27.01.2012 - 08:00

    Emmi möchte Schweizer Obst

    Der Luzerner Milchkonzern hat mit dem Schweizer Obstverband (SOV) "konstruktive Gespräche" geführt. Sie wollen gemeinsam die Voraussetzungen schaffen, dass Emmi inskünftig die Äpfel für Birchermüesli möglichst in der Schweiz beschaffen kann.

    Dies teilten Emmi und der SOV mit. Dazu sei aber einiges an Entwicklungsarbeit nötig, «damit am Ende der Konsument ein Produkt in der gewohnt hohen Qualität geniessen kann». Gemeint sind damit in Geschmack und Qualität den bisher aus dem Südtirol importierten Äpfeln vergleichbare Äpfel schweizerischer Herkunft und die entsprechende Aufbereitung als tiefgefrorene Stückchen. Beide Voraussetzungen seien bisher nicht erfüllt, sagte SOV-Mediensprecher Josef Christen gegenüber der «BauernZeitung».

    Diese Vereinbarung ist das Ergebnis von Gesprächen zwischen Emmi und dem SOV. Sie seien «konstruktiv» geführt worden, heisst es in der Mitteilung. Vom SOV nahmen Präsident ­Pius Jans und Direktor Bruno Pezzatti teil, seitens Emmi Max Peter, Leiter Heschäftsbereich Handel & Supply Chain Management. Weiter wurde vereinbart, sich künftig regelmässig über Entwicklungs- und Beschaffungsthemen auszutauschen. Der SOV möchte bereits in der Entwicklungsphase eines Produkts miteinbezogen sein, so Josef Christen.  Bei Emmi sei die Bereitschaft vorhanden, die einheimische Obstproduktion zu berücksichtigen, unterstrich die Leiterin der Konzernkommunikation, Esther Gerster. Auch sei das Unternehmen seinerseits an rechtzeitigen Informationen aus der Obstbranche interessiert. Sie stellte aber auch klar, dass das Schweizer Obst preislich konkurrenzfähiger sein müsse als heute.

    Die Gespräche zwischen ­Emmi und dem SOV waren zustandegekommen, nachdem das Gesuch des Luzerner Unternehmens für die Reduktion des Zollsatzes für importierte geraspelte und gefrorene Äpfel für die Verwendung im hauptsächlich exportierten Birchermüesli auf Widerstand und geharnischte Reaktionen gestossen war (die «BauernZeitung» berichtete am 18. November). Dabei geht es auch um die Frage, welcher Herkunft die Rohstoffe eines Produkts sein sollen, die unter dem Label Schweiz vermarktet werden (Swissness).     

    hag


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