Schweiz-International
Publiziert: 08.05.2015 / 10:26
Swisscofel: Lebensmittel spenden statt wegwerfen

An der Generalversammlung von Swisscofel wurden Andreas Allenspach aus Basel als Vertreter Detailhandel, Christian Sohm aus Kerzers FR als Vertreter Biohandel und Bruno Perlini als Vertreter Importhandel neu in den Vorstand gewählt. Das Thema Food Waste beschäftigt den Verband des Schweizerischen Früchte-, Gemüse- und Kartoffelhandels, wie Geschäftsführer Marc Wermelinger betonte.

Vergangenen Dienstag fand in Bern die Generalversammlung der Swisscofel, der Verband des Schweizerischen Früchte-, Gemüse- und Kartoffelhandels, statt. Neben der Wahl neuer Vorstandsmitglieder, beschäftigten vor allem die politischen Entscheide, die 2014 gefällt wurden. Gefolgt wurde die GV von einem Referat von SRF-Korrespondent Ulrich Tilgner zum Thema Nahost-Konflikt (siehe Kasten).


Einkaufstourismus im nahen Ausland als Bedrohung


«Im grenznahen Gebiet ist der Einkaufstourismus eine Realität geworden, die auf mehr als 14 Milliarden pro Jahr geschätzt wird», gab Jacques Blondin, Präsident der Swisscofel, in seiner Begrüssungsrede zu bedenken. Durch den Entscheid der Nationalbank, den Mindestkurs aufzuheben, sei das Problem verstärkt worden. Daneben wies er auf ­politische und wirtschaftliche Entscheide hin, die 2014 diskutiert wurden, so z. B. die Swissness-Verordnung.


Ungewisse Wetterlagen, Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA, der starke Franken und vieles mehr sprach Marc Wermelinger, Geschäftsführer der Swisscofel, an. «Veränderungen bergen immer Risiken, aber auch Chancen, und die müssen wir nützen», so Wermelinger. Wie gut dies gelingt, wird die Zukunft zeigen.  


Food Waste – Wegwerfen muss nicht sein


«Das Thema Food Waste ist hochaktuell», erklärte Marc Wermelinger. «Zusammen mit der Fial, der Fenaco und der gemeinnützigen Organisation Schweizer Tafel suchen wir nach Lösungen.» Hierzu wurde ein Leitfaden zur Lebensmittelspende erarbeitet und eine Homepage in Arbeit gegeben. Es soll für den Grosshandel einfacher werden, Lebensmittel, die nicht mehr verkauft werden können, zu spenden. Für Wermelinger ist es schockierend, dass Menschen in der Schweiz auf Nahrungsmittelspenden angewiesen sind. Er ermutigte alle, sich an der Aktion zu beteiligen und so die Schweiz ein kleines Stück nachhaltiger zu machen.

Drei neue Vorstandsmitglieder gewählt

Nach der Präsentation der Jahresrechnung, welche mit einem Plus abschloss, wurden neue Vorstandsmitglieder gewählt. Christian Sohm aus Basel sowie Marco Bottoni aus Basel legten nach mehreren Jahren Verbandsarbeit ihre Ämter nieder. Neu gewählt wurden Andreas Allenspach aus Basel als Vertreter Detailhandel, Christian Sohm aus Kerzers FR als Vertreter Biohandel und Bruno Perlini als Vertreter Importhandel.

Tamara Wülser

Ausflug in den Nahen Osten


Nach der GV gab SRF-Auslandskorrespondent und Nahostexperte Ulrich Tilgner einen Einblick in den Nahostkonflikt. Mit zahlreichen Videos, die er grösstenteils selbt gedreht hat, illustrierte er sein Referat.

Er erklärte, wie der Konflikt entstand und was heute die Probleme sind. Tilgner zeigte Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten zwischen der Bevölkerung im Nahen Osten und Europa auf. «Wollen Sie im Nahen Osten etwas produzieren, müssen Sie vor Ort sagen, was Sie wollen. Danach ist es wichtig die Leute machen zu lassen», so Tilgner. Man könne nicht ein System dorthin exportieren, meinte er. «Die Amerikaner haben uns das eindrücklich gezeigt. Sie wollten schnell die Demokratie exportieren. Wie es funktioniert hat, sehen wir.»

Landwirtschaftliche Produktion im Orient wäre gemäss Tilgner möglich. «Wasser ist genug da, wenn schonend bewirtschaftet wird.» Israel sei hierzu ein Musterbeispiel, so Tilgner.  

tw

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