Milchbauern zeigen Migros die rote Karte
Rund 300 Milchbauern haben in Zürich gegen die Milchpreispolitik des Grossverteilers Migros demonstriert. Die Kundgebungsteilnehmer marschierten vom Carparkplatz beim Hauptbahnhof zum Sitz des Migros-Genossenschaftsbundes am Limmatplatz.
Im Zug führten die Bauern drei Kühe, einen Hund und zahlreiche Treicheln mit. Zur gut 30-minütigen Demonstration in Form eines Alpaufzuges aufgerufen hatte die Bäuerliche Interessengruppe für Marktkampf (BIG-M). Nach Ansicht von BIG-M ist der Schweizer Milchmarkt aus den Fugen geraten.
Die Migros spiele in diesem "Trauerspiel um den Milchpreis" eine grosse und unrühmliche Rolle, sagte BIG-M-Co-Präsident Martin Haab, Milchbauer aus Mettmenstetten ZH, an der Kundgebung. Dem Unternehmen müsse man deshalb mehrfach die rote Karte zeigen.
So etwa sei es als einziger Marktakteur doppelt in der 20-köpfigen Branchenorganisation Milch (Bom) vertreten, setze aber deren Beschlüsse nicht um. Haab verlangte vom Grossverteiler eine sofortige Umsetzung der am 18. Juni von der Bom beschlossenen Erhöhung des Richtpreises für Industriemilch um 3 Rappen.
Ausserdem solle die Migros als fairer Partner zur einheimischen Nahrungsmittelproduktion stehen und sich auch entsprechend verhalten. Zudem solle sie eine ehrliche und faire Informationspraxis gegenüber den Konsumenten betreiben. Nur wenn alle Beteiligten offen und fair zueinander seien, gelinge es, den Milchmarkt so zu gestalten, dass alle Stufen profitieren könnten.
Migros verwahrt sich gegen Vorwürfe
Zwar trat an der Kundgebung niemand von der Migros vors Mikrofon, aber Vertreter der Pressestelle verteilten ein Communiqué. Die Migros nehme die Bedenken der Milchbauern ernst, weise deren Vorwürfe jedoch zurück, heisst es darin.
Als Hauptursache für die Probleme auf dem Schweizer Milchmarkt ortet die Migros die Überproduktionen. Diese liessen die Preise sinken. Zudem gelangten immer mehr verarbeitete Produkte aus dem Ausland in die Schweiz und der Einkaufstourismus nehme zu, heisst es in der Mitteilung.
Dass die Migros keine fairen Preise zahle, stimme nicht. Der Migros-Industriebetrieb regle aber die Milchpreise in langfristigen Verträgen mit den Lieferanten. Mit ihnen habe man sich einvernehmlich über die Umsetzung des Richtpreises der Branchenorganisation Milch auf die nächste Periode geeinigt.
sda
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29-07-10 10:42
Die Migros ist ein Discounter ! Das ist das Problem. Das Discount-Prinzip bewirkt, dass jeder den Konkurrenten preislich unterbieten zu müssen glaubt. Bei diesem System wird es nie Platz haben für einen fairen Milchpreis. Die Migros hat auf DRS1 gesagt, dass SIE die Preisleaderin (gegenüber Coop) sei. Also wird sie immer billiger sein wollen als andere. Das ist das Wesen des Discount-Prinzips. Sie könnten ohne weiteres 10, 20 Rappen mehr verlangen, der Konsument würde es bezahlen.
Leider ist das Discount-System vom Bürger so total angenommen worden, dass eine Korrektur wahrscheinlich unmöglich ist.