Schweizer Hoteliers sehen Sparpotenzial in Agrarfreihandel mit EU
Die Frankenstärke setzt dem Schweizer Hotelgewerbe zu. Ein Grund dafür sind die im Vergleich zu den Nachbarländern höheren Einkaufspreise für Lebensmittel. Gestützt auf eine Studie fordert der Dachverband hotelleriesuisse den Freihandel von Agrar- und Lebensmittelprodukten.
Hotelleriesuisse sieht einen Spielraum für Preissenkungen zwischen 2,4 und 4,7 Prozent, wenn die Schweiz den Markt für Lebensmittel und Landwirtschaftsprodukte für die EU öffnen würde. Dies entspricht einem Sparpotenzial von 724 bis 1347 Millionen Franken, von dem die Hotelgäste durch tiefere Preise profitieren würden.
"Der Preis ist vor allem durch die Transparenz im Internet entscheidend geworden", sagte hotelleriesuisse-Präsident Guglielmo Brentel am Dienstag an einer Medienkonferenz in Bern. Ein Problem liege darin, zu Weltmarktpreisen konkurrenzfähig zu sein, dabei aber mit hohen Kosten zu geschäften.
Der starke Franken habe die Wettbewerbsfähigkeit für die Schweizer Hoteliers wieder verschlechtert, während die Branche in den letzten zehn Jahre "ihre Hausaufgaben gemacht" habe, so Brentel.
Langsame Anpassung
Der Verband relativiert gleichzeitig die Hoffnungen auf eine rasche Besserung. "Den grossen Wurf gibt es nicht", sagte hotelleriesuisse-CEO Christoph Juen. Kurzfristig sehe man Spielraum für tiefere Preise im Fleischhandel - etwa durch Anpassungen bei Importzöllen - oder die Ausweitung des Cassis-de-Dijon-Prinzips.
Längerfristig setzt man auf Verhandlungen mit der Europäischen Union, wie Juen sagte. Bei der Umsetzung eines Freihandelsabkommens bräuchte es zudem einen "grosszügigen Fahrplan" sowie flankierende Massnahmen, die man "auf jeden Fall unterstützen würde".
sda
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