer Kulturland braucht mehr Schutz, denn es geht einerseits durch die Aufgabe der Bewirtschaftung oder aber durch Bautätigkeit noch immer zunehmend verloren.  Neben der Raumplanung (z. B. durch die Trennung von Landwirtschafts- und Bauzonen) und der Agrarpolitik soll hier der Sachplan Fruchtfolgeflächen helfen. Man habe aber festgestellt, dass zu dessen Umsetzung Daten fehlen, etwa zu Art und Qualität des Bodens, die im Rahmen der nationalen Bodenkartierung gesammelt werden sollen. Weiter brauche es «klare Regeln für den Bau und die Beseitigung ungenutzter Bauten», um weiterem Verlust des Kulturlands entgegenzuwirken, 

Man muss mit Wassermangel umzugehen lernen

Neben einer guten Bewässerung sei auch die standortgerechte Bewirtschaftung wichtig, um mit künftiger Wasserknappheit umgehen zu können. (Bild distelAPPArath / Pixabay)

Im Sommer wird es immer trockener und wenn es regnet, dann in Strömen. Das stellt die Landwirtschaft vor Herausforderungen, an die es sich anzupassen gelte. Dazu sollen einerseits Prognosen und Monitoring auf- und ausgebaut werden.

Wichtig ist laut Bericht andererseits die Anpassung der Bewirtschaftung an den Standort: «Das beinhaltet insbesondere den Bodenschutz zu verbessern, Pflanzensorten und Tierbestände anzupassen, Wasserreserven anzulegen, Diversifizierung zu fördern und die Wassernutzung zu optimieren». Hier wird ausführlich auf die AP 22+ und deren geplante Produktionssystembeiträge verwiesen. Diese Reformpaket ist aber bekanntlich auf Eis gelegt.

Zusammenhänge und das grosse Ganze sehen bei den Umweltzielen

Was die Erreichung der Umweltziele Landwirtschaft (UZL) betrifft, attestiert der Bericht messbare Fortschritte im Bereich einiger Teilziele sowie eine Abnahme des ökotoxikologischen Risikos für Oberflächengewässer. Für die weitere Arbeit zur Erreichung der UZL gebe es Ansatzpunkte zur Verbesserung in der ganzen Produktionskette: «Die grössten Wirkungen können demnach mit einer integralen Betrachtung der Produktionssysteme erzielt werden, welche alle Ebenen der Produktionskette miteinbeziehen, das heisst ausser den Landwirtschaftsbetrieben auch deren vor- und nachgelagerte Bereiche sowie den Konsum, im Sinne des gesamtheitlichen agrarökologischen Ansatzes.»  Auch im Bereich der UZL sollte die mittlerweile sistierte AP 22+ einen Beitrag leisten. 

Mehr Geld für die Forschung und den Konsum miteinbeziehen

Um in Zukunft im Angesicht einer wachsenden Bevölkerung und des Klimawandels nachhaltig produzieren zu können, brauche es gezielte Forschung. Dafür wurde bereits beschlossen, die Gelder für FiBL und Agroscope deutlich aufzustocken. Dies einerseits dank den Einsparungen durch die neue Standortstrategie und andererseits durch eine Erhöhung des Kredits für Agroscope

Was gekauft und gegessen wird, beeinflusst, was und wie angebaut wird. Entsprechend wichtig ist der Einbezug des Konsums in die Agrarpolitik. (Bild afra32 / Pixabay)

Der Bundesrat betont in dem Bericht die Wichtigkeit der Vernetzung, sei es international oder zwischen den wissenschaftlichen Disziplinen. Auch hier kommt der Systemgedanke ins Spiel: «Immer deutlicher wird, dass Lösungsansätze das gesamte Ernährungssystem inklusive Konsum umfassen sollen, insbesondere um die ökologischen Herausforderungen bewältigen zu können. Hier werden auch Forschungsdisziplinen ausserhalb der traditionellen landwirtschaftlichen Forschung gefordert sein, wie zum Beispiel die Forschung zum Ernährungsverhalten.»

Mehr Nachhaltigkeit in der Ernährung 

Als eines der «neuen relevanten Themen» wird die Ernährung als «stark umweltrelevanter Konsumbereich» aufgegriffen. Hier müssten die Prinzipien einer ausgewogenen Ernährung gemäss der Schweizer Lebensmittelpyramide bekannter gemacht werden, heisst es im Bericht. Weiter soll Nachhaltigkeit in der Gemeinschaftsgastronomie zukünftig eine grössere Rolle spielen, wie auch in der neuen neuen Schweizer Ernährungsstrategie ab 2025. 

Man prüfe eine Erweiterung der Agrarpolitik in Richtung einer ganzheitlichen Politik für gesunde Ernährung und nachhaltige Lebensmittelproduktion, gemäss einem Postulat der WAK-S. Kostenwahrheit und Agrarökologie können unterstützend wirken.

Ein Aktionsplan gegen Food Waste

Ebenbfalls ein «neues relevantes Thema» sind vermeidbare Lebensmittelabfälle (Food Waste). Hier soll ein Aktionsplan Abhilfe schaffen mit dem Ziel, die Lebensmittelabfälle von 50 Prozent bis 2030 zu reduzieren. 

Daten zur sozialen Situation in der Landwirtschaft

Wie es Männern und Frauen in der Landwirtschaft geht, bekommt zu Recht mehr Aufmerksamkeit. (Bild Kollinger / Pixabay)

Im Hinblick auf soziale Themen werden die soziale Absicherung mitarbeitender Partner von Betriebsleitenden sowie die hohe Suizidrate in der Landwirtschaft genannt. Für ersteres Problem wäre in der AP 22+ ein Absicherungs-Obligatorium für Bäuerinnen vorgesehen gewesen. Allgemein seien soziale Aspekte des bäuerlichen Lebens stärker in den letzten Jahren in den Fokus gerückt, was auch so bleiben müsse: «Es bleibt deshalb wichtig, dass regelmässig die soziale Situation der in der Landwirtschaft Beschäftigten erfasst, untersucht, darüber informiert und der festgestellte Handlungsbedarf angegangen wird.» 

Agrarökologie als Lösung

Der Bericht des Bundes zeigt sozusagen eine Panorama-Sicht auf das System Landwirtschaft und Ernährung. Immer wieder wird betont, wie wichtig umfassende Lösungsansätze seien. Dazu sind aus Sicht des Bundesrats auch agrarökologische Prinzipien geeignet. 

Agrarökologie ist per Definition ein Ansatz für die Transformation hin zu nachhaltigeren Ernährungssystemen, der sehr umfassend gedacht ist. So spielen Ökologie, Soziales, Politisches und Wirtschaftliches mit hinein. Unter anderem gehe es um die Anwendung von nachhaltigen landwirtschaftlichen Praktiken, aber auch um das gemeinsame Lernen und den Austausch von Wissen. Auch im Weltagrarbericht von 2009 spielte die Agrarökologie eine grosse Rolle und sie war Thema an der Tagung zum Welternährungstag 2019.

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