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Wild geht Wald an den Kragen

Die Reh- und Hirschbestände seien so gross, dass der Wald seine Funktionen nicht mehr erfüllen könne, befürchten Experten.


Publiziert: 07.02.2014 / 07:01

«Wenn der hohe Wilddruck bestehen bleibt, kann der Wald seine Funktionen nicht mehr wahrnehmen», schlägt Nationalrat Erich von Siebenthal (SVP/BE) Alarm. Er hat deshalb ein Postulat eingereicht. In einem Bericht soll der Bundesrat aufzeigen, ob die ergriffenen Massnahmen ausreichen, um die natürliche Verjüngung mit standortgerechten Baumarten zu gewährleisten.

Beim Bundesamt für Umwelt (Bafu) ist sowohl das Wild wie auch der Wald angesiedelt. Dort kennt man die Problematik: «Die Verjüngung einiger Baum?arten kann durch überhöhte Schalenwildbestände tatsächlich beeinträchtigt werden», sagt Josef Hess, Bafu-Vizedirektor, auf Anfrage. Allerdings seien Wildschäden regional sehr unterschiedlich.

Bafu empfiehlt Erarbeitung von Wald-Wild-Konzepten

Insbesondere die Beeinträchtigung der Schutzfunktion des Waldes bereitet Erich von Siebenthal Sorgen: «Der Wald ist ein wichtiger Schutz bei Naturereignissen wie Lawinen. Dafür braucht es Stabilität, und die ist langfristig nicht mehr sichergestellt.»

Im Jahr 2010 hat das Bafu in der Vollzugshilfe «Wald & Wild» Eckwerte zur Sicherung der natürlichen Verjüngung der Schutzwälder festgehalten. «Die Situation wird durch das Bafu laufend kontrolliert», erläutert Josef Hess weiter. Würden diese Eckwerte nicht eingehalten, verlange das Bafu die Erarbeitung und Umsetzung eines Wald-Wild-Konzepts, das sowohl jagdliche wie auch forstliche Massnahmen wie auch Massnahmen zur Lebensraumberuhigung enthalte.

«Die Umsetzung klappt je nach Region besser oder schlechter», sagt Markus Brunner, Direktor von Waldwirtschaft Schweiz, der die Problematik ebenfalls mitverfolgt.

Einzelschutz packt Problem nicht an der Wurzel

«Nicht nur die Schutzfunktion des Waldes kann beeinträchtigt werden, auch die wirtschaftlichen Schäden sind teilweise erheblich», fügt Erich von Siebenthal an. Doch der einzelne Waldbesitzer kann seine Bäume kaum schützen.

«Wald und Wild müssen im Gleichgewicht sein», sagt auch Josef Hess. Um das Gleichgewicht zu halten, müsse das Futterangebot erhöht werden. Neben der Jagd sei auch Einzelschutz möglich, allerdings seien diese Massnahmen teuer und würden vom Bund und den Kantonen nur im Schutzwald finanziell abgegolten.

Einzelschutz dürfte das Problem nicht an der Wurzel packen, sind sich die Branchenkenner einig. Sie sehen die Lösung in einer stärkeren Bejagung. «Der Bund muss die Kantone in die Pflicht nehmen, wenn diese den Wildbestand nicht wie vorgeschrieben regulieren», ist Erich von Siebenthal überzeugt.

«Wo die Bejagung nicht dazu führt, dass die Verjüngung sicher gestellt werden kann, sucht das Bafu das Gespräch», sagt wiederum Josef Hess. Neben der Jagd seien häufig eine Aufwertung der Lebensräume und eine Beruhigung der Freizeitnutzung notwendig. Diese Antwort genügt von Siebenthal nicht, er verlangt deshalb mit Hilfe seines Postulats eine Antwort von höchster Stufe.

Julia Schwery

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