Schweiz-International
Publiziert: 21.01.2016 / 13:35
Israel will sich Ackerland einverleiben

Die israelische Regierung will 1,5 Quadratkilometer Land in der Nähe von Jericho im besetzten Westjordanland zu ihrem Staatseigentum erklären. Das Verfahren, um das Ackerland in israelischen Staatsbesitz zu überführen, befinde sich in der "Schlussphase".

Dies erklärte die dem Verteidigungsministerium unterstellte israelische Zivilverwaltung für die Palästinensergebiete am Mittwoch. Einzelheiten, etwa zu den bisherigen Eigentümern, wurden nicht bekanntgegeben.

Israelischen Medienberichten zufolge handelt es sich um 1,5 Quadratkilometer (150 Hektaren) Land, das nördlich der israelischen Siedlung Almog in der Nähe von Jericho liegt. Nach Angaben der Bürgerrechtsgruppe "Frieden jetzt" wird das Land schon seit einigen Jahren von Siedlern als Ackerland genutzt. Es handle sich um die grösste Enteignung seit 2014.

Auch die Palästinenserführung kritisierte das Vorhaben scharf. PLO-Generalsekretär Sajeb Erakat bezeichnete die geplante Enteignung als Diebstahl. Die israelische Regierung bezeichne das Gebiet als "Sicherheitsbereich", sagte Erakat am Mittwoch vor Journalisten. In der Umgebung würden aber nur Weintrauben, Palmen und Gemüse angebaut. Damit werde den Palästinensern nicht nur ihr Wasser, sondern auch ihr Land "gestohlen".

Das Westjordanland ist seit 1967 von Israel besetzt. Die Palästinenser werfen Israel vor, durch seine Siedlungspolitik das Westjordanland de facto Schritt für Schritt zerteilen zu wollen, um die Schaffung eines Palästinenserstaats unmöglich zu machen. Auch "Frieden Jetzt" kritisierte die geplante Enteignung als "weiteren Schritt", um eine Zweistaatenlösung unmöglich zu machen.

Momentan steht die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu unter Druck, weil sie kein Mittel zur Eindämmung der jüngsten Gewaltwelle im Nahen Osten findet. Seit Anfang Oktober wurden bei mit Messern, Autos oder Schusswaffen verübten Angriffen von Palästinensern 24 Israelis und ein US-Bürger getötet. Im gleichen Zeitraum wurden bei solchen Attacken und bei Protestaktionen 155 Palästinenser getötet.
 
sda

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Kommentare
Helmut Josef Weber - 22.01.2016 06:26:58
Da hatten die Israelis doch in Adolf einen guten Lehrmeister, wenn es darum geht "neuen Lebensraum" zu schaffen und wie man die Bevölkerung in diesen Gebieten behandelt. Israel ist dank ihrer A und W Versicherung unangreifbar und droht sogar in der offiziellen Regierungspolitik, mit den Samson-Optionen, damit, ganz Europa mit Atomwaffen zu vernichten, wenn es kurz vor einer militärischen Niederlage steht, selbst wenn Israel von Europa nicht angegriffen wurde. Und unsere deutsche Bundeskanzlerin liefert Israel auch noch 6 der modernsten U-Boote, damit diese auch bis vor Europas Küsten gelangen können, um die Marschflugkörper abzuschießen. Was interessiert da die Israelis ob irgendwelche Regierungen gegen die Enteignung von Land protestieren und oder weil Demonstranten zusammen geschossen werden. Ich schäme mich als Deutscher dafür, dass in deutschen Medien solche Berichte oder Kommentare wegzensiert werden. Von uns wird erwarten, dass wir ein Volk lieben, dass uns mit der totalen atomaren Vernichtung droht. Ich kann für so ein Volk keinerlei Sympathie empfinden. Und ich denke, die Menschen, denen das Land weggenommen wird, empfinden, gelinde gesagt, auch keinerlei Sympathien. Viele Grüße H. J. Weber
davit - 23.01.2016 18:03:45
israel plant sich syrien jordanien eizuverleiben,was sind da schon 1,5 km2 land. wartet nur ab , israel wird nie zur ruhe kommen , in america hies es schwarze sind wie tiere, zum töten freigegeben. jetz heist es palaesinenser sind wie tiere,zum töten freigegeben. morgen wir es heisen alle gjoms(nicht juden)sind tiere,zum töten frigegeben. wartet nur ab.
GGinat - 24.01.2016 00:22:55
Ich kann das alles garnicht fassen, ich habe 28 Jahre in dem Land gelebt und ich bin mir sicher, dass ich das nicht mitbekommen hätte, wenn ich noch da wäre. Gewusst haben wir das natürlich alle, nur wenn man die meisten Leute dort reden hört, kann einem richtig schlecht werden. Ich habe die ganzen Jahre dagegen gehalten, aber als Einzelner kann man nichts tun. Ich bin froh, dass wir es worher noch geschafft haben da weg zu kommen. Die grosse Katastrophe war vorher zu sehen. Unsere Option war damals (mehrere Jahre Planung, letztendlich vor einem halben Jahr den Absprung geschafft) entweder zurück nach Deutschland zu gehen oder eine komplett neue Heimat zu finden. Ich bin heute froh, dass wir uns für eine neue Heimat entschieden haben. Ich weiss nur eines: mir tun die Menschen, die ganz normalen hart arbeitenden Menschen in Israel leid. Die kapieren nicht in welchem Land sie leben und glauben einfach alles. Wie geht der Spruch von Jesus noch mal? "Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun!" Chile ist ein guter Platz zum Leben, kann ich jedem Deutschen nur empfehlen. Denn D ist heute ja auch keine Option mehr, bei all dem was ich tagtäglich lesen muss. Übrigens war ich immer ein guter Freund der Bauern und Arbeiter, denn ich stamme aus einer urdeutschen Arbeiterfamilie. Zum Schluss an Helmit Josef Weber: ich kann gut verstehen, warum Sie keine Sympathie für Israel aufbringen können, mir gehts genauso. In diesem Sinne wünsche ich allen Mitlesern weiterhin ein Gutes Leben!

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